Aktionen

Geleitflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
+
|
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
  
{| class="wikitable"
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Verband
! '''Geleitflottille'''
+
! '''Geleitflottille (1938–1940)'''
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Geleitflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine, der kurz vor Kriegsausbruch geschaffen wurde, um den Geleitschutz und die U-Jagd in der Nordsee zu koordinieren.  
+
 
 +
| colspan="3" | Die Geleitflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine, der im Oktober 1938 zur Koordination von Geleitschutz und U-Jagd in der Nordsee geschaffen wurde. Entstanden aus der Zusammenlegung der 1. und 2. Geleitflottille mit Hauptstützpunkt in Cuxhaven, fungierte der Verband als wichtigster taktischer Übungspartner für die U-Boot-Waffe vor Kriegsbeginn. In gemeinsamen Manövern wurden hier die Abwehrtaktiken erprobt, auf die deutsche U-Boote später im Atlantik trafen. Nach Kriegsausbruch sicherte die Flottille die lebensnotwendigen An- und Abmarschwege der Front-U-Boote durch die deutschen Minenwarngebiete der Nordsee, bevor sie im Frühjahr 1940 im Zuge einer umfassenden Umgliederung der Sicherungskräfte aufgelöst wurde.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" | Historischer Kontext & Einsatz
 
! colspan="3" | Historischer Kontext & Einsatz
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufstellung: Die Flottille entstand im Oktober 1938 durch die organisatorische Zusammenlegung der 1. Geleitflottille und der 2. Geleitflottille.
+
 
 +
| Aufstellung: || colspan="3" | Formierung im Oktober 1938 durch die organisatorische Verschmelzung der bestehenden 1. und 2. Geleitflottille zur Straffung der Befehlswege.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Standort: Hauptstützpunkt war Cuxhaven.
+
 
 +
| Standort: || colspan="3" | Cuxhaven; strategische Positionierung zur Überwachung der Elbmündung und zur Sicherung der Deutschen Bucht gegen gegnerische U-Boot-Vorstöße.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Einsatzzeitraum: 1938 bis 1940.
+
 
 +
| Einsatzzeit: || colspan="3" | 1938 bis Frühjahr 1940; Schwerpunkt auf dem Schutz der eigenen Handelsschifffahrt und der Durchführung systematischer U-Jagd-Übungen unter Kriegsbedingungen.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufgabe: Durchführung von Geleitaufgaben, Sicherungsdienst und U-Jagd-Übungen in der Nordsee. Nach Kriegsbeginn 1939 lag der Schwerpunkt auf dem Schutz der eigenen Handelsschifffahrt und der Sicherung der deutschen Bucht gegen britische U-Boote.
+
 
|-
+
| Ende: || colspan="3" | Auflösung im März/April 1940; Verteilung des erfahrenen Personals und der Boote auf neu aufgestellte Sicherungs- und Minensuchverbände für das Unternehmen „Weserübung“.
| colspan="3" | Ende: Mit der Umgliederung der Sicherungskräfte im Frühjahr 1940 (März/April) wurde der Verband aufgelöst und das Personal sowie die Boote auf neue Einheiten verteilt.  
 
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Entwicklung der U-Jagd-Taktik: Die Geleitflottille diente als wichtigster Übungspartner für die U-Boot-Waffe. In gemeinsamen Manövern vor dem Krieg wurden hier die Taktiken der U-Boot-Abwehr erprobt, auf die deutsche U-Boote später bei der Royal Navy trafen.
+
 
 +
| Taktik-Entwicklung: || colspan="3" | Erprobung defensiver U-Jagd-Verfahren in Manövern; die hier gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die taktische Ausbildung der U-Boot-Kommandanten ein.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Sicherung der Auslaufwege: In den ersten Kriegsmonaten (1939/40) sicherte die Flottille die An- und Abmarschwege der U-Boote in der Nordsee, insbesondere beim Durchqueren der eigenen Minenwarngebiete.
+
 
 +
| Wegesicherung: || colspan="3" | In den ersten Kriegsmonaten (1939/40) Sicherstellung minenfreier und geschützter Korridore für auslaufende Frontboote in der hochgefährdeten Nordsee-Zone.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Kaderschmiede: Viele Offiziere, die später zur U-Boot-Waffe wechselten, erhielten hier ihre erste praktische Ausbildung im Kleinkrieg und in der Seemannschaft unter Kriegsbedingungen.
+
 
 +
| Kaderschmiede: || colspan="3" | Erste Frontverwendung für zahlreiche Offiziere, die nach dem Dienst in Cuxhaven zur U-Boot-Waffe wechselten und dort ihre Erfahrungen im Kleinkrieg anwendeten.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 +
 
 
|-
 
|-
| ||  
+
| ||
 
|-
 
|-
| BArch RM 65 / 3 || colspan="3" | Kriegstagebuch (KTB) der Geleitflottille. Dokumentiert die Einsätze in der Nordsee und die Sicherung der deutschen Bucht (1939/40).
+
 
 +
| BArch RM 65 / 3 || colspan="3" | Geleitflottille: Kriegstagebuch (KTB) mit detaillierten Berichten über die Einsätze in der Nordsee und die Sicherung der Deutschen Bucht (1939/40).
 
|-
 
|-
| BArch RM 121 / 142 || colspan="3" | Unterlagen zur organisationsgeschichtlichen Zusammenlegung der Sicherungsverbände im Jahr 1938.
+
 
 +
| BArch RM 121 / 142 || colspan="3" | Sicherungsverbände: Unterlagen zur organisationsgeschichtlichen Zusammenlegung der Geleitflottillen im Jahr 1938 zur Schaffung des Einheitsverbandes.
 
|-
 
|-
| BArch PERS 6 / [Aktennummer] || colspan="3" | Personalunterlagen von Offizieren, die zwischen 1938 und 1940 in Cuxhaven Dienst taten.
+
 
|-
+
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Invenio-Nachweis für Offiziersbiografien mit dokumentierten Dienstzeiten im Stab oder auf den Booten der Geleitflottille am Standort Cuxhaven.
| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/geleitflottillen.htm| → Geleitflottille]
 
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" | Literaturverweise
 
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zu den Geleitstreitkräften).
+
 
 +
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Sicherungsstreitkräfte: Die Geleitflottille und ihre operative Bedeutung).
 
|-
 
|-
| Herzog, Bodo || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine im Einsatz. (Statistische Daten zur Sicherungsleistung in der Nordsee bei Kriegsbeginn).
+
 
|-  
+
| Gröner, Erich || colspan="3" | „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 2: Geleitboote und Flottenbegleiter; technische Daten der in der Flottille eingesetzten Einheiten).
| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten. (Bietet Details zur taktischen Aufstellung in Cuxhaven und der Kooperation mit den U-Booten).
+
|-
 +
 
 +
| Tessin, Georg || colspan="3" | „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur systematischen Gliederung der Marineeinheiten im Bereich der Marinestation der Nordsee).
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 +
|-
 +
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" |
 
! colspan="3" |
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
 
|-
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
| ||
 
|-
 
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
|-
 
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
|-
 
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 11:20 Uhr

Verband Geleitflottille (1938–1940)
Die Geleitflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine, der im Oktober 1938 zur Koordination von Geleitschutz und U-Jagd in der Nordsee geschaffen wurde. Entstanden aus der Zusammenlegung der 1. und 2. Geleitflottille mit Hauptstützpunkt in Cuxhaven, fungierte der Verband als wichtigster taktischer Übungspartner für die U-Boot-Waffe vor Kriegsbeginn. In gemeinsamen Manövern wurden hier die Abwehrtaktiken erprobt, auf die deutsche U-Boote später im Atlantik trafen. Nach Kriegsausbruch sicherte die Flottille die lebensnotwendigen An- und Abmarschwege der Front-U-Boote durch die deutschen Minenwarngebiete der Nordsee, bevor sie im Frühjahr 1940 im Zuge einer umfassenden Umgliederung der Sicherungskräfte aufgelöst wurde.
Historischer Kontext & Einsatz
Aufstellung: Formierung im Oktober 1938 durch die organisatorische Verschmelzung der bestehenden 1. und 2. Geleitflottille zur Straffung der Befehlswege.
Standort: Cuxhaven; strategische Positionierung zur Überwachung der Elbmündung und zur Sicherung der Deutschen Bucht gegen gegnerische U-Boot-Vorstöße.
Einsatzzeit: 1938 bis Frühjahr 1940; Schwerpunkt auf dem Schutz der eigenen Handelsschifffahrt und der Durchführung systematischer U-Jagd-Übungen unter Kriegsbedingungen.
Ende: Auflösung im März/April 1940; Verteilung des erfahrenen Personals und der Boote auf neu aufgestellte Sicherungs- und Minensuchverbände für das Unternehmen „Weserübung“.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Taktik-Entwicklung: Erprobung defensiver U-Jagd-Verfahren in Manövern; die hier gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die taktische Ausbildung der U-Boot-Kommandanten ein.
Wegesicherung: In den ersten Kriegsmonaten (1939/40) Sicherstellung minenfreier und geschützter Korridore für auslaufende Frontboote in der hochgefährdeten Nordsee-Zone.
Kaderschmiede: Erste Frontverwendung für zahlreiche Offiziere, die nach dem Dienst in Cuxhaven zur U-Boot-Waffe wechselten und dort ihre Erfahrungen im Kleinkrieg anwendeten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 / 3 Geleitflottille: Kriegstagebuch (KTB) mit detaillierten Berichten über die Einsätze in der Nordsee und die Sicherung der Deutschen Bucht (1939/40).
BArch RM 121 / 142 Sicherungsverbände: Unterlagen zur organisationsgeschichtlichen Zusammenlegung der Geleitflottillen im Jahr 1938 zur Schaffung des Einheitsverbandes.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Offiziersbiografien mit dokumentierten Dienstzeiten im Stab oder auf den Booten der Geleitflottille am Standort Cuxhaven.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Sicherungsstreitkräfte: Die Geleitflottille und ihre operative Bedeutung).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 2: Geleitboote und Flottenbegleiter; technische Daten der in der Flottille eingesetzten Einheiten).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur systematischen Gliederung der Marineeinheiten im Bereich der Marinestation der Nordsee).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132