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Marine Kriegsakademie

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Datenblatt Marine Kriegsakademie
Die Marine-Kriegsakademie (M.K.A.) war die höchste Bildungseinrichtung für Seeoffiziere und diente der Ausbildung des Führungsnachwuchses für den Admiralstabsdienst. Sie war das maritime Gegenstück zur Kriegsakademie des Heeres. Die Marine-Kriegsakademie war die höchste wissenschaftliche und taktische Bildungseinrichtung für Seeoffiziere zur Vorbereitung auf den Dienst im Admiralstab.
Kaiserliche Marine (bis 1918)
Gegründet im Jahr 1872 in Kiel, war sie die Geburtsstätte der modernen deutschen Seekriegstheorie. Offiziere wurden hier erstmals systematisch in der Führung von Flottenverbänden geschult. In dieser Zeit entstanden die ersten Konzepte für den Einsatz von U-Booten als strategische Waffe. Ein Offizier, der die Akademie erfolgreich abschloss, war für höchste Kommandoposten in der Hochseeflotte vorgesehen.
Reichsmarine (1921–1935)
Nach dem Ersten Weltkrieg war der Lehrbetrieb durch den Versailler Vertrag zunächst verboten. Um den Faden der fachlichen Exzellenz nicht abreißen zu lassen, wurde ab 1930 eine getarnte „Führergehilfenausbildung“ in Berlin durchgeführt. Viele spätere Kommandanten, die in der Kaiserlichen Marine als Fähnrich zur See oder Wachoffizier begonnen hatten, hielten hier die taktische Lehre lebendig und bereiteten die theoretischen Grundlagen für die spätere Wiederaufrüstung vor.
Kriegsmarine (1935–1945)
Im Jahr 1935 wurde die Akademie offiziell wiedereröffnet. Die Lehrinhalte wurden radikal modernisiert und um die neuen Möglichkeiten der Funkführung (Signaldienst) und der kombinierten Kriegführung (Marine/Luftwaffe) erweitert. Absolventen besetzten Schlüsselstellen in der Seekriegsleitung und koordinierten die Einsätze der U-Boote. Besonders der Austausch über technische Neuerungen, wie sie später im Ortungslehrgang vertieft wurden, war Bestandteil der operativen Planspiele.
Bedeutung für die Führungsebene
Der Besuch der Akademie war das „Ritterschlagen“ für jeden Seeoffizier. Wer hier bestand, gehörte zur intellektuellen Elite der Marine. Das dort vermittelte Verständnis für Logistik und Strategie war entscheidend, um später komplexe Operationen – von der Wegesicherung durch den Führer der Vorpostenboote West bis hin zur industriellen Fertigung des Typ XXI – administrativ und taktisch zu beherrschen.
Sandort Kaiserliche Marine: Kiel (1872–1918)
Die Akademie hatte ihren Sitz in Kiel, dem Zentrum der deutschen Seemacht. Ab 1888 bezog sie das imposante Gebäude an der Dusternbrooker Schleuse (heute Sitz des Schleswig-Holsteinischen Landtages). In unmittelbarer Nähe zu den großen Werften und der I. Schiffsstammabteilung der Ostsee wurden hier die Grundlagen für die Führung der Hochseeflotte und die ersten Generationen der U-Boote gelehrt.
Standort Reichsmarine: Berlin (1930–1935)
Nach der Schließung durch den Versailler Vertrag wurde der Lehrbetrieb als getarnte „Führergehilfenausbildung“ im Gebäude des Reichswehrministeriums in der Bendlerstraße in Berlin (heute Bendlerblock) wieder aufgenommen. Fernab der Küste, aber im Zentrum der militärischen Planung, hielten Offiziere hier die strategische Ausbildung am Leben, während sie offiziell in Verwaltungsstellen oder beim Signaldienst geführt wurden.
Standorte Kriegsmarine: Berlin und Bad Homburg (1935–1945)
Berlin-Charlottenburg: Mit der offiziellen Wiedereröffnung im Jahr 1935 bezog die Akademie Räumlichkeiten in der Schlesischen Straße und später in einem repräsentativen Neubau am Tiergarten. Hier wurden die Offiziere auf die globale Seekriegführung und das Zusammenwirken mit Sicherungsverbänden wie dem Führer der Vorpostenboote West vorbereitet.
Bad Homburg vor der Höhe: Aufgrund der zunehmenden Luftangriffe auf die Reichshauptstadt wurde die Akademie im Jahr 1944 nach Hessen in das Schloss Bad Homburg evakuiert. In dieser späten Phase lag der Fokus der theoretischen Arbeit bereits auf der operativen Auswertung der neuen Technologien des Typ XXI und den Erkenntnissen aus dem Ortungslehrgang.
Bedeutung der Standorte
Der Wechsel von Kiel nach Berlin markierte den Übergang von einer rein maritimen Ausbildungsstätte zu einer zentralisierten, ministeriell gesteuerten Eliteakademie. Viele Kommandanten, die in der Reichsmarine als Flaggleutnant dienten, kehrten als gestandene Offiziere an die Berliner Standorte zurück, um sich für das Admiralstabsabzeichen zu qualifizieren.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 88 Marineakademie und Schulen. Invenio. Dokumentiert die Entwicklung der Lehrpläne über alle drei Epochen hinweg.
Bundesarchiv, Signatur RM 1 Kaiserliche Marine. Invenio. Enthält die frühen Gründungsakten und Offizierslisten aus der Zeit vor 1918.
Lexikon der Wehrmacht → Marine Kriegsakademie
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