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Marine-Bataillon Erdmenger: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Das Marine-Bataillon Erdmenger war ein improvisierter, aber hochgradig kampfkräftiger Infanterieverband, der während der Schlacht um Narvik im April 1940 aus den Besatzungen der versenkten deutschen Zerstörer gebildet wurde. Für die U-Boot-Waffe ist dieser Verband von Bedeutung, da er den strategischen Hafen Narvik sicherte, der später zu einem der wichtigsten Stützpunkte für Eismeer-U-Boote wurde.
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| colspan="3" | Das Marine-Bataillon Erdmenger war ein improvisierter, hochgradig kampfkräftiger Infanterieverband, der während der Schlacht um Narvik im April 1940 aus den Besatzungen der versenkten deutschen Zerstörer gebildet wurde. Nach dem Verlust von zehn Einheiten der 3. und 4. Zerstörerflottille im Ofotfjord standen rund 2.100 Seeleute ohne Schiffe an Land. Das Bataillon sicherte den strategisch entscheidenden Hafen Narvik, der sich später zu einem der wichtigsten Stützpunkte für die im Eismeer operierenden U-Boote entwickelte.
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Nach der Versenkung der zehn deutschen Zerstörer der 3. und 4. Zerstörerflottille im Ofotfjord standen rund 2.100 Seeleute ohne Schiffe an Land.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formierung im April 1940 aus den schiffbrüchigen Besatzungsstämmen nach den schweren Seegefechten im norwegischen Narvik-Fjord.
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| Namensgeber: || colspan="3" | Korvettenkapitän Hans Erdmenger, Kommandant des Zerstörers Z 21 "Wilhelm Heidkamp", der die Führung der zusammengewürfelten Marine-Infanterie übernahm.
 
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| colspan="3" | Namensgeber: Benannt nach Korvettenkapitän Hans Erdmenger, dem Kommandanten des Zerstörers Z 21 Wilhelm Heidkamp.
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| Ausrüstung: || colspan="3" | Ausstattung der Matrosen mit erbeuteten norwegischen Uniformen und Waffen sowie Gebirgsjäger-Material; Entstehung des Spitznamens „Gebirgsmarine“.
 
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| colspan="3" | Ausrüstung: Die Matrosen wurden mit erbeuteten norwegischen Uniformen und Waffen sowie Gebirgsjäger-Ausrüstung ausgestattet. Sie erhielten den Spitznamen „Gebirgsmarine“.  
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| Einsatz: || colspan="3" | Kampfeinsatz an der Seite der 2. Gebirgs-Division unter General Dietl gegen alliierte Landungstruppen im schwierigen arktischen Gelände.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Erzregion: Das Bataillon kämpfte an der Seite der 2. Gebirgs-Division unter General Dietl gegen alliierte Landungstruppen. Ohne den Erfolg dieser Einheiten wäre Narvik als späterer U-Boot-Stützpunkt verloren gewesen.
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| Stützpunktsicherung: || colspan="3" | Ohne den Erfolg des Bataillons wäre Narvik als späterer Frontstützpunkt verloren gewesen; Sicherung der Infrastruktur für die spätere Eismeer-Flottille.
 
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| colspan="3" | Personalreservoir: Viele Offiziere und Spezialisten des Bataillons Erdmenger, die ihre Schiffe verloren hatten, wurden nach dem Ende der Kämpfe im Juni 1940 zur U-Boot-Waffe umgeschult. Sie brachten wertvolle Kampferfahrung unter extremen arktischen Bedingungen mit.
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| Personalreservoir: || colspan="3" | Viele Offiziere und Spezialisten wurden nach den Kämpfen im Juni 1940 zur U-Boot-Waffe umgeschult und brachten wertvolle arktische Einsatzerfahrung mit.
 
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| colspan="3" | Tradition: Das gemeinsame Bestehen der „Gebirgsmarine“ festigte die Verbindung zwischen Zerstörer- und U-Boot-Fahrern, die später im Nordmeer-Geleitzugkrieg eng zusammenarbeiteten.
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| Tradition: || colspan="3" | Das gemeinsame Bestehen der „Gebirgsmarine“ festigte die taktische Verbindung zwischen Zerstörer- und U-Boot-Personal für spätere Geleitzugoperationen.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 10/366 || colspan="3" | Zerstörer-Einsatz Narvik. Enthält Gefechtsberichte der aus den Schiffsbesatzungen gebildeten Marine-Infanterieverbände.
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| BArch RM 10/366 || colspan="3" | Zerstörer-Einsatz Narvik: Enthält Gefechtsberichte der aus den Schiffsbesatzungen gebildeten Marine-Infanterieverbände und des Stabes Erdmenger.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. In den Werdegängen von Narvik-Teilnehmern findet sich oft der Eintrag: „04.1940 - 06.1940 Erdeinsatz Narvik (Bataillon Erdmenger)“. BArch PERS 6
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge von Narvik-Teilnehmern mit dem spezifischen Eintrag „04.1940 - 06.1940 Erdeinsatz Narvik (Bataillon Erdmenger)“.
 
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marine-Infanterie. Dokumentiert die administrativen Belange der im Erdeinsatz befindlichen Marineeinheiten.
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marine-Infanterie: Dokumentiert die administrativen Belange und die personelle Abwicklung der im Erdeinsatz befindlichen Marineeinheiten in Norwegen.
| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/MarineBataillone/MarineBtlErdmenger.htm| → Marine- Bataillon Erdmenger]
 
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Hans-Joachim Koop / Klaus-Peter Schmolke || colspan="3" | Die deutschen Zerstörer 1935–1945. (Kapitel über den Landeinsatz in Narvik).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt: Der Einsatz in Norwegen und die Marine-Infanterie).
 
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| Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Marine-Infanterie).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
| Gerd-Dietrich Koch || colspan="3" | Der Seekrieg in den norwegischen Gewässern 1940.
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| Kurowski, Franz || colspan="3" | "Seekrieg aus der Luft" (Details zum Zusammenwirken der Marine-Infanterie und der Luftunterstützung in Narvik).
 
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 13:05 Uhr

Verband Marine-Bataillon Erdmenger
Das Marine-Bataillon Erdmenger war ein improvisierter, hochgradig kampfkräftiger Infanterieverband, der während der Schlacht um Narvik im April 1940 aus den Besatzungen der versenkten deutschen Zerstörer gebildet wurde. Nach dem Verlust von zehn Einheiten der 3. und 4. Zerstörerflottille im Ofotfjord standen rund 2.100 Seeleute ohne Schiffe an Land. Das Bataillon sicherte den strategisch entscheidenden Hafen Narvik, der sich später zu einem der wichtigsten Stützpunkte für die im Eismeer operierenden U-Boote entwickelte.
Entstehung und Struktur
Aufstellung: Formierung im April 1940 aus den schiffbrüchigen Besatzungsstämmen nach den schweren Seegefechten im norwegischen Narvik-Fjord.
Namensgeber: Korvettenkapitän Hans Erdmenger, Kommandant des Zerstörers Z 21 "Wilhelm Heidkamp", der die Führung der zusammengewürfelten Marine-Infanterie übernahm.
Ausrüstung: Ausstattung der Matrosen mit erbeuteten norwegischen Uniformen und Waffen sowie Gebirgsjäger-Material; Entstehung des Spitznamens „Gebirgsmarine“.
Einsatz: Kampfeinsatz an der Seite der 2. Gebirgs-Division unter General Dietl gegen alliierte Landungstruppen im schwierigen arktischen Gelände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherung: Ohne den Erfolg des Bataillons wäre Narvik als späterer Frontstützpunkt verloren gewesen; Sicherung der Infrastruktur für die spätere Eismeer-Flottille.
Personalreservoir: Viele Offiziere und Spezialisten wurden nach den Kämpfen im Juni 1940 zur U-Boot-Waffe umgeschult und brachten wertvolle arktische Einsatzerfahrung mit.
Tradition: Das gemeinsame Bestehen der „Gebirgsmarine“ festigte die taktische Verbindung zwischen Zerstörer- und U-Boot-Personal für spätere Geleitzugoperationen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 10/366 Zerstörer-Einsatz Narvik: Enthält Gefechtsberichte der aus den Schiffsbesatzungen gebildeten Marine-Infanterieverbände und des Stabes Erdmenger.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Narvik-Teilnehmern mit dem spezifischen Eintrag „04.1940 - 06.1940 Erdeinsatz Narvik (Bataillon Erdmenger)“.
BArch RM 121 Marine-Infanterie: Dokumentiert die administrativen Belange und die personelle Abwicklung der im Erdeinsatz befindlichen Marineeinheiten in Norwegen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt: Der Einsatz in Norwegen und die Marine-Infanterie).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Kurowski, Franz "Seekrieg aus der Luft" (Details zum Zusammenwirken der Marine-Infanterie und der Luftunterstützung in Narvik).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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