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| Datenblatt
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Lehrgang für Verwaltungsoffiziere
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| Der Lehrgang für Verwaltungsoffiziere (auch als Marine-Stabszahlmeister-Lehrgang oder Marine-Verwaltungs-Lehrgang bezeichnet) war die administrative Lebensader. Während Seeoffiziere für das Torpedoschiessen geschult wurden, sicherten diese Offiziere die materielle und personelle Basis der Flottillen.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Entstehung: Die spezialisierte Ausbildung für die Verwaltungslaufbahn (V) wurde an der Marineverwaltungsschule (später Marine-Kriegsschule für Verwaltung) in Kiel-Hassee (nach 1943 teilweise nach Heiligenhafen verlegt) durchgeführt.
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| Funktion: Ausbildung zur Leitung der administrativen Prozesse einer Marineeinheit.
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| Inhalte: Gebührniswesen (Besoldung), Verpflegungswesen, Bekleidungswirtschaft, Haushaltsrecht der Wehrmacht sowie die Organisation von Lazaretten und Logistikstützpunkten.
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| Dienststellung: Nach dem Lehrgang wurden die Offiziere meist als Verwaltungsoffiziere im Stab einer Flottille oder eines Stützpunktes eingesetzt.
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| Ende: Die Lehrgänge liefen bis Frühjahr 1945. In der Endphase lag der Fokus auf der Aufrechterhaltung der Versorgung unter massiven Bombenschäden.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Flottillenverwaltung: In jeder U-Boot-Flottille (z. B. der 7. U-Flottille in St. Nazaire) saß ein Absolvent dieses Lehrgangs. Er war verantwortlich dafür, dass die Boote vor dem Auslaufen mit Proviant und Ausrüstung (Ersatzteile, Bekleidung) versorgt wurden.
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| Personalverwaltung: Die korrekte Führung der Soldbücher, die Auszahlung von Wehrsold und Familienunterstützung für die oft monatelang abwesenden Besatzungen unterstand diesen Offizieren.
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| Reserve-Offiziere: Viele Reserve-Offizieren (R.O.A.), die im zivilen Leben Kaufleute oder Juristen waren, begannen mit diesem Lehrgang, bevor sie (oft nach einer Umschulung) in den aktiven Dienst auf U-Booten wechselten.
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| Der Ablauf des Lehrgangs
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| Militärische Grundausbildung
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| Auch angehende Verwaltungsoffiziere mussten „Seesoldaten“ sein.
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| Dauer: 3 Monate.
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| Ort: Meist eine Schiffsstammabteilung (z. B. in Stralsund oder Leer).
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| Inhalt: Exerzieren, Waffenausbildung (Pistole/Gewehr), Geländedienst und Gehorsamsschulung.
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| Theoretischer Fachlehrgang (Die „Akademie“)
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| An der Marineverwaltungsschule (z. B. Kiel-Hassee).
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| Finanzwesen: Buchführung der Wehrmacht, Kassenführung (Führen der Truppenkasse), Devisenrecht (wichtig für Stützpunkte im Ausland wie Frankreich oder Norwegen).
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| Versorgungswirtschaft: Berechnung von Verpflegungssätzen (Kalorien für U-Boot-Besatzungen!), Bekleidungsverwaltung und Materialbeschaffung.
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| Recht: Militärstrafrecht, Gebührnisrecht (Wehrsold, Familienunterstützung) und Völkerrecht bezüglich Requirierungen in besetzten Gebieten.
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| Bürokratie: Aktenführung gemäß der Marinedienstvorschrift Nr. 32 (Personalverwaltung).
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| Das Bord- oder Stützpunktpraktikum
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| Einsatz: Kommandierung als „Zahlmeister-Anwärter“ auf ein größeres Schiff oder in den Stab einer U-Boot-Flottille.
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| Praxis: Erstellung von Verpflegungsmeldungen, Auszahlung des Wehrsoldes vor dem Auslaufen der Boote und Inventur in den Lagern.
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| Besonderheit für die U-Boot-Waffe
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| Verwaltungsoffiziere im Bereich der U-Boot-Stützpunkte mussten zusätzlich lernen, wie man Sonderverpflegung (die sogenannten „U-Boot-Pakete“) und die spezielle Bordbekleidung (Lederpäckchen) in den logistischen Kreislauf einspeist.
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| Quellenangabe
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| Bundesarchiv Signatur RM 20 |
Schulen und Bildungseinrichtungen. Invenio Online-Recherche. Enthält Lehrgangspläne der Marineverwaltungsschule.
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| Bundesarchiv Signatur PERS 6 |
Personalakten von Offizieren. In den Werdegängen von Offizieren der Verwaltungslaufbahn (gekennzeichnet durch ein „V“ oder „Z“ hinter dem Dienstgrad) ist dieser Lehrgang als Kernqualifikation gelistet.
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| Literaturverweise
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| Marinedienstvorschrift Nr. 32 |
Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Marine-Verwaltung).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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