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Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See): Unterschied zwischen den Versionen

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! '''Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See)'''
 
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| colspan="3" | Das Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See) – oft abgekürzt als Kpf. S. u. E. (See) – war eine zentrale administrative Dienststelle der Luftwaffe, die speziell für die Ausbildung des fliegenden Personals über See zuständig war. Für die U-Boot-Waffe war diese Einrichtung essenziell, da sie die Beobachter und Piloten schulte, die später die Zusammenarbeit mit den Booten (Aufklärung, Geleitschutz) sicherstellen mussten.
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| colspan="3" | Das Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See) war eine zentrale Dienststelle der Luftwaffe, die in enger Kooperation mit der Kriegsmarine für die Ausbildung des fliegenden und technischen Personals im Bereich der See- und Bordfliegerverbände verantwortlich war. Es koordinierte die Ausbildung an den Seefliegerschulen, die Bereitstellung von Ersatzmannschaften sowie die Fachschulung für den Dienst auf Bordflugzeugen und Küstenaufklärern. Die Dienststelle bildete das logistische und personelle Rückgrat für die seegestützten Luftwaffeneinheiten.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Aufgaben
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Die Dienststelle wurde im Zuge des Aufbaus der Luftwaffe in den 1930er Jahren geschaffen, um die speziellen Anforderungen des Seekriegs (Navigation über Wasser, Seezielidentifikation) in der Ausbildung zu bündeln.
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| Aufgaben: || colspan="3" | Leitung der Seefliegerhorste; Überwachung der Pilotenausbildung (See); Aufstellung von Ersatzabteilungen; Koordination der technischen Wartungsschulung.
 
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| colspan="3" | Sitz: Das Kommando befand sich in Putbus auf Rügen.
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| Standort: || colspan="3" | Einsatz vornehmlich im Bereich der Luftkreiskommandos Nord und Ost; Sitz des Stabes wechselte kriegsbedingt (u. a. im Bereich der Ostseeküste).
 
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| colspan="3" | Struktur: Es unterstand dem Höheren Fliegerausbildungskommando und arbeitete eng mit dem Führer der See-Luftstreitkräfte zusammen.
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| Qualifikation: || colspan="3" | Führung durch erfahrene Offiziere der Luftwaffe mit fundierten Kenntnissen in der See-Fliegerei und der Zusammenarbeit mit Marinedienststellen.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 und der Auflösung der Luftwaffenstruktur wurde das Kommando offiziell aufgelöst.
 
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! colspan="3" | Aufgaben und Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale
 
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| colspan="3" | Spezialausbildung: Koordination der Flugzeugführerschulen (See) und Fliegerschützen-Ersatzabteilungen (See). Hier lernten die Besatzungen das Handwerk für Maschinen wie die He 115 oder die BV 138, die direkt für die U-Boot-Sicherung und Fernaufklärung eingesetzt wurden.
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| Kooperation: || colspan="3" | Schnittstellenfunktion zwischen der Luftwaffe (RLM) und der Kriegsmarine (OKM) zur Sicherstellung der bordgestützten Fliegerei auf großen Einheiten.
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| colspan="3" | Beobachterausbildung: Ausbildung von See-Beobachtern, die oft ehemalige Marineoffiziere waren. Diese Männer waren die "Dolmetscher" zwischen Flugzeug und U-Boot, da sie die taktischen Signale und Bedürfnisse des B.d.U. verstanden.
 
 
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| colspan="3" | Ersatzgestellung: Verwaltung und Bereitstellung von personellem Ersatz für die im Einsatz befindlichen Küstenfliegergruppen (wie die Kü.Fl.Gr. 506).
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| Ausbildung: || colspan="3" | Durchführung von Speziallehrgängen für Katapultstarts, Wasserlandungen und die Zusammenarbeit mit Überwasser- sowie Unterwasserstreitkräften.
 
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| colspan="3" | Technologietransfer: Einführung neuer Verfahren zur See-U-Jagd und Rettung eigener U-Boot-Besatzungen (Seenotdienst).
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| Personalpool: || colspan="3" | Verwaltung der Personalreserven für die Küstenfliegergruppen und die Bordfliegerstaffeln (z. B. 196. Bordfliegergruppe).
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| BArch RL 11 || colspan="3" | Schulen und Ausbildungseinrichtungen der Luftwaffe. Hier liegen die Lehrgangspläne und Organisationsakten des Kommandos in Putbus.
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| Fernaufklärung: || colspan="3" | Die Absolventen der Schulen führten die für die U-Boot-Waffe lebenswichtige Fernaufklärung zur Ortung alliierter Geleitzüge durch (z. B. mit Fw 200).
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Dokumentiert bei Offizieren der Marine die Kommandierung zum Kpf. S. u. E. (See) zur Fachausbildung.
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| Luftschutz: || colspan="3" | Ausbildung des Personals für die Luftsicherung der U-Boot-Ansteuerungswege in der Nordsee und im Nordatlantik.
 
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung. Enthält Protokolle über die Abstimmung der Ausbildungskapazitäten zwischen Marine und Luftwaffe.
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| Bordflieger: || colspan="3" | Schulung des Personals für die Erprobung von bordgestützten Aufklärungsmitteln, die zeitweise für große U-Boot-Typen in Erwägung gezogen wurden.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Karl-Heinz Völker || colspan="3" | Die deutsche Luftwaffe 1933–1939. Aufbau, Struktur und staatsökonomische Grundlagen.
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| BArch RL 8 || colspan="3" | Luftwaffe / Schulen und Ausbildung: Akten über die Organisation der Seefliegerhorste und Ersatzabteilungen (See).
 
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| Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Marine-Luftwaffe).
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die Zusammenarbeit mit den Fliegerschulen der Luftwaffe im Bereich der Küstensicherung.
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| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die Kommandierung von Fachpersonal zu den Seeflieger-Ausbildungsstätten.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Luftwaffe und Marine: Ausbildung See).
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| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Struktur der Schulen und Ergänzungsgruppen).
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| Green, William || colspan="3" | „Warplanes of the Third Reich“ (Details zur Ausbildung und zum Einsatz der Seeflugzeuge).
 
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Aktuelle Version vom 4. März 2026, 13:29 Uhr

Dienststelle Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See)
Das Kommando der Fliegerschulen und Ersatzabteilungen (See) war eine zentrale Dienststelle der Luftwaffe, die in enger Kooperation mit der Kriegsmarine für die Ausbildung des fliegenden und technischen Personals im Bereich der See- und Bordfliegerverbände verantwortlich war. Es koordinierte die Ausbildung an den Seefliegerschulen, die Bereitstellung von Ersatzmannschaften sowie die Fachschulung für den Dienst auf Bordflugzeugen und Küstenaufklärern. Die Dienststelle bildete das logistische und personelle Rückgrat für die seegestützten Luftwaffeneinheiten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Leitung der Seefliegerhorste; Überwachung der Pilotenausbildung (See); Aufstellung von Ersatzabteilungen; Koordination der technischen Wartungsschulung.
Standort: Einsatz vornehmlich im Bereich der Luftkreiskommandos Nord und Ost; Sitz des Stabes wechselte kriegsbedingt (u. a. im Bereich der Ostseeküste).
Qualifikation: Führung durch erfahrene Offiziere der Luftwaffe mit fundierten Kenntnissen in der See-Fliegerei und der Zusammenarbeit mit Marinedienststellen.
Ende 1945: Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 und der Auflösung der Luftwaffenstruktur wurde das Kommando offiziell aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Kooperation: Schnittstellenfunktion zwischen der Luftwaffe (RLM) und der Kriegsmarine (OKM) zur Sicherstellung der bordgestützten Fliegerei auf großen Einheiten.
Ausbildung: Durchführung von Speziallehrgängen für Katapultstarts, Wasserlandungen und die Zusammenarbeit mit Überwasser- sowie Unterwasserstreitkräften.
Personalpool: Verwaltung der Personalreserven für die Küstenfliegergruppen und die Bordfliegerstaffeln (z. B. 196. Bordfliegergruppe).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fernaufklärung: Die Absolventen der Schulen führten die für die U-Boot-Waffe lebenswichtige Fernaufklärung zur Ortung alliierter Geleitzüge durch (z. B. mit Fw 200).
Luftschutz: Ausbildung des Personals für die Luftsicherung der U-Boot-Ansteuerungswege in der Nordsee und im Nordatlantik.
Bordflieger: Schulung des Personals für die Erprobung von bordgestützten Aufklärungsmitteln, die zeitweise für große U-Boot-Typen in Erwägung gezogen wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 8 Luftwaffe / Schulen und Ausbildung: Akten über die Organisation der Seefliegerhorste und Ersatzabteilungen (See).
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Zusammenarbeit mit den Fliegerschulen der Luftwaffe im Bereich der Küstensicherung.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Kommandierung von Fachpersonal zu den Seeflieger-Ausbildungsstätten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Luftwaffe und Marine: Ausbildung See).
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Struktur der Schulen und Ergänzungsgruppen).
Green, William „Warplanes of the Third Reich“ (Details zur Ausbildung und zum Einsatz der Seeflugzeuge).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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