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Zugführerlehrgang

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Datenblatt Zugführerlehrgang
Der Zugführerlehrgang war eine wesentliche Stufe in der Ausbildung von Unteroffiziersanwärtern (Maat-Anwärtern) und jungen Offiziersanwärtern, um sie zur Führung einer militärischen Untereinheit (eines Zuges) an Land und im formalen Dienst zu befähigen. Der Zugführerlehrgang vermittelte die notwendigen Kompetenzen in der taktischen Gefechtsführung, der Methodik der Ausbildung sowie der Disziplinar- und Personalverantwortung für eine militärische Teileinheit.
Definition und Zielsetzung
Der Lehrgang diente der Vermittlung von Menschenführung und Vorgesetztenkunde. In der Kriegsmarine war es entscheidend, dass auch technisches oder seemännisches Fachpersonal (beispielsweise auf einem Typ VII C) in der Lage war, eine Gruppe von Soldaten im Landdienst, bei Wacheinsätzen oder im infanteristischen Objektschutz zu führen.
Ausbildungsinhalte
Der Fokus lag auf der Qualifikation zum Vorgesetzten außerhalb des rein technischen Bordbetriebs:
Exerzierdienst und Formalausbildung: Beherrschung der Kommandosprache und die Fähigkeit, eine Einheit (ca. dreißig bis vierzig Mann) sicher zu führen.
Infanteristische Grundlagenausbildung: Führung im Gelände, Wachdienstvorschriften und der Einsatz von Handfeuerwaffen (Karabiner 98k, Pistole 08).
Dienstunterricht: Vermittlung der Disziplinarstrafordnung und der Rechte und Pflichten eines Vorgesetzten gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293.
Erziehung: Schulung in der soldatischen Vorbildfunktion und der Fürsorgepflicht gegenüber unterstellten Mannschaften wie dem Obermatrosen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führung an Land: Für das Stammpersonal der U-Boot-Lehrdivisionen war dieser Lehrgang die Voraussetzung, um als Zugführer (z. B. in Neustadt oder Gotenhafen) die fachliche und militärische Ausbildung der U-Boot-Schüler zu leiten.
Voraussetzung für Aufsteiger: Unteroffiziere, die für die Kriegsoffiziers-Laufbahn vorgesehen waren (wie etwa Johannes Clemens oder Heinz-Ehlert Clausen), mussten ihre Führungsbefähigung häufig in solchen Lehrgängen unter Beweis stellen.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang eine gehobene Führungsqualifikation, die über die rein technische Spezialisierung hinausging.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung der Unteroffiziere und Zugführer in der Kriegsmarine
BArch RM 121 / 642 Stammrollen der Marine-Lehrabteilungen mit Nachweisen über die Teilnahme an Zugführerlehrgängen
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Vereinheitlichung der militärischen Führerausbildung an Land
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere und Offiziere)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
Harnack, Wolfgang: Die Verteidigung der Küsten (Details zur Rolle der Zugführer bei der Sicherung von Marineanlagen)
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