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Sperrlehrgang für Fähnriche

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Version vom 16. Februar 2026, 14:48 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Ausbildung Sperrlehrgang für Fähnriche
Der Sperrlehrgang befasste sich mit der Seekriegführung mittels Minen und anderen Sperrwaffen. Er war ein Pflichtbestandteil der Offiziersausbildung, da U-Boote der Kriegsmarine regelmäßig für offensive Minenunternehmungen eingesetzt wurden. Das Wissen um Handhabung und Taktik war für verdeckte Operationen vor feindlichen Häfen essenziell.
Zielsetzung und Standorte
Standorte: Die Ausbildung fand primär an der Sperrschule in Kiel-Wik statt. Die Inspektion des Sperrwaffensuchwesens überwachte die Lehrinhalte.
Ziel: Vermittlung fundierter Kenntnisse über Konstruktion, Handhabung und den taktischen Einsatz von Seeminen sowie die theoretische Befähigung zum Umgehen feindlicher Sperren.
Besonderheit „Zünder-Drill“: Ein kritischer Teil war das manuelle Justieren der hochempfindlichen Zündschaltgeräte unter Zeitdruck. Die Fähnriche lernten das Schärfen der Minen unmittelbar vor dem simulierten Ausstoß aus dem Torpedorohr.
Lehrinhalte und Waffenkunde
Minentypen: Schulung an Torpedominen (TMB/TMC), die durch die Standard-Torpedorohre ausgestoßen wurden (relevant für Typ VII C und Typ XXI).
Zündtechnik: Studium von Magnet-, Akustik- und Druckzündern sowie die Einstellung von Schärfungszeiten und Selbstentschärfungsmechanismen zur Vermeidung der Eigengefährdung beim Ablaufen.
Taktik des verdeckten Werfens: Einüben des „Anschleichens“ an gegnerische Hafeneinfahrten. Hierbei war die Koordination mit der Navigation (Nachtpeilung) entscheidend, um die Minen exakt in den tiefen Fahrrinnen abzusetzen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Verantwortung des II. W.O.: Als „Sperroffizier“ war der Zweite Wachoffizier für die Lagerung im feuchten Torpedoraum, die Schärfung und die exakte Protokollierung der Wurfkoordinaten im Kriegstagebuch verantwortlich.
Gefahrenabwehr: Verständnis gegnerischer Minen- und Räumverfahren zur sicheren Navigation beim Ein- und Auslaufen aus den Frontstützpunkten am Atlantik oder im Nordmeer.
Psychologische Komponente: Das Minenlegen galt als „leise Gefahr“. Der Lehrgang vermittelte die notwendige Ruhe für diese nervenaufreibenden Einsätze, bei denen das Boot oft stundenlang in flachem, feindüberwachtem Wasser operieren musste.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Sperrwaffenschulen. Beinhaltet technische Dienstvorschriften und taktische Weisungen für den Mineneinsatz von U-Booten.
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Nachweise über die erfolgreiche Absolvierung des Sperrlehrgangs).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt Sperrwaffenwesen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Technische Details zum Minenausstoß aus Torpedorohren).
Hartmann, Waldemar "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zur Waffenkunde und Zündtechnik).
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