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Donau

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Datenblatt U-Boot-Begleitschiff Donau
Das Begleitschiff Donau war ein ehemaliger Handelsdampfer, der nach umfangreichen Umbauten als schwimmender Stützpunkt für die U-Boot-Ausbildung diente. Er verfügte über Werkstätten, Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen, die den Schulflottillen in der Ostsee einen autarken Betrieb ermöglichten.
Baudaten & Technische Metamorphose
Bauwerft: Stettiner Oderwerke (Baunummer 797).
Kiellegung: 1928 (als Frachtdampfer "Nicea" für die D.G. Levante-Linie).
Verlängerung 1934: Umbau bei den Deutschen Werken Hamburg; das Schiff wurde durch ein neues Vorschiff auf 92,6 m verlängert.
Vermessung (Zivil): ca. 1.945 BRT (Bruttoregistertonnen).
Indienststellung: 29.04.1938 (nach Umbau zum U-Boot-Begleitschiff durch die Kriegsmarine).
Dimensionen: Länge: 97,5 m / Breite: 12,7 m / Tiefgang: 5,4 m.
Einsatzverdrängung: ca. 4.620 t (Tonnen).
Antrieb: Verbunddampfmaschine mit Abgasturbine, 2.500 PS, Geschwindigkeit: ca. 12 kn.
Bewaffnung & Ausrüstung
Flak-Bewaffnung: 4 x 3,7-cm SK C/30 und 4 x 2-cm Flak C/30.
Werkstattkapazität: Ausgerüstet für mechanische und elektrische Reparaturen; Lager für Brennstoff, Frischwasser, Proviant und Torpedos für die zugeteilten Frontboote.
Einsätze & Lebenslauf (1938–1945)
1938 – 1940: Dienst bei der U-Flottille "Wedding" (Kiel) als Begleitschiff für die Frontausbildung.
1940 – 1944: Begleitschiff der 21. U-Flottille (Pillau). Einsatz als Wohn- und Werkstattschiff für die in der Ausbildung befindlichen Besatzungen.
1944 – 1945: Einsatz bei der 20. U-Flottille und zuletzt bei der 26. U-Flottille (Warnemünde). Beteiligung an Transportaufgaben in der östlichen Ostsee während der Evakuierungsphasen.
Das Ende (Flensburg 1945)
Schicksal: Das Schiff überstand die Kriegshandlungen unbeschadet. Am 14.06.1945 kam es jedoch im Hafen von Flensburg zu einer massiven Munitionsexplosion auf einem benachbarten Gelände, die eine Kettenreaktion auslöste.
Untergang: Infolge der Detonationen sank der Tender Donau auf der Reede von Flensburg. Bei diesem Unglück kamen insgesamt über 60 Menschen ums Leben. Das Wrack wurde später gehoben und verschrottet.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 / 5086 Kriegstagebuch (KTB) und Unterlagen zum Einsatz der Begleitschiffe bei den U-Flottillen (Dokumentation der Flottillenzugehörigkeit und technischer Daten).
BArch RM 123 Akten der U-Boot-Ausbildungsabteilungen und Schulflottillen (Pillau und Warnemünde - Beinhaltet Informationen zum Wohnschiffbetrieb).
BArch RM 7 Schadensberichte und Dokumentationen über den Verbleib von Einheiten in der Flensburger Förde (Belegt das Explosionsunglück vom 14.06.1945).
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945". Band 4: Hilfsschiffe I: Werkstattschiffe, Tender, Versorger (Details zum Umbau und den technischen Änderungen).
Hildebrand / Röhr "Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte". Band 9 (Spezialschiffe und Hilfseinheiten).
Jung, Dieter "Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine 1939-1945 und ihr Verbleib" (Dokumentation des Explosionsunglücks und des Verbleibs).
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