Aktionen

Nautilus

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 15. Februar 2026, 17:01 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
!!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe !!!
Datenblatt Versuchsboot Nautilus (M 81 / M 581)
Die Nautilus war ein ehemaliges Minensuchboot des Typs 1916, das als Versuchsschiff für das Sperrversuchskommando (SVK) eine zentrale Rolle bei der Erprobung von Minen- und Räumgeräten spielte. Neben dem Versuchsbetrieb zeichnete sich das Boot durch aktive Einsätze beim Angriff auf Polen und dem Unternehmen Weserübung aus.
Baudaten & Technische Maße
Bauwerft: Seebeckwerft, Geestemünde.
Kiellegung: 1917 (als M 81 / Bauauftrag M 581).
Stapellauf: 08.09.1919.
Indienststellung: 30.10.1919 (Zunächst als Flottentender verwendet).
Umbenennung: 11.03.1929 in "Nautilus" (Einsatz beim Sperrversuchskommando - SVK).
Dimensionen: Länge: 59,30 m / Breite: 7,40 m / Tiefgang: 2,23 m.
Einsatzverdrängung: 553 t (Maximal).
Antrieb: 2 Marine-Dampfkessel, 2 Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen, 1.600 PS.
Geschwindigkeit: 16,0 kn (ca. 30 km/h).
Besatzung: 40 Mann.
Bewaffnung
Bei Indienststellung: 1 x 10,5 cm L/45-C/06 und 1 x 20 mm Flak L/65-C/38.
Ab 1943: Verstärkung auf 2 x 20 mm Flak.
Einsatzgeschichte (1939–1945)
Polenfeldzug 1939: Einsatz in der Danziger Bucht unter dem F.d.M.O. (Kapitän z. S. Ruge). Am 19.09.1939 Beteiligung an der schweren Beschießung polnischer Stellungen bei Gotenhafen gemeinsam mit der Schleswig-Holstein.
Weserübung 1940: Teil der Kriegsschiffsgruppe 7. Transport von Infanterieeinheiten zur Besetzung des dänischen Hafens Nyborg am 09.04.1940.
Skagerrak 1940: Am 19.04.1940 entging das Boot als Geleitsicherung einem Torpedoangriff des britischen U-Bootes HMS Triad (alle 4 Torpedos fehlten).
Späte Kriegsjahre: Ab 01.10.1940 Rückbenennung in M 581. Einsatz als Torpedofangboot beim Sperrversuchskommando bis Kriegsende.
Das Ende & Verbleib nach 1945
Minenräumdienst: Nach der Kapitulation 1945 als Kriegsbeute zum Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.). Einsatz in der 3. Minenräumdivision (Kopenhagen) innerhalb der 40. Minensuchflottille.
Verschrottung: Das Boot verblieb bis zur Auflösung der G.M.S.A. im Dienst und wurde schließlich im Jahre 1950 in Dänemark abgewrackt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sperrwaffenerprobung: Als Versuchsschiff des SVK war die Nautilus maßgeblich an der Erprobung von Minen- und Zündsystemen beteiligt. Diese Erkenntnisse waren grundlegend für die Sicherung der U-Boot-Auslaufwege und die Verminung feindlicher Gewässer.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 / 5088 Kriegstagebuch (KTB) des Versuchsbootes Nautilus / M 581 (Einsätze in Polen und Dänemark).
BArch RM 7 Akten der Seekriegsleitung (Skl). Berichte über die Übergabe an die Alliierten und die Aufstellung des Deutschen Minenräumdienstes 1945.
BArch RM 125 Unterlagen zum Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) - Tätigkeitsberichte der 3. Minenräumdivision Kopenhagen.
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945". Band 2: Minensuchboote.
Jung, Dieter "Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine 1939-1945 und ihr Verbleib" (Dokumentation des Minenräumdienstes).
Ruge, Friedrich "Im Küstenvorfeld: Minensuchen, Geleit, U-Boot-Jagd". (Details zu den Einsätzen 1939/40).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132