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Wachoffiziersschüler

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Datenblatt Wachoffiziersschüler
Ein Wachoffiziersschüler (oft auch als Wachoffiziersanwärter bezeichnet) war ein Offizier im Range eines Fähnrichs zur See, Oberfähnrichs zur See oder Leutnants zur See, der sich in der unmittelbaren praktischen Vorbereitungsphase auf seine künftige Rolle als Wachoffizier befand.
Definition und Status
Der Wachoffiziersschüler war ein Teilnehmer des Unterseeboot-Wachoffizierslehrgangs. Er hatte die allgemeinen Offizierslehrgänge (wie den Torpedooffiziers- und Nachrichtenlehrgang) bereits erfolgreich abgeschlossen und befand sich nun in der taktischen Spezialausbildung für den Dienst auf Booten.
Ausbildungsschwerpunkte
In dieser Phase lag der Fokus auf der praktischen Führung eines Bootes:
Wachdienst-Praxis: Er lernte die Verantwortlichkeiten des „Offiziers vom Wachdienst“. Dazu gehörte die Sicherheit auf der Brücke, die Navigation und die Überwachung der Funkdisziplin.
Angriffstraining: Als Schüler am Angriffssimulator oder auf Schulbooten übte er die Zieldatenerfassung per Sehrohr. Er musste lernen, Kurs und Geschwindigkeit des Gegners blitzschnell einzuschätzen.
Tauch- und Trimmlehre: Der Schüler wurde darin trainiert, das Boot in kritischen Situationen stabil zu halten. Er arbeitete eng mit dem Leitenden Ingenieur zusammen, um das Zusammenspiel von Fluten, Lenzen und Gewichtsverteilung zu verstehen.
Einsatz auf Schulbooten
Bevor ein Wachoffiziersschüler auf ein Frontboot versetzt wurde, absolvierte er Übungsfahrten in der Ostsee:
Dort nahm er unter Aufsicht erfahrener Ausbilder (oft ehemalige Kommandanten) die Position des Zweiten Wachoffiziers ein.
Er leitete die Flak-Bedienung und die Artillerie-Gasten bei simulierten Angriffen, wobei er das Wissen aus dem Artillerielehrgang anwandte.
Bedeutung für die Besatzungsstruktur
Der erfolgreiche Abschluss als Wachoffiziersschüler war die Voraussetzung für die Versetzung in eine Kriegsschiffbaulehrabteilung (zur Baubelehrung) oder direkt zu einer Frontflottille. Auf einem Boot vom Typ XXI war seine Rolle aufgrund der automatisierten Abläufe technischer geprägt, während er auf dem Typ VII C noch stärker in die klassische Seemannschaft eingebunden war.
Quellenangabe
Marine-Dienstvorschrift Nummer 416 Sie definierte die fachlichen Hürden, die ein Schüler nehmen musste, um als „Wachoffizier-Voll“ zu gelten.
Bundesarchiv Signatur RM 91 Listen von Schülern, die zur Front abkommandiert wurden.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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