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| Datenblatt
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U-Lehrgang für Mannschaften
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| U-Lehrgang für Mannschaften war die obligatorische fachliche Basisausbildung für jeden Matrosen und Gefreiten, der nach der Grundausbildung zur U-Boot-Waffe versetzt wurde. Er diente dazu, die Soldaten physisch und technisch auf die extremen Bedingungen an Bord von U-Booten vorzubereiten.
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| Anfang, Ausbildungsorte und Dauer
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| Anfang: Die systematische Schulung begann ab 1935 an der U-Boots-Schule (später 1. Unterseeboots-Lehrdivision, 1. U.L.D.) in Neustadt in Holstein.
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| Die Ausbildung fand primär bei der 1. U-Lehrdivision (Pillau/Hamburg) oder der 2. U-Lehrdivision (Gotenhafen) statt. Die Dauer betrug im Regelfall vier bis sechs Wochen, wurde jedoch gegen Kriegsende (insbesondere für den Typ XXI) oft gestrafft.
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| Ausbildung
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| Tauchretter-Training: Das wichtigste Element war die Ausbildung am Tauchretter. In speziellen Tauchtöpfen mussten die Mannschaften das kontrollierte Aussteigen aus einem simulierten U-Boot-Wrack aus verschiedenen Tiefen üben. Dies diente nicht nur der Technikschulung, sondern auch als psychologisches Auswahlkriterium, um Soldaten mit Platzangst oder Panikneigung frühzeitig auszusortieren.
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| Tauch- und Trimmlehre: Auch die Mannschaften mussten die physikalischen Grundlagen des U-Bootes verstehen. Sie lernten das Zusammenspiel der Flut- und Entlüftungsventile sowie die Bedeutung der Gewichtsverteilung. Jeder Soldat, vom Obermatrosen bis zum Steuermannsschüler, musste wissen, wie das Boot in einer Notsituation (z. B. nach Wassereinbruch) stabilisiert werden kann.
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| Bordorganisation und Fachkunde: Der Lehrgang vermittelte die strikte Bordordnung gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293. Die Mannschaften wurden in ihre künftigen Rollen eingewiesen – etwa als Zentrale-Gast, Torpedogast oder Funkgast –, wobei sie die spezifischen Handgriffe lernten, die auf engstem Raum unter Stress fehlerfrei funktionieren mussten.
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| Abschluss und Versetzung: Erst nach bestandenem U-Lehrgang galt der Soldat als „U-Boot-tauglich“. Es folgte entweder die Kommandierung zur Baubelehrung eines Neubaus oder die Versetzung als Ersatzpersonal in die Personalreserve einer Frontflottille.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Physische und psychische Siebung: Der Lehrgang diente als härtester Filter. Nur wer im Druckkammer-Test und bei den Tauchübungen im Ausbildungsturm keine Klaustrophobie zeigte, durfte bleiben.
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| Schaffung von Allroundern: Da im Notfall jeder Mann jeden Handgriff beherrschen musste (z.B. das Schließen von Schotten), vermittelte der Lehrgang ein fachübergreifendes Basiswissen.
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| Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den endgültigen Übertritt von der Überwasserflotte zur U-Boot-Waffe. Bei Offizieren, die aus dem Mannschaftsstand aufstiegen, ist dieser Lehrgang oft der erste Beleg für die U-Boot-Spezialisierung.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 20 / 1215 |
Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Organisation der Mannschaftsausbildung an den U.L.D.
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| BArch RM 121 / 162 |
Dienstvorschriften über die fachliche Ausbildung und die Tauchretter-Schulung für U-Boot-Personal
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| BArch RM 3 / 1024 |
Berichte des OKM über die Freiwilligenwerbung und Selektionsquoten für die U-Boot-Waffe
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| Literaturverweise
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zum Ersatzwesen und der Ausbildung der Mannschaften)
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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