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Flakleiterlehrgang

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Datenblatt Flakleiterlehrgang
Der Flakleiterlehrgang (Flugabwehr-Leiter-Lehrgang) war eine spezialisierte Ausbildung für Offiziere, die über die reine Bedienung einer Waffe hinausging. Während der einfache Flaklehrgang die technische Handhabung schulte, stand hier die taktische Führung der gesamten Flugabwehr-Bewaffnung an Bord eines Schiffes oder Unterseebootes im Mittelpunkt.
Historischer Kontext & Organisation
Anfang: Mit der drastisch zunehmenden Luftgefährdung der Flotte wurde dieser Lehrgang ab 1942/43 zu einer der wichtigsten Zusatzausbildungen. Hauptausbildungsstätten waren die Marineflakschulen (z. B. Misdroy oder Swinemünde).
Der Lehrgang richtete sich primär an Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938, die als Wachoffiziere auf Unterseebooten oder als Artillerie-Spezialisten auf größeren Überwassereinheiten vorgesehen waren.
Ein Flakleiter war dafür verantwortlich, das Feuer mehrerer Geschütze (zum Beispiel der 2 cm und 3,7 cm Flugabwehrkanonen) zu koordinieren.
Auf einem Unterseeboot übernahm meist der Zweite Wachoffizier diese Rolle, sobald das Boot an der Oberfläche angegriffen wurde.
Ausbildungsinhalte:
Die Ausbildung fand an den Marine-Flakschulen statt, insbesondere in Swinemünde und Misdroy. Die Schwerpunkte lagen auf:
Feuerleitung und Zielzuweisung: Der Flakleiter musste entscheiden, welches Geschütz welches Flugzeug bekämpft, um eine effektive „Feuerglocke“ um das Boot zu legen.
Luftlagebeurteilung: Das schnelle Erkennen von Angriffsprofilen (Sturzkampf, Tiefflug oder Torpedoabwurf).
Zusammenwirken mit der Schiffsführung: Die Abstimmung zwischen den Ausweichmanövern des Kommandanten und dem optimalen Schussfeld für die Flak-Bedienungen.
Nachtschießen: Der Einsatz von Leuchtspurmunition und die Koordination der Abwehr bei eingeschränkter Sicht.
Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe ab 1943
Ab dem 10.05.1943 (nach den schweren Verlusten im „Schwarzen Mai“) wurde der Flakleiterlehrgang für Unterseeboot-Offiziere immer wichtiger.
Die Boote erhielten zu dieser Zeit verstärkte Flak-Plattformen, den sogenannten „Wintergarten“.
Der Flakleiter musste unter extremem Stress auf der schmalen Brücke die Ruhe bewahren und die Feuerdisziplin sicherstellen, damit die Munition nicht vorzeitig verschwendet wurde.
Dieser Lehrgang war kürzer als ein technischer Hauptlehrgang und dauerte meist zwischen 10 und 14 Tagen. Er wurde oft als Zusatzqualifikation unmittelbar vor der Indienststellung eines neuen Bootes (zum Beispiel auf den Werften der 2. Kriegsschiffbau-Lehrabteilung in Hamburg) oder während der Ausbildungszeit bei der Unterseeboot-Lehrdivision absolviert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schutz des Wintergartens: Auf U-Booten übernahm meist der II. Wachoffizier (II. W.O.) die Rolle des Flakleiters. Nach dem Abschluss des Lehrgangs war er dafür verantwortlich, dass die Flak-Bedienungen auf den Brückenplattformen bei einem Alarmstart effektiv und diszipliniert zusammenwirkten.
Erhöhung der Wehrhaftigkeit: Besonders auf den sogenannten „Flak-Fallen“ oder den stark bewaffneten Booten des Typs VII C/41 war ein ausgebildeter Flakleiter entscheidend, um Flugzeuge frühzeitig abzuwehren oder abzuschießen.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen kennzeichnet dieser Lehrgang eine einsatzrelevante Spezialisierung, die oft unmittelbar vor der Kommandierung auf ein Frontboot erfolgte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften zur Ausbildung der Flakleiter für das schwimmende Personal.
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens, die den obligatorischen Charakter des Flakleiterlehrgangs für U-Boot-Offiziere ab 1943 belegen.
BArch RM 3 / 1024 Erfahrungsberichte der Marineflakschulen über die Wirksamkeit der taktischen Flakausbildung.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, Kapitel zum Nachwuchs und den Fachschulen).
Harnack, Wolfgang Die Verteidigung der Küsten. (Kontext zur Organisation der Marineflak und deren Schulen).
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