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| Ausbildung
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Infanteristische Grundausbildung
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| Die Grundausbildung war das erste Sieb der Kriegsmarine und für jeden Freiwilligen der U-Boot-Waffe obligatorisch. Sie diente der Transformation vom Zivilisten zum Soldaten und bildete das disziplinarische Fundament für den Dienst unter extremem physischem und psychischem Druck.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Beginn: |
Die Ausbildung startete am Tag der Einberufung bei einer der Schiffsstammabteilungen (S.S.A.) oder Marine-Ersatzabteilungen.
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| Standorte: |
Zentrale Anlaufstellen waren Schiffsstammabteilungen sowie spezifische Lehr-Divisionen. Die 4. U-Lehrdivision in Memel war eine Hauptstelle für die Erstausbildung künftiger U-Boot-Fahrer.
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| Dauer: |
In Friedenszeiten drei Monate, während des Krieges auf sechs bis acht Wochen verkürzt.
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| Gliederung der Ausbildungsinhalte
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| Formaldienst & Waffe: |
Exerzieren, Marschieren und Grußformen. Handhabung des Karabiners 98k, der Pistole 08 sowie von Handgranaten – essenziell für die Selbstverteidigung des Bootes im Hafen oder bei Landgängen.
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| Geländedienst & Theorie: |
Tarnung, Schützenlochbau und Bewegungsarten im Feld. Unterricht in Disziplinarstrafordnung, Dienstgradkunde und Marinegeschichte.
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| Schwimm- & Atemschutz: |
Intensive Schwimm- und Rettungsausbildung zur Steigerung der Zähigkeit im Wasser. Bereits hier erfolgte die Gewöhnung an die Gasmaske (Atemschutz) durch Eilmärsche, um die Atemfrequenz unter Belastung zu kontrollieren und Panik bei Sauerstoffmangel zu unterbinden.
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| Relevanz & Selektionsargumente für die U-Boot-Waffe
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| Psychologisches Screening: |
Die GA diente als erste Barriere gegen Platzangst. Rekruten, die während der engen Unterbringung oder unter der Atemschutzmaske Anzeichen von Panik zeigten, wurden sofort aussortiert, bevor sie teure Speziallehrgänge begannen.
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| „Geist von der Schanze“: |
Gezielter Bruch des Individualismus zur Formung einer „Schicksalsgemeinschaft“. Durch das Prinzip der Kollektivverantwortung („Einer für alle“) wurde das blinde Vertrauen in den Nebenmann eingedrillt – die psychologische Überlebensgrundlage in der Enge des Bootes.
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| Physische Zähigkeit: |
Die harte körperliche Belastung und sportliche Vielseitigkeit filterten Bewerber heraus, die den extremen klimatischen und physischen Bedingungen monatelanger Feindfahrten nicht gewachsen waren.
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| Personalhistorie: |
In den Stammrollen (z. B. BArch RM 121/642) markiert die GA stets den ersten Dienstbucheintrag und den Beginn der militärischen Laufbahn.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen. Richtlinien für die infanteristische Ausbildung und Selektion der U-Boot-Freiwilligen.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten der Kriegsmarine. Nachweise über Eintritt, Vereidigung und erste Beurteilungen in den Schiffsstammabteilungen.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Darstellung der Schiffsstammabteilungen und der Rekrutenausbildung).
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| Busch / Röll |
"Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zum Ausbildungsweg der U-Boot-Besatzungen).
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| Merten, Karl-Friedrich |
"Nach Kompass". (Schilderungen über den Drill und die Bedeutung der Disziplin in der Grundausbildung).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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