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1. Räumbootsflottille

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Datenblatt 1. Räumbootsflottille
Die 1. Räumbootsflottille (1. R-Flottille) war eine der traditionsreichsten Sicherungseinheiten der Kriegsmarine. Für die U-Boot-Waffe war sie als „Wegbereiter“ in der Ostsee und im Nordmeer von zentraler Bedeutung, da sie die Operationsgebiete von Minen freihielt.
Historische Entwicklung und Standorte
Aufstellung: Herbst 1937 mit den Booten R 17 bis R 24.
Kriegsbeginn 1939: Zunächst direkt dem Befehlshaber der Sicherung der Ostsee unterstellt, ab Mitte September dem Führer der Minensuchboote Ost (F.d.M. Ost).
Norwegen (1940): Teilnahme an der Besetzung Norwegens. Beteiligung an der Eroberung von Horten (Marinestützpunkt), wobei R 17 verloren ging.
Westraum: Nach dem Norwegen-Feldzug Einsatz vor der holländischen Küste.
Ostfront (1942–1945): Verlegung in die Ostsee für den Russlandfeldzug. Dort verblieb die Flottille bis Kriegsende als wesentlicher Sicherungsverband
Operativer Werdegang
September 1939: Minenräumdienst in der Danziger Bucht unmittelbar nach Beginn des Polenfeldzugs.
1939 – 1940: Sicherungsdienst und Minensuche in der Ost- und Nordsee zur Freihaltung der deutschen Küstengewässer.
April 1940 (Unternehmen Weserübung): Teil der Kriegsschiffgruppe 5. Beteiligung an der riskanten Eroberung des Marinestützpunkts Horten sowie zahlreicher Inseln im Oslofjord.
1940 – 1941: Verlegung in den Westraum. Einsatz vor der holländischen Küste und im Ärmelkanal (Sicherung des Küstenverkehrs).
1942 – 1944: Verlegung an die Ostfront. Einsatz im Finnischen Meerbusen. Hauptaufgabe war das Auslegen massiver Minensperren (z. B. die „Seeigel“-Sperren), um die sowjetische Baltikflotte in Kronstadt zu blockieren.
1945: Rückzugskämpfe und Sicherungsdienst in der verbliebenen Ostsee.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Blockade der sowjetischen U-Boote: Durch die Minenoperationen im Finnenbusen (1942–44) verhinderte die Flottille den Ausbruch sowjetischer U-Boote in die mittlere Ostsee. Dies schützte die dortigen U-Boots-Lehrdivisionen und Erprobungsstellen.
Nautische Elite: Der Dienst in den flachen, minenverseuchten Gewässern des Finnenbusens galt als extrem gefährlich und schulte das nautische Personal (wie die Crews 38 bis 41) auf höchstem Niveau für spätere Aufgaben in der U-Boot-Waffe.
Hortens Infrastruktur: Die Eroberung von Horten (1940) sicherte der U-Boot-Waffe wichtige Werftkapazitäten und die Torpedo-Versuchsanstalt (TVA).
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 106/110-115 KTB 1. R-Flottille. Enthält die detaillierten Berichte über die Minenoperationen im Finnenbusen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung. Dokumentiert die strategische Entscheidung zur Blockade des Finnenbusens unter Beteiligung der R-Boote.
BArch PERS 6 Personalakten. Werdegänge von Offizieren, die für ihre Leistungen im Finnenbusen mit dem Minensuch-Abzeichen ausgezeichnet wurden.
Lexikon der Wehrmacht → 1. Räumbootsflottille
Literaturverweise
Hümmelchen, Gerhard Die deutschen Räumboote. (Detaillierte Chronik der 1. Flottille).
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt 160)
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung
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