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Bataillon Ambrosius

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Datenblatt Bataillon Ambrosius (Festung St. Nazaire)
Das Bataillon Ambrosius war ein infanteristischer Verband der Kriegsmarine, der während der Einschließung der Festung St. Nazaire aufgestellt wurde. Es bestand primär aus dem hochqualifizierten Personal der 2. Minensuchflottille, das nach dem Verlust seiner schwimmenden Einheiten zur Verteidigung des Festungsbereichs herangezogen wurde. Benannt wurde die Einheit nach ihrem Kommandeur, Korvettenkapitän Wilhelm Ambrosius, dem vormaligen Chef der 2. Minensuchflottille.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Personalstruktur: Die Aufstellung erfolgte im August 1944, nachdem die alliierten Truppen die Bretagne isoliert hatten. Das Bataillon rekrutierte sich fast ausschließlich aus den Besatzungen der 2. Minensuchflottille, deren Boote aufgrund der alliierten Überlegenheit und des Vormarsches an Land teilweise selbst versenkt oder in den Häfen blockiert worden waren. Dies führte zu der paradoxen Situation, dass hochspezialisierte Techniker und Seeleute als Infanteristen im Erdkampf eingesetzt wurden.
Einsatz im Festungsbereich: Das Bataillon übernahm einen Abschnitt im Verteidigungsring der Festung St. Nazaire. Die Soldaten sicherten wichtige Zufahrtswege und Bunkeranlagen gegen alliierte Angriffe. Trotz mangelnder infanteristischer Ausbildung galt der Verband aufgrund der hohen Disziplin und des technischen Geschicks der Seesoldaten als zuverlässiger Teil der Festungsbesatzung unter dem Kommando von Vizeadmiral Hans Mirow.
Das Schicksal bei Kriegsende: Das Bataillon hielt seine Stellungen innerhalb der Festung bis zur Gesamtkapitulation. Da St. Nazaire zu den "Atlantikfestungen" gehörte, die bis zum Schluss verbissen verteidigt wurden, erfolgte die offizielle Kapitulation und Übergabe an die US-Streitkräfte erst am 11.05.1945. Das Personal ging geschlossen in Kriegsgefangenschaft, wobei die Offiziere um Wilhelm Ambrosius die Verantwortung für ihre Männer bis zur Entlassung behielten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schutz der U-Boot-Bunker: Die primäre strategische Aufgabe des Bataillons Ambrosius war der Schutz der U-Boot-Bunker von St. Nazaire (Stützpunkt der 6. und 7. U-Flottille). Durch die Verteidigung des Landsektors stellten sie sicher, dass die Bunkeranlagen nicht durch alliierte Stoßtrupps handstreichartig genommen werden konnten.
Erhalt technischer Kapazitäten: Viele Angehörige des Bataillons waren erfahrene Maschinisten und Techniker der Minensuchflottille. Während der Belagerung unterstützten diese Männer trotz ihres infanteristischen Einsatzes gelegentlich die Instandsetzungsarbeiten an den in den Bunkern verbliebenen U-Booten, um deren begrenzte Einsatzfähigkeit für Versorgungsfahrten aufrechtzuerhalten.
Sicherung der Kommunikationslinien: Das Bataillon sicherte die Nachrichtenverbindungen zwischen dem Festungskommandanten und den U-Boot-Bunkern, was für die Koordination der Verteidigung gegen die alliierten Belagerungstruppen von entscheidender Bedeutung war.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 69 / 30 Kriegstagebuch der 2. Minensuchflottille (Enthält Berichte über die Umgliederung des Personals zum Bataillon Ambrosius).
B.Arch. RM 61 / 15 Akten des Kommandanten der Festung St. Nazaire (Dokumentiert die Einsatzabschnitte und die Stärke des Bataillons während der Belagerung).
B.Arch. RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die taktische Bedeutung der Marine-Bataillone in den Atlantikfestungen).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Sicherungsstreitkräfte im Westraum).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Stabsstellen in der Festung St. Nazaire).
Larshell, J. Die Festung St. Nazaire 1944–1945. (Beschreibt die Verteidigungskämpfe und die Rolle der Marine-Infanterieverbände).
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