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Reichswehrministerium

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Dienststelle Reichswehrministerium (RWM)
Das Reichswehrministerium war die oberste Reichsbehörde für die Verwaltung der Streitkräfte (Reichsheer und Reichsmarine) während der Weimarer Republik. Es wurde 1919 geschaffen, um die zivile Kontrolle über das Militär unter der Leitung des Reichswehrministers zu bündeln. Innerhalb des RWM agierten die Heeresleitung und die Marineleitung als eigenständige militärische Kommandostäbe. Mit dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 erfolgte die Umbenennung in Reichskriegsministerium.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Gegründet am 08.11.1919 als Nachfolgebehörde des preußischen Kriegsministeriums und des Reichsmarineamtes unter der Regierung der Weimarer Nationalversammlung.
Standort: Berlin, Bendlerstraße (Bendlerblock). Das Ministerium war das administrative Zentrum für die geheime und offene Militärplanung der Zwischenkriegszeit.
Aufgabe: Politische Leitung der Landesverteidigung, Aufstellung des Militärhaushalts sowie Koordination der rüstungswirtschaftlichen Belange.
Ende 1935: Am 21.05.1935 im Zuge der Umbenennung der Reichswehr in Wehrmacht in Reichskriegsministerium umbenannt.
Spezifische Merkmale
Marineleitung: Als Teil des RWM war die Marineleitung für den Wiederaufbau der Flotte im Rahmen der Versailler Beschränkungen verantwortlich.
Geheime Rüstung: Das RWM deckte die Finanzierung zahlreicher Geheimprojekte ab, um die technologische Basis der deutschen Rüstungsindustrie zu bewahren.
Ministeramt: Die einflussreichste politische Abteilung innerhalb des Ministeriums, die die Weichen für die spätere Wehrmachtsführung stellte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
IvS-Gründung: Das Reichswehrministerium genehmigte und finanzierte die klandestinen Aktivitäten des Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (IvS) in den Niederlanden.
Kadererhalt: Unter dem Dach des RWM wurden ehemalige U-Boot-Spezialisten der Kaiserlichen Marine in der Marineleitung gehalten.
Lohmann-Affäre: Ein bedeutender Skandal innerhalb des RWM im Jahr 1927, der die geheime Finanzierung von Rüstungsprojekten enthüllte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RW 1 Reichswehrministerium: Zentrale Akten über die Organisation, Verwaltung und Haushaltspolitik der Streitkräfte zwischen 1919 und 1935.
BArch RM 1 Marineleitung: Unterlagen zur strategischen Einordnung der Seestreitkräfte innerhalb des Ministeriums.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren im Stab des Reichswehrministeriums.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Historischer Rückblick: Das Reichswehrministerium).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur Rolle des RWM beim geheimen Wiederaufbau der U-Boot-Flotte).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS“ (Organisationsgeschichte des Reichswehrministeriums).
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