Aktionen

Artillerielehrgang für Fähnriche

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Artillerielehrgang für Fähnriche
Der Artillerielehrgang für Fähnriche stellte die erste fachspezifische Berührung der Offiziersanwärter mit der schweren Bordbewaffnung und der Flugabwehr dar. Er war grundlegend, um die spätere Rolle als Geschütz- oder Flak-Offizier ausfüllen zu können.
Zielsetzung und Ausbildungsorte
Anfang: Der Lehrgang wurde traditionell an der Schiffsartillerieschule (SAS) in Kiel-Wik (später nach Saßnitz/Rügen verlegt) durchgeführt. Er schloss sich an die theoretische Ausbildung an der Marineschule Mürwik an.
Der Lehrgang diente der theoretischen und praktischen Einweisung in die Waffenbedienung und die Grundlagen der Ballistik.
Hauptstandorte: Die Ausbildung fand an den Marineartillerieschulen statt, insbesondere in Kiel-Ellerbek oder an der Marineartillerieschule I in Saßnitz auf Rügen.
Abgrenzung: Im Vergleich zum späteren Artillerielehrgang für Unterseeboot-Wachoffiziere lag der Schwerpunkt hier noch stärker auf der allgemeinen Waffenkunde und weniger auf der spezifischen U-Boot-Taktik.
Ausbildungsinhalte
Die Fähnriche wurden an einer breiten Palette von Geschützen ausgebildet, die auf verschiedenen Schiffstypen (vom Minensuchboot M 1503 bis zum Typ VII C) eingesetzt wurden:
Schiffsartillerie: Grundausbildung an Kalibern wie der 8,8 cm und 10,5 cm Kanone. Die Fähnriche lernten die mechanischen Funktionen, das Laden und das Richten der Geschütze.
Flugabwehr (Flak): Intensive Schulung an der 2 cm und 3,7 cm Flak. Hierzu gehörten das Zerlegen der Waffen, die Munitionskunde und das Schießen auf bewegliche Ziele (Schleppscheiben).
Feuerleitung: Einführung in die Entfernungsmessung mittels optischer Geräte (Entfernungsmesser) und die Berechnung von Vorhaltewerten.
Praktisches Schießen
Ein wesentlicher Teil des Lehrgangs war das „Scharfschießen“:
Küstenstände: Übungen von festen Batterien an der Küste auf Seeziele.
Schulboote: Praktische Einsätze auf Artillerieschulbooten, um das Schießen bei schwankender Plattform (Seegang) zu trainieren.
Leistungskontrolle: Jeder Fähnrich musste eine Mindestanzahl an Treffern nachweisen, um den Lehrgang erfolgreich abzuschließen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Deckgeschütz-Bedienung: Für spätere U-Boot-Kommandanten wie Uwe Christiansen legte dieser Lehrgang die Basis für den Einsatz des Deckgeschützes, das bis 1942 eine primäre Waffe gegen Handelsschiffe war.
Flak-Abwehr: Das hier erworbene Wissen war die Grundlage für die spätere Spezialisierung zum Flakleiter, was in der zweiten Kriegshälfte überlebenswichtig für jedes U-Boot wurde.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) dokumentiert dieser Lehrgang den Erwerb der ersten waffentechnischen Spezialqualifikation innerhalb der Crew-Ausbildung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften der Schiffsartillerieschule (SAS) über die Durchführung der Fachlehrgänge für Offiziersanwärter
BArch RM 121 / 142 Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien für die Artillerieausbildung der Fähnriche (1939–1945)
BArch RM 3 / 1024 Berichte des OKM über die Ausbildungskapazitäten und Schießergebnisse an den Artillerieschulen
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation der Waffenschulen und Fachlehrgänge)
Harnack, Wolfgang: Die Verteidigung der Küsten (Kontext zur Ausbildungsinfrastruktur der Marineartillerie und Flak)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Bedeutung der Artillerie-Fachoffiziere für die Flotte)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132