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Signaloffizier

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Version vom 16. Februar 2026, 14:57 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Dienststellung Signaloffizier (S.O.)
Ein Signaloffizier war der verantwortliche Fachoffizier für die gesamte Nachrichtenübermittlung, die Signalmittel und die Sicherheit des Fernmeldedienstes. Er bürgte für die Aufrechterhaltung der Befehlswege zwischen der Führung und der Einheit sowie für die strikte Geheimhaltung des gesamten Funk- und Signalverkehrs.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet: Leitung des Funk- und Signaldienstes (Optik und Funk). Er war Fachvorgesetzter für das gesamte Nachrichtenpersonal an Bord und verantwortlich für die Verwaltung der Schlüsselmittel (Enigma, Codebücher).
Ausbildung: Die Qualifikation wurde an den Marinenachrichtenschulen (z. B. Flensburg-Mürwik) erworben. Der S.O. beriet den Kommandanten in Fragen der Kommunikationstaktik und Fernmeldesicherheit.
Kriegsende 1945: Zentrale Aufgabe war die Sicherstellung der Vernichtung geheimer Schlüsselunterlagen und Chiffriergeräte bei drohender Kaperung. Nach der Kapitulation koordinierte der S.O. den notwendigen Funkverkehr zur Abwicklung der Bedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funk zum BdU: Auf Booten oder in Flottillenstäben bürgte der S.O. für die fehlerfreie Übermittlung von Funktelegrammen (F.T.). Die präzise Verschlüsselung via Enigma-M war für die Sicherheit der Standorte überlebenswichtig.
Optische Taktik: Koordination der lautlosen Signalgebung (Lichtmorsen/Flaggen) beim Zusammentreffen von Booten auf See, um die Funkstille zu wahren und eine feindliche HFDF-Ortung ("Huff-Duff") zu verhindern.
Besonderheit "Kurzsignale": Der S.O. drillte die Funkmaaten in der Anwendung von Kurzsignalverfahren, um die Sendezeit auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und so die Einpeilung durch den Gegner zu erschweren.
Besonderheit "Blei-Codebücher": Er trug die Verantwortung für die mit Bleigewichten versehenen Geheimmittel. Diese mussten bei einer drohenden Versenkung oder Enterung des Bootes als erste über Bord geworfen werden.
Personalhistorie & Hierarchie
Personalunion: Auf U-Booten wurde die Funktion des Signaloffiziers meist vom Zweiten Wachoffizier (II. W.O.) in Personalunion wahrgenommen.
Dienstbucheintrag: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet diese Dienststellung eine Vertrauensposition mit höchster Geheimhaltungsstufe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marinenachrichtenschulen. Beinhaltet Dienstvorschriften für Signaloffiziere und Richtlinien zur Fernmeldesicherheit.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine (Vermerke über die Ernennung zum Signaloffizier und Fachbeurteilungen).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Nachrichten- und Signalwesen).
Bonatz, Heinz "Die Seekriegsleitung und ihr Nachrichtendienst" (Details zur operativen Bedeutung der Signaloffiziere).
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