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U-Lehrgang für Offiziere: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 20. Februar 2026, 16:51 Uhr

Ausbildung U-Lehrgang für Offiziere
Der U-Lehrgang für Offiziere war die höchste Stufe der fachspezifischen Qualifizierung innerhalb der U-Boot-Waffe. Er zielte darauf ab, Seeoffiziere für die komplexen Aufgaben der Schiffsführung, Waffensteuerung und taktischen Leitung auf einem Unterseeboot auszubilden und aus den Teilnehmern spezialisierte Wachoffiziere sowie zukünftige Kommandanten zu formen.
Ziele und Ausbildungsinhalte
Technik & Stabilität: Vermittlung physikalischer Grundlagen zum Tauchvorgang sowie zur statischen und dynamischen Stabilität (Tauch- und Trimmlehre).
Rettungsausbildung: Obligatorisches Training am Tauchretter im Tauchtopf (z. B. bei der 1. U.L.D.). Simulation des Ausstiegs aus gesunkenen Einheiten zur Prüfung der Kaltblütigkeit.
Taktik & Sehrohr: Erste Einweisungen in die U-Boot-Taktik und praktische Handhabung des Sehrohrs an mechanischen Simulatoren (Schnellidentifizierung von Schiffssilhouetten).
Selektionsfunktion: Prüfung der physischen und psychischen Belastbarkeit. Bei Anzeichen von Platzangst oder mangelnder technischer Eignung erfolgte die Rückversetzung in den Überwasser-Dienst.
Spezifische Merkmale & Selektion
Medizinische Prüfung: Belastungstests in der Druckkammer zur Prüfung der Trommelfellfunktion bei schnellem Druckaufbau (Alarmtauchen).
CO2-Toleranz: Training des Ausharrens bei steigendem Kohlendioxidgehalt zur Erkennung von Vergiftungserscheinungen und Einleitung von Gegenmaßnahmen (Kali-Patronen).
Allround-Prinzip: Vermittlung technischer Grundkenntnisse der Diesel- und E-Maschinen, um im Notfall (Ausfall des L.I.) technische Abläufe überwachen zu können.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Taktische Exzellenz: Vermittlung der Grundlagen für die „Rudeltaktik“ und das Nachtangriffsverfahren, welche die Erfolge der ersten Kriegshälfte begründeten.
Führungsverantwortung: Fokus auf die Menschenführung unter extremen Bedingungen, um die Moral der Besatzung bei Wasserbombenverfolgungen aufrechtzuerhalten.
Werdegang: Der erfolgreiche Abschluss galt als Nachweis der „U-Boot-Tauglichkeit“ und war Voraussetzung für die Kommandierung zur Baubelehrung (z. B. für den Typ XXI).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 904 Personalbestimmungen und Ausbildungsrichtlinien für Seeoffiziere der U-Boot-Waffe.
BArch RM 123 / 15 Lehrgangspläne der 2. U.L.D. für Kommandanten- und Wachoffizierslehrgänge.
BArch RM 20 / 1022 Berichte über die Erfahrungen der Ausbildungsflottillen bei der Schulung von Offiziersnachwuchs.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Personalien und Ausbildungsgänge der Seeoffiziere).
Mulligan, Timothy P. "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945: Eine soziodemographische Analyse" (Detaillierte Darstellung der Auswahlkriterien und Lehrgangsdauer).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Enthält biografische Daten zur Ausbildungsbiografie der Seeoffiziere).
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