Aktionen

Führer der U-Boote West: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
+
|
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
  
{| class="wikitable"
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Dienststelle
! '''Führer der U-Boote West''' (F.d.U. West)
+
! '''Führer der Unterseeboote West (F.d.U. West)'''
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| colspan="3" | Die Dienststelle des F.d.U. West durchlief zwei Phasen: 1939 fungierte Kapitän zur See Dönitz kurzzeitig als F.d.U. West in Wilhelmshaven, bevor die Stelle nach Abschluss der Polen-Operationen aufgelöst wurde. Im Juli 1942 erfolgte die Neuaufstellung in Paris unter Kapitän zur See Hans-Rudolf Rösing. Ab Frühjahr 1943 operierte der Stab von Angers aus. Dem F.d.U. West oblagen primär administrative Aufgaben: Ein- und Auslaufregelungen, die Stellung von Geleitschutz sowie Werft- und Stützpunktfragen im besetzten Frankreich. Operative Führungsentscheidungen verblieben beim B.d.U. Im August 1944 verlegte der Stab infolge der Invasionskämpfe nach Bergen (Norwegen), wo ihm die Stützpunkte Bergen, Kristiansand-Süd und Stavanger unterstellt wurden. In dieser Phase schieden die in Frankreich verbleibenden Flottillen aus, während neue Verbände wie die 11. und 33. U-Flottille hinzutraten.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 +
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Mit Zuspitzung der politischen Lage trat am 18.08.1939 eine Neuorganisation beim F.d.U. in Kraft. Der F.d.U., Kapitän zur See und Kommodore Dönitz, sollte als F.d.U. Seekriegsleitung (Skl) mit seinem aktiven Stab jeweils an der Stelle eingesetzt werden (Ostsee oder Nordsee), an der der Schwerpunkt der Unterseebootseinsätze liegen würde. Da zunächst nur mit einem Krieg gegen Polen gerechnet wurde, fungierte der F.d.U. Seekriegsleitung (Skl) am 18.08.1939 mit seinem Stab in Swinemünde gleichzeitig als Führer der U-Boot Ost, während am gleichen Tag die Dienststelle des ''Führers der U-Boote''' gebildet wurde. Nach der Flucht der polnischen Kriegsschiffe nach England verlegte der Kapitän zur See und Kommodore Dönitz am 31. August 1939 nach Wilhelmshaven, wo er am dem 1. September 1939 als F.d.U. West fungierte, während Fregattenkapitän Schomburg zum F.d.U. Ost ernannt wurde. Am 19.09.1939 kamen die Operationen in der Ostsee zum Erliegen, so dass der F.d.U. Ost und der F.d.U. West aufgelöst wurde. Es gab fortan nur noch den F.d.U.
+
 
 +
| Phase I (1939): || colspan="3" | Kurzzeitige Formierung am 01.09.1939 in Wilhelmshaven zur Schwerpunktbildung im Westen; Auflösung am 19.09.1939 nach Einstellung der Ostsee-Operationen.
 +
|-
 +
 
 +
| Phase II (1942): || colspan="3" | Juli 1942: Neuaufstellung in Paris; Stab zunächst nur aus dem F.d.U. West und einem Richter bestehend; enge personelle Verzahnung mit dem B.d.U.-Stab.
 +
|-
 +
 
 +
| Standort Angers: || colspan="3" | Frühjahr 1943: Verlegung und Vollausbau des Stabes in Angers zur besseren Koordination der Atlantik-Flottillen und der logistischen Infrastruktur.
 +
|-
 +
 
 +
| Verlagerung 1944: || colspan="3" | August 1944: Evakuierung aus Frankreich nach Bergen; strategische Neuausrichtung auf den Schutz der norwegischen Küste und der Eismeer-Operationen.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Spezifische operative Details & Aufgaben
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Kompetenzen: || colspan="3" | Keine operative Einsatzleitung der Boote auf See; Fokus auf die truppendienstliche Führung der Flottillen und die Einsatzbereitschaft in den Stützpunkten.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Dienststelle des F.d.U. West wurde im Juli 1942 in Paris in Frankreich neu aufgestellt. Der Stab bestand bis Frühjahr 1943 nur aus dem F.d.U. West, Kapitän zur See Rösing, der auch weiterhin die Geschäfte im Stab des B.d.U. wahrnahm, sowie einem Richter. Im Frühjahr 1943 verlegte der F.d.U. West von Paris nach Angers, wo der Stab voll besetzt wurde. Der F.d.U. West hatte keine operativen Führungsaufgaben. Ihm oblagen lediglich Ein- und Auslaufregelungen, Geleitzuggestellung sowie die Regelung aller Stützpunkt- und Werftfragen. Die Flottillen waren dem F.d.U. lediglich truppendienstlich unterstellt.
+
 
 +
| Geleitzicherung: || colspan="3" | Organisation des Nahschutzes für ein- und auslaufende U-Boote in der Biskaya durch Zusammenarbeit mit den Sicherungs-Divisionen und der Luftwaffe.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Der F.d.U. West verlegte im August 1944 nach Bergen in Norwegen, wo ihm die norwegischen U-Boot-Stützpunkte Bergen, Kristiansand-Süd und Stavanger zu seinem Befehlsbereich zugeordnet wurden. Die in Frankreich verbleibenden Flottillen schieden aus dem Befehlsbereich des F.d.U. West aus. Dafür wurden ihm die neu aufgestellte 11. und 33. Unterseeboots-Flottille unterstellt. Der F.d.U. West bestand bis Kriegsende.
+
 
 +
| Werftmanagement: || colspan="3" | Zentrale Steuerung der Instandsetzungsarbeiten in den U-Boot-Bunkern (Keroman, La Pallice etc.) zur Minimierung der Liegezeiten zwischen den Unternehmungen.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | '''Dem F.d.U. West unterstanden:'''
+
! colspan="3" | Unterstellte Verbände (Verlinkt)
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | [[1. U-Flottille]] - [[2. U-Flottille]] - [[3. U-Flottille]] - [[6. U-Flottille]] - [[7. U-Flottille]] - [[9. U-Flottille]] - [[10. U-Flottille]] - [[11. U-Flottille]] - [[12. U-Flottille]] - [[13. U-Flottille]].
+
 
 +
| Atlantik-Phase: || colspan="3" | [[1. U-Flottille]], [[2. U-Flottille]], [[3. U-Flottille]], [[6. U-Flottille]], [[7. U-Flottille]], [[9. U-Flottille]], [[10. U-Flottille]], [[12. U-Flottille]]
 +
|-
 +
 
 +
| Norwegen-Phase: || colspan="3" | [[11. U-Flottille]], [[13. U-Flottille]], [[33. U-Flottille]]
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| ||  
+
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenangabe
+
 
 +
| BArch RM 87 || colspan="3" | B.d.U.: Akten zur Neuorganisation der F.d.U.-Dienststellen und Korrespondenz mit dem F.d.U. West (Paris/Angers).
 
|-
 
|-
| ||  
+
 
 +
| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Akten zur strategischen Verlegung des F.d.U. West nach Norwegen im August 1944 und der Neuzuweisung der Befehlsbereiche.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Lexikon der Wehrmacht [https://lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/FdU/FdUWest-R.htm | → Führer der U-Boote West]
+
 
 +
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Invenio-Nachweis für Stabsoffiziere (z.B. Hans-Rudolf Rösing) mit dokumentierten Verwendungen im Stab des F.d.U. West.
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" |
+
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
 
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
 
 +
| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation der Befehlshaber und regionalen Führer der U-Boote).
 +
|-
 +
 
 +
| Hessler, Günter || colspan="3" | The U-Boat War in the Atlantic (Detaillierte Analyse der Befehlskette und der logistischen Aufgaben des F.d.U. West in Frankreich).
 +
|-
 +
 
 +
| Herzog, Bodo || colspan="3" | Deutsche U-Boote 1906–1966 (Zusammenfassung der regionalen Kommandostrukturen und Verzeichnis der Flottillenunterstellungen).
 
|-
 
|-
 +
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
+
 
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
+
! colspan="3" |
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
 +
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 +
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 1. März 2026, 08:58 Uhr

Dienststelle Führer der Unterseeboote West (F.d.U. West)
Die Dienststelle des F.d.U. West durchlief zwei Phasen: 1939 fungierte Kapitän zur See Dönitz kurzzeitig als F.d.U. West in Wilhelmshaven, bevor die Stelle nach Abschluss der Polen-Operationen aufgelöst wurde. Im Juli 1942 erfolgte die Neuaufstellung in Paris unter Kapitän zur See Hans-Rudolf Rösing. Ab Frühjahr 1943 operierte der Stab von Angers aus. Dem F.d.U. West oblagen primär administrative Aufgaben: Ein- und Auslaufregelungen, die Stellung von Geleitschutz sowie Werft- und Stützpunktfragen im besetzten Frankreich. Operative Führungsentscheidungen verblieben beim B.d.U. Im August 1944 verlegte der Stab infolge der Invasionskämpfe nach Bergen (Norwegen), wo ihm die Stützpunkte Bergen, Kristiansand-Süd und Stavanger unterstellt wurden. In dieser Phase schieden die in Frankreich verbleibenden Flottillen aus, während neue Verbände wie die 11. und 33. U-Flottille hinzutraten.
Historischer Kontext & Organisation
Phase I (1939): Kurzzeitige Formierung am 01.09.1939 in Wilhelmshaven zur Schwerpunktbildung im Westen; Auflösung am 19.09.1939 nach Einstellung der Ostsee-Operationen.
Phase II (1942): Juli 1942: Neuaufstellung in Paris; Stab zunächst nur aus dem F.d.U. West und einem Richter bestehend; enge personelle Verzahnung mit dem B.d.U.-Stab.
Standort Angers: Frühjahr 1943: Verlegung und Vollausbau des Stabes in Angers zur besseren Koordination der Atlantik-Flottillen und der logistischen Infrastruktur.
Verlagerung 1944: August 1944: Evakuierung aus Frankreich nach Bergen; strategische Neuausrichtung auf den Schutz der norwegischen Küste und der Eismeer-Operationen.
Spezifische operative Details & Aufgaben
Kompetenzen: Keine operative Einsatzleitung der Boote auf See; Fokus auf die truppendienstliche Führung der Flottillen und die Einsatzbereitschaft in den Stützpunkten.
Geleitzicherung: Organisation des Nahschutzes für ein- und auslaufende U-Boote in der Biskaya durch Zusammenarbeit mit den Sicherungs-Divisionen und der Luftwaffe.
Werftmanagement: Zentrale Steuerung der Instandsetzungsarbeiten in den U-Boot-Bunkern (Keroman, La Pallice etc.) zur Minimierung der Liegezeiten zwischen den Unternehmungen.
Unterstellte Verbände (Verlinkt)
Atlantik-Phase: 1. U-Flottille, 2. U-Flottille, 3. U-Flottille, 6. U-Flottille, 7. U-Flottille, 9. U-Flottille, 10. U-Flottille, 12. U-Flottille
Norwegen-Phase: 11. U-Flottille, 13. U-Flottille, 33. U-Flottille
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 B.d.U.: Akten zur Neuorganisation der F.d.U.-Dienststellen und Korrespondenz mit dem F.d.U. West (Paris/Angers).
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Akten zur strategischen Verlegung des F.d.U. West nach Norwegen im August 1944 und der Neuzuweisung der Befehlsbereiche.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Stabsoffiziere (z.B. Hans-Rudolf Rösing) mit dokumentierten Verwendungen im Stab des F.d.U. West.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation der Befehlshaber und regionalen Führer der U-Boote).
Hessler, Günter The U-Boat War in the Atlantic (Detaillierte Analyse der Befehlskette und der logistischen Aufgaben des F.d.U. West in Frankreich).
Herzog, Bodo Deutsche U-Boote 1906–1966 (Zusammenfassung der regionalen Kommandostrukturen und Verzeichnis der Flottillenunterstellungen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132