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U-A-Lehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 10:33 Uhr

Ausbildung U-A-Lehrgang (U-Boot-Anwärter-Lehrgang)
Ein U-A-Lehrgang bezeichnete in der Kriegsmarine und der späten Reichsmarine den spezialisierten Anwärter-Lehrgang für künftiges U-Boot-Personal. Der Begriff diente insbesondere in der Phase der geheimen Wiederaufrüstung als Tarnbezeichnung, um die Ausbildung von Fachpersonal für die durch den Versailler Vertrag verbotene U-Boot-Waffe zu verschleiern. Er bildete die erste Stufe der Selektion und fachlichen Vorbereitung für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, bevor diese zur praktischen Ausbildung an die Unterseebootsschule (U-Schule) oder in die neu formierten Flottillen versetzt wurden.
Funktion und Tarncharakter
Ausbildungsinhalt: Vermittlung von theoretischem Wissen über Tauchtechnik, Batteriekunde und Hydrostatik unter der neutralen Bezeichnung "Abwehr-Lehrgang" oder "U-Schutz".
Selektion: Prüfung der physischen und psychischen Eignung (Druckkammer-Tests) für den Dienst unter extremen Bedingungen in der Enge eines Unterseebootes.
Tarnung: In den Stammrollen der Reichsmarine (vor 1935) wurde die Teilnahme oft als "Spezialkurs für Küstenschutz" oder schlicht "U-A" getarnt geführt.
Werdegang: Erfolgreiche Absolventen wurden im Anschluss an die Baubelehrungskommanden (B.B.K.) oder zur Erprobung der ersten geheimen Prototypen nach Finnland oder Spanien kommandiert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderbildung: Schaffung eines geheimen Kerns von Fachpersonal, der ab 1935 den sofortigen Aufbau der 1. U-Flottille „Weddigen“ ermöglichte.
Professionalität: Sicherstellung einer hohen technischen Expertise bereits vor der offiziellen Indienststellung der ersten Einheiten vom Typ II A.
Personaltransfer: Viele spätere Spitzen-Kommandanten (z. B. Günther Prien oder Otto Kretschmer) durchliefen diese Lehrgänge in ihrer frühen Dienstzeit als Seeoffizier-Anwärter.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marine-Ersatz- und Ausbildungsabteilungen: Dokumentiert die frühen Lehrgangspläne der U-Anwärter in der Ostsee.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für ältere Crews mit den Dienstzeitvermerken „U-A-Lehrgang“ in den frühen 1930er Jahren.
BArch RM 3 Reichsmarineamt: Akten zur getarnten Ausbildung und personellen Vorbereitung der künftigen U-Boot-Waffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Ersatzwesen und Ausbildung: Entwicklung der U-Boot-Waffe).
Rössler, Eberhard „Die deutschen U-Boote und ihre Werften“ (Details zur geheimen Ausbildung in der Vorkriegszeit).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939-1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau; Kontext zur Ausbildung des Personals).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132