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1. Schnellbootsflottille

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Datenblatt 1. Schnellbootsflottille
Die 1. Schnellbootsflottille (1. S-Flottille) war der traditionsreichste Schnellbootverband der Kriegsmarine und fungierte als operative „Kaderschmiede“.
Operativer Werdegang und Einsatzräume
Wurzeln: März 1932 aus der geheimen UZ(S)-Versuchsgruppe der Reichsmarine. Ab Juni 1935 offizielle Umbenennung in 1. Schnellbootsflottille (Kiel).
1939 - Ostsee/Polen: Einsatz während des Polenfeldzugs zur Sicherung der Ostseezugänge und Überwachung des Küstenvorfelds.
1940 - Norwegen: Teilnahme am Unternehmen Weserübung als Teil der Kriegsschiffgruppe 3 (Bergen). Hier bewiesen die Boote ihre Eignung für Fernoperationen in den Fjorden.
1940 - 1941 - Westraum: Verlegung an den Ärmelkanal und die französische Atlantikküste nach dem Westfeldzug. Angriffe auf den britischen Küstenverkehr.
1941 - Ostsee/Finnland: Rückverlegung in den Osten für das Unternehmen Barbarossa. Operationen im Finnenbusen und zur Unterstützung finnischer Verbände.
1942 - 1944 - Schwarzes Meer: Überführung der Boote (teilweise über Land und Elbe/Donau) in den Südraum. Einsatz gegen die sowjetische Schwarzmeerflotte bis zum Rückzug 1944.
1944 - 1945 - Ostsee: Neuaufstellung und Ausrüstung in der Heimat. Ab März 1945 Sicherung der Evakuierungstransporte aus Kurland und Ostpreußen.
Kapitulation: Am 09.05.1945 Einlaufen in die Geltinger Bucht nach dem letzten Transport von Libau.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Stützpunkte: In der Phase 1940/41 im Westraum schützte die Flottille die Ansteuerungswege der U-Boot-Waffe in der Biskaya vor britischen Zerstörern.
Technik-Transfer: Die frühen Erfahrungen mit den MAN-Dieselmotoren in dieser Flottille flossen direkt in die Antriebsentwicklung der U-Boote ein.
Führungskader: Viele Offiziere nutzten die harten Einsätze in Norwegen und im Kanal als Vorbereitung für ein späteres U-Boot-Kommando.
Geheimhaltungstradition: Die Wurzeln in der UZ(S)-Versuchsgruppe zeigen, dass das Stammpersonal der 1. S-Flottille – genau wie die U-Boot-Männer – in einer Kultur der Geheimhaltung und technischen Innovation geschult wurde.
Motorentechnik: Die Erprobung der MAN-Dieselmotoren ab 1933 war wegweisend für die Antriebssysteme, die später das Rückgrat der deutschen U-Boot-Waffe bildeten.
Rettungseinsatz 1945: Die Sicherung der Flüchtlingstransporte erfolgte in enger Abstimmung mit den verbliebenen U-Boot-Einheiten der Ostsee, die denselben Rückzugsweg in die Geltinger Bucht nutzten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 105.1 ff Schnellbootsflottillen. Kriegstagebücher mit detaillierten Gefechtsberichten aus allen Einsatzräumen.
BArch RM 1 Marineleitung . Reichsmarine. Dokumentiert die Gründungsphase und die Motorenerprobung.
BArch PERS 6 Personalakten. Invenio Nachweis für Personal mit Dienstzeiten in der Kriegsschiffgruppe Bergen.
Lexikon der Wehrmacht → 1. Schnellbootsflottille
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Schnellboote.
Hümmelchen, Gerhard Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg.
Kopp, Hans J. / Schmolke, Klaus-Peter Die deutschen Schnellboote 1935-1945.
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