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1. U-Ausbildungsabteilung

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Dienststelle 1. Unterseebootsausbildungsabteilung (1. U.A.A.)
Die 1. U.A.A. war die zentrale Instanz für die fachliche Grundausbildung angehender U-Boot-Fahrer. Sie fungierte als Bindeglied zwischen der allgemeinen Schiffsstammabteilung und der praktischen Seeausbildung. Ihr Fokus lag auf der Vermittlung technischer und taktischer Basiskenntnisse in schulischer Form sowie an Modellen und Simulatoren an Land.
Standorte, Unterstellung & Geschichte
Hauptstandort: Plön (Schleswig-Holstein), Lager Stadtheide. Die übergeordnete Division operierte zudem in Neustadt i.H., Pillau und gegen Kriegsende in Hamburg-Finkenwerder.
Unterstellung: Ab Januar 1943 dem Höheren Kommando der Unterseebootsausbildung (H.K.U.) zugeordnet.
Kriegsende: Auflösung im März 1945 im Raum Hamburg. Einsatz von Teilen des Personals in Marine-Infanterie-Verbänden während der letzten Abwehrkämpfe.
Ausbildungsinhalte & Spezifische Besonderheiten
Besonderheit „Rundgang-Examen“: In Plön mussten die Schüler an großformatigen Wandtafeln und Schnittmodellen des Typs VII C im „Blind-Verfahren“ jedes Ventil und jede Leitung benennen. Dieses Auswendiglernen der Rohrpläne war die lebensnotwendige Basis für die spätere Leckabwehr unter Wasser.
Besonderheit „Tauchretter-Vorschulung“: Die 1. U.A.A. führte die theoretische und erste praktische Einweisung in den Dräger-Tauchretter durch. In kleinen Übungsbecken wurde das Atmen unter Widerstand und der Druckausgleich trainiert, bevor es zur „Härteprüfung“ nach Neustadt ging.
Besonderheit „Lager Stadtheide“: Das Ausbildungslager in Plön war bekannt für seinen extremen Fokus auf Ordnung und technische Disziplin. Die Schüler wurden darauf eingeschworen, dass „Schlamperei an Land den Tod auf See“ bedeutet.
Kommandeure
02.1940 – 05.1940: Fregattenkapitän Hans Rose.
06.1940 – 11.1941: Fregattenkapitän Albrecht Schmidt.
11.1941 – 04.1943: Kapitän zur See Lothar Zechlin.
07.1943 – 02.1945: Fregattenkapitän Friedrich-Karl Schünemann.
02.1945 – 05.1945: Fregattenkapitän Hans Pauckstadt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Auswahlfilter: Wer in Plön die theoretischen Hürden der Rohrpläne oder die Tauchretter-Einweisung nicht bestand, wurde ausgesondert und erreichte nie ein Schulboot.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert die 1. U.A.A. den Moment, in dem aus einem allgemeinen Marinesoldaten ein spezialisierter U-Boot-Fahrer wurde.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Unterseeboot-Ausbildungsabteilungen (Lehrgangsverzeichnisse und Organisationsunterlagen zur 1. U.A.A. Plön).
BArch RM 7 Seekriegsleitung (Richtlinien des H.K.U. zur Standardisierung der U-Boot-Grundausbildung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Ausbildungsorganisation).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Details zur personellen Struktur der Ausbildungseinheiten).
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