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| Datenblatt
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Handelsschiffsoffizier H.S.O.
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| Die Kennzeichnung H.S.O. (Handelsschiffsoffizier) bei einem Kommandanten ein entscheidender Hinweis auf dessen fliegerische und nautische Professionalität. Es handelt sich um Offiziere der Handelsmarine, die als Offiziersanwärter der Reserve in die Kriegsmarine übernommen wurden.
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| Bedeutung und Funktion
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| Ein H.S.O. war ein erfahrener Seemann, der bereits vor seinem Diensteintritt in der Kriegsmarine ein Patent für die große Fahrt (z. B. A6) besaß oder kurz davor stand.
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| Fachliche Expertise: H.S.O.s waren Navigationsspezialisten. Sie beherrschten die astronomische Navigation und das Verhalten in schwierigem Wetter oft besser als junge Seeoffiziere, die nur die Marineschule durchlaufen hatten.
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| Verwendung: In der U-Boot-Waffe wurden sie bevorzugt als Wachoffiziere und später als Kommandanten eingesetzt, da sie „mit dem Meer gewachsen“ waren.
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| Die Reserve-Laufbahn: Sie führten in der Regel den Zusatz d. R. (der Reserve) hinter ihrem Dienstgrad (z. B. Kapitänleutnant d. R.).
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| Entstehung
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| Entstehung: Das Programm zur Übernahme von H.S.O.s wurde massiv ausgebaut, als der Bedarf an U-Boot-Kommandanten ab 1940 die Kapazitäten der regulären Offiziersjahrgänge (Crews) überstieg.
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| Die Ausbildung
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| Die Ausbildung der Handelsschiffsoffiziere (H.S.O.) deshalb so interessant, weil sie im Vergleich zum regulären Crew-Nachwuchs stark verkürzt und rein auf die militärische Führung fokussiert war. Da diese Männer bereits erfahrene Seeleute waren, musste man ihnen nicht mehr beibringen, wie man navigiert, sondern wie man kämpft.
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| Entstehung und Funktion der H.S.O.-Lehrgänge
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| Die gezielte Ausbildung von H.S.O.s wurde massiv ab 1940/41 ausgebaut, um den Kommandantenbedarf für die U-Boote zu decken.
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| Der "Schnelldurchlauf": Während ein regulärer Seeoffiziersanwärter jahrelange Ausbildung (Mürwik, Schulschiffe) durchlief, wurden H.S.O.s in oft nur 6 bis 9 Monaten „marinitiert“.
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| Militärische Grundausbildung: Da sie oft keine oder nur geringe militärische Vorkenntnisse hatten, begannen sie meist bei einer Schiffsstammabteilung (z. B. der II. S.S.A. Stralsund), um Infanteriedienst und militärische Disziplin zu lernen.
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| Fachlehrgänge: Es folgten Kurzlehrgänge an den Marineschulen (Waffenkunde, Signaldienst, Taktik). Viele H.S.O.s absolvierten zudem den Beobachterlehrgang der Luftwaffe, da ihre Navigationssicherheit dort besonders geschätzt wurde.
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| Die U-Boot-Spezialisierung
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| Nach der allgemeinen militärischen Einweisung folgte der Weg in die U-Boot-Waffe:
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| U-Lehrgang: Besuch der technischen und taktischen Lehrgänge (z. B. an der U.A.A. Neustadt).
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| Bordpraktikum: Einsatz als II. Wachoffizier (II. W.O.) auf einem Frontboot unter einem erfahrenen Kommandanten.
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| Kommandanten-Schießlehrgang: Nach Bewährung an Front folgte die Ausbildung an der 24. U-Flottille (Danzig), um das Patent zum U-Boot-Kommandanten zu erwerben.
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| Ende
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| Diese Ausbildungsschiene endete im Winter 1944/45, als der Treibstoffmangel und die personelle Erschöpfung den Ausbildungsbetrieb der Flottillen in der Ostsee zum Erliegen brachten.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| H.S.O.s waren für Karl Dönitz ein Glücksfall. Ein Kommandant mit H.S.O.-Hintergrund brachte wertvolle Erfahrung mit potentiellen Zielen mit: Er wusste aus seiner zivilen Zeit genau, wie Handelsschiffe beladen sind, wie sie bei Nebel manövrieren und wo ihre schwächsten Stellen liegen.
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| Quellenangabe
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| Bundesarchiv Bestand RM 6 |
Oberkommando der Kriegsmarine (OKM). Enthält die Bestimmungen über die Übernahme von Handelsschiffsoffizieren in das aktive Dienstverhältnis oder die Reserveoffizierslaufbahn.
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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