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Wachoffiziers-Vorausbildung

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Version vom 15. Februar 2026, 15:51 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Datenblatt Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.)
Die Wachoffiziers-Vorausbildung (W.V.A.) bildete das fachliche und charakterliche Fundament für den Offiziersnachwuchs der U-Boot-Waffe. In diesem mehrwöchigen Lehrgang wurde entschieden, welche Seeoffiziere die notwendige Eignung besaßen, um auf den Brücken der Frontboote als II. oder I. Wachoffizier Dienst zu tun.
Historischer Kontext & Organisation
Selektion und Zielsetzung: Mit der massiven Ausweitung des U-Boot-Bauprogramms ab 1939 stieg der Bedarf an qualifizierten Wachoffizierern (W.O.) sprunghaft an. Die W.V.A. diente als "Sieb", um Offiziere aus der Überwasserflotte auf ihre Tauglichkeit für den extremen Dienst in der Enge eines U-Bootes zu prüfen. Nur wer hier die hohen Anforderungen in Navigation, Signalwesen und Nervenstärke erfüllte, verblieb in der U-Boot-Ausbildung.
Fachliche Ausbildungsinhalte:
Ein zentraler Schwerpunkt war die handwerkliche Beherrschung der Navigations- und Ortungsgeräte. Die jungen Offiziere lernten die präzise Identifizierung von Schiffstypen bei Nacht und Nebel sowie das Halten von Fühlungsmeldungen. Da der Wachoffizier die "Augen des Kommandanten" darstellte, wurde besonderer Wert auf die fehlerfreie Beherrschung des Signaldienstes (Morsen und Winken) gelegt, um die Funkstille im Einsatzraum nicht zu gefährden.
Einführung in das Torpedoschießwesen:
Während der W.V.A. erfolgte die erste theoretische Einweisung in die Arbeit am Vorhaltrechner. Die Teilnehmer übten die Schätzung von Gegnerfahrt, Entfernung und Lagewinkel – die entscheidenden Parameter für einen erfolgreichen Torpedofächer. Diese kognitive Schulung am Angriffssimulator bereitete die Offiziere auf ihre spätere Rolle bei der Berechnung von Schussdaten auf der Brücke oder im Turm vor.
Standorte und praktische Schulung:
Die Lehrgänge wurden vornehmlich bei den Unterseeboots-Ausbildungsabteilungen (U.A.A.) durchgeführt, insbesondere in Plön (1. U.A.A.) und später in Memel oder Pillau. Hier sammelten die Anwärter oft auf alten Schulbooten vom Typ II ihre ersten praktischen Erfahrungen im Tauchdienst. Die Ausbildung war geprägt von physischer Härte und ständiger Überprüfung der Disziplin unter Sauerstoffmangel und Enge.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personelle Qualitätssicherung: Die W.V.A. verhinderte, dass die hohe Schlagzahl des Neubauprogramms zu einer Verwässerung der Ausbildungsstandards führte. Sie sicherte das fachliche Niveau der Wachoffiziere, die im Notfall das Boot eigenständig führen mussten.
Entlastung der Kommandanten: Ein Absolvent der W.V.A. war die operative Lebensversicherung des Bootes. Er war geschult, bei plötzlichen Angriffen durch Flugzeuge oder Zerstörer sofort die richtigen Befehle zum Alarmtauchen oder Ausweichen zu geben, ohne auf den Kommandanten warten zu müssen.
Karrierebaustein: In den Stammrollen der U-Boot-Waffe markiert die W.V.A. den offiziellen Wechsel vom Überwasser- zum U-Boot-Dienst. Sie war die zwingende Voraussetzung für den anschließenden U-Lehrgang und den späteren Aufstieg zum Kommandanten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 / 244 Unterlagen der 1. Unterseeboots-Ausbildungsabteilung (U.A.A.). Beinhaltet Lehrgangspläne, Prüfungsordnungen und Beurteilungsbögen für die Wachoffiziers-Anwärter.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Detaillierter Nachweis über die Kommandierung und den erfolgreichen Abschluss der W.V.A. im militärischen Werdegang.
BArch RM 92 / 5002 Akten der U-Boot-Ausbildungskonferenzen. Dokumentiert die Anpassung der Vorausbildung an die geänderten taktischen Anforderungen der Frontboote.
Literaturverweise
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. (Mittler Verlag, liefert Kontext zur Ausbildungslaufbahn).
Herzog, Bodo Deutsche U-Boote 1906–1966. (Karl Müller Verlag, beschreibt die Struktur der Ausbildungseinheiten in der Ostsee).
Mallmann Showell, Jak P. Das Archiv der deutschen U-Boote. (Beinhaltet Details zum Dienstalltag und zur Schulung der Wachoffiziere in den U-Schulen).
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