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Netzsperrverband: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der Netzsperrverband war die zentrale Instanz für die Planung, Errichtung und Wartung von Unterwasser-Hindernissen (Netzsperren); er schützte sowohl die Heimatbasen als auch die operativen Stützpunkte der Kriegsmarine weltweit vor Unterwasserangriffen.
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| colspan="3" | Der Netzsperrverband war eine spezialisierte Organisation der Kriegsmarine, die für den Schutz von Häfen, Buchten und strategischen Durchfahrten gegen das Eindringen feindlicher U-Boote und Torpedos verantwortlich war. Er betrieb und wartete physische Sperreinrichtungen wie Netzsperren, Balkensperren und Kettensperren. Der Verband verfügte über eine Vielzahl spezialisierter Fahrzeuge, darunter Netzleger und Netztender. Administrativ unterstand er dem Sperrwaffeninspektor, operativ den jeweiligen Befehlshabern der Sicherungsbereiche.
 
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Die Gründung erfolgte im September 1939 in Kiel. Er fungierte als Stammverband („Mutterverband“) für alle später gebildeten Netzsperrflottillen.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert vor Kriegsbeginn zur Sicherung der großen Kriegshäfen; im Kriegsverlauf massiv ausgedehnt auf alle besetzten Gebiete von Norwegen bis Frankreich.
 
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| colspan="3" | Standorte: Geführt wurde der Verband bis 1943 von Kiel-Friedrichsort aus, danach erfolgte die Verlegung nach Travemünde. Die logistische Basis bildete das Marinesperrzeugamt Kiel-Dietrichsdorf.
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| Gliederung: || colspan="3" | Unterteilung in regionale Netzsperrflottillen und Gruppen, die jeweils für spezifische Abschnitte (z.B. Netzsperrflottille Nord, Mitte, Süd) zuständig waren.
 
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| colspan="3" | Unterstellung: Operativ unterstand der Verband dem Befehlshaber der Sicherung der Ostsee (B.S.O.).
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| Aufgabe: || colspan="3" | Auslegen, Verankern und Warten von U-Boot-Schutznetzen; Öffnen und Schließen von Netztoren für eigene Einheiten; Überwachung der Sperren.
 
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| colspan="3" | Ende: Die Auflösung erfolgte nach Kriegsende im Juni 1945.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Mit der Kapitulation im Mai 1945 wurde der Verband aufgelöst; das Gerät wurde teilweise zur Sicherung von Schiffen während der Demobilisierung genutzt.
 
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! colspan="3" | Operative Schwerpunkte (1939–1945)
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale
 
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| colspan="3" | Heimatschutz: Errichtung von Hafensperren in der Kieler Bucht sowie Sicherung der Elbe-, Weser- und Jademündungen.
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| Netztore: || colspan="3" | Betrieb von mechanisch öffnenden Netztoren in den Hafeneinfahrten, um eigenen Einheiten die Passage zu ermöglichen, während der Schutz gewahrt blieb.
 
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| colspan="3" | Strategische Engstellen: Absperrung der dänischen Belte und Sunde sowie großflächige U-Netzsperren im Finnischen Meerbusen (zur Blockade der sowjetischen U-Boote).
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| Technik: || colspan="3" | Verwendung von schweren Stahlnetzen, die mit Bojen und Ankern fixiert wurden, um auch Torpedoangriffe auf vor Anker liegende Schiffe abzuwehren.
 
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| colspan="3" | Schutz schwerer Einheiten: Bau von speziellen Netzkästen (Torpedoschutz) für Schlachtschiffe wie die Tirpitz (z. B. in der Bogenbucht und im Altafjord) sowie für Einheiten in Brest und La Pallice.
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| Überwachung: || colspan="3" | Koordination mit Horchstellen (Unterwasserakustik), um bei Kontaktversuchen an den Netzen sofortigen Alarm für die Sicherungskräfte auszulösen.
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| colspan="3" | Internationaler Einsatz: Operationen im Schwarzen Meer (Kertsch, Odessa, Sewastopol) sowie an den Mittelmeerküsten Italiens und Griechenlands (Sudabucht).
 
 
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| colspan="3" | Sicherung der Stützpunkte: Die Netzsperren waren die wichtigste Verteidigungslinie der U-Boot-Bunker in Frankreich (z. B. Brest, La Pallice) gegen britische Kleinst-U-Boote und Torpedos.
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| Stützpunktschutz: || colspan="3" | Der Netzsperrverband sicherte die U-Boot-Bunker und Liegeplätze in Lorient, Brest und Bergen gegen Kommandounternehmen und Kleinst-U-Boote.
 
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| colspan="3" | Ausbildungsschutz: In der Ostsee schützten die Sperren des Verbandes die Übungsgebiete der U-Boot-Lehrdivisionen vor feindlicher Aufklärung und Angriffen.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Sicherung der Erprobungsgebiete in der Ostsee, damit Schulboote während ihrer Tauchübungen vor unbefugten Angriffen geschützt waren.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet ein Dienst beim Netzsperrverband eine hochspezialisierte Ausbildung in der Sperrwaffentechnik.
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| Passagen: || colspan="3" | Enge Abstimmung mit den ein- und auslaufenden U-Booten beim Passieren der Netztore zur Vermeidung von Kollisionen oder Verhedderungen.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 54 / 112 || colspan="3" | Akten des Befehlshabers der Sicherung der Ostsee zur Einsatzführung des Netzsperrverbandes
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| BArch RM 26 || colspan="3" | Sperrwaffeninspektion: Akten über die technische Entwicklung und Organisation des Netzsperrwesens.
 
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| BArch RM 62 / [Nr.] || colspan="3" | Kriegstagebücher (KTB) des Netzsperrverbandes (Dokumentation der Operationen im Mittelmeer und Finnischen Meerbusen)
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| BArch RM 62 || colspan="3" | Sicherungsverbände: Unterlagen über den Einsatz der Netzsperrflottillen in den besetzten Gebieten Frankreichs und Norwegens.
 
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zur strategischen Planung von Hafensperren
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere und Spezialpersonal im Dienst des Netzsperrverbandes.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Vorgeschichte der Sperrwaffen)
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Waffenwesen: Das Netzsperrwesen).
 
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| Lawrenz, Hans-Joachim: || colspan="3" | Die Marine-Sperrwaffen bis 1945 (Technik und Einsatzgeschichte der Minen- und Netzsperren)
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| Jung / Wenzel || colspan="3" | „Die Schiffe des Netzsperrverbandes“ (Detaillierte Liste und Einsatzgeschichte der Netzleger und Tender).
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| Wegner, Günter || colspan="3" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Netzsperrverbände).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" |   Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
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Aktuelle Version vom 5. März 2026, 10:56 Uhr

Verband Netzsperrverband
Der Netzsperrverband war eine spezialisierte Organisation der Kriegsmarine, die für den Schutz von Häfen, Buchten und strategischen Durchfahrten gegen das Eindringen feindlicher U-Boote und Torpedos verantwortlich war. Er betrieb und wartete physische Sperreinrichtungen wie Netzsperren, Balkensperren und Kettensperren. Der Verband verfügte über eine Vielzahl spezialisierter Fahrzeuge, darunter Netzleger und Netztender. Administrativ unterstand er dem Sperrwaffeninspektor, operativ den jeweiligen Befehlshabern der Sicherungsbereiche.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert vor Kriegsbeginn zur Sicherung der großen Kriegshäfen; im Kriegsverlauf massiv ausgedehnt auf alle besetzten Gebiete von Norwegen bis Frankreich.
Gliederung: Unterteilung in regionale Netzsperrflottillen und Gruppen, die jeweils für spezifische Abschnitte (z.B. Netzsperrflottille Nord, Mitte, Süd) zuständig waren.
Aufgabe: Auslegen, Verankern und Warten von U-Boot-Schutznetzen; Öffnen und Schließen von Netztoren für eigene Einheiten; Überwachung der Sperren.
Ende 1945: Mit der Kapitulation im Mai 1945 wurde der Verband aufgelöst; das Gerät wurde teilweise zur Sicherung von Schiffen während der Demobilisierung genutzt.
Spezifische Merkmale
Netztore: Betrieb von mechanisch öffnenden Netztoren in den Hafeneinfahrten, um eigenen Einheiten die Passage zu ermöglichen, während der Schutz gewahrt blieb.
Technik: Verwendung von schweren Stahlnetzen, die mit Bojen und Ankern fixiert wurden, um auch Torpedoangriffe auf vor Anker liegende Schiffe abzuwehren.
Überwachung: Koordination mit Horchstellen (Unterwasserakustik), um bei Kontaktversuchen an den Netzen sofortigen Alarm für die Sicherungskräfte auszulösen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktschutz: Der Netzsperrverband sicherte die U-Boot-Bunker und Liegeplätze in Lorient, Brest und Bergen gegen Kommandounternehmen und Kleinst-U-Boote.
Ausbildung: Sicherung der Erprobungsgebiete in der Ostsee, damit Schulboote während ihrer Tauchübungen vor unbefugten Angriffen geschützt waren.
Passagen: Enge Abstimmung mit den ein- und auslaufenden U-Booten beim Passieren der Netztore zur Vermeidung von Kollisionen oder Verhedderungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 26 Sperrwaffeninspektion: Akten über die technische Entwicklung und Organisation des Netzsperrwesens.
BArch RM 62 Sicherungsverbände: Unterlagen über den Einsatz der Netzsperrflottillen in den besetzten Gebieten Frankreichs und Norwegens.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere und Spezialpersonal im Dienst des Netzsperrverbandes.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Waffenwesen: Das Netzsperrwesen).
Jung / Wenzel „Die Schiffe des Netzsperrverbandes“ (Detaillierte Liste und Einsatzgeschichte der Netzleger und Tender).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Netzsperrverbände).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132