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Flaklehrgang

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Ausbildung Flaklehrgang
Der Flaklehrgang (Flugabwehrkanonen-Lehrgang) war für die Besatzungen der Unterseeboot-Waffe eine überlebenswichtige Spezialausbildung. Da die Bedrohung durch alliierte Flugzeuge ab dem Jahr 1942 massiv zunahm, wurde die Verteidigung mit Flugabwehrwaffen an Oberdeck zu einem zentralen Ausbildungsschwerpunkt.
Historischer Kontext & Organisation
Anfang: Die Lehrgänge wurden verstärkt ab 1935 mit dem Aufbau der Kriegsmarine etabliert. Ab 1942/43 wurden sie aufgrund der massiven alliierten Luftüberlegenheit für fast alle Besatzungsmitglieder schwimmender Einheiten intensiviert.
Dauer: Je nach Spezialisierung (Schütze, Richtkanonier oder Geschützführer) dauerte ein Lehrgang zwischen zwei und sechs Wochen.
Standorte: Die Ausbildung an den Flugabwehrwaffen fand an spezialisierten Marine-Flakschulen statt.
Die Marine-Flakschule I hatte ihren Sitz in Swinemünde und unterhielt verschiedene Außenstellen auf der Insel Usedom.
Die Marine-Flakschule II war ursprünglich in Daxlanden bei Karlsruhe beheimatet und wurde im Verlauf des Krieges nach Misdroy verlegt.
Die Marine-Flakschule III befand sich in Misdroy (Pommern) und war besonders für die schwere Flugabwehr sowie die Erprobung neuer Waffen zuständig.
Lehrgangsinhalte für Unterseeboot-Personal
Waffenkunde: Bedienung der 2-Zentimeter-Flak (Einling, Vierling) und der 3,7-Zentimeter-Flak-M42.
Flugzeugerkennung: Das schnelle Identifizieren von Freund und Feind (Silhouettenkunde) war entscheidend, da bei einem Luftangriff oft nur Sekunden für die Entscheidung zwischen „Alarmtauchen“ oder „Abwehrfeuer“ blieben.
Schießtraining: Praktische Übungen auf See gegen Schleppziele (Luftsäcke), die von Flugzeugen der Luftwaffe gezogen wurden, sowie Schulung in der Entfernungs- und Vorhaltemessung.
Besonderheit: Ab 1943 gab es spezialisierte Lehrgänge für „U-Flak-Boote“. Hier wurde trainiert, den Kampf gegen Flugzeuge an der Oberfläche aufzunehmen, anstatt zu tauchen – eine taktisch sehr verlustreiche Methode.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Überlebensnotwendigkeit: Da Flugzeuge ab 1943 die Hauptgefahr darstellten, wurde die Flakausbildung für die Besatzungen (insbesondere für das Brückenpersonal) überlebenswichtig.
Wintergarten-Dienst: Absolventen besetzten die Flak-Plattformen (den sogenannten „Wintergarten“). Ein Flaklehrgang war Voraussetzung, um als Flak-Leiter (meist der II. Wachoffizier) oder Geschützführer eingesetzt zu werden.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert dieser Lehrgang eine Zusatzqualifikation, die oft unmittelbar vor der Versetzung auf ein Frontboot (z.B. der Typen VII C/41 oder IX) erfolgte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marine-Flakschulen I, II und III (Beinhaltet Lehrgangspläne, Schießberichte und taktische Richtlinien für die U-Boot-Abwehr).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zur Abwehr der Luftgefahr und zur Verstärkung der Flak-Bewaffnung auf Unterseebooten.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine (Dokumentiert die Absolvierung der Flak-Spezialkurse als Teil der Seeoffizier- und Unteroffizierslaufbahn).
Literaturverweise
Bredow, Armin "Die Marineflak" (Detaillierte Darstellung der Ausbildungsgänge und der Organisation der Flakschulen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Informationen zur technischen Entwicklung der Flak-Plattformen/Wintergärten).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Darstellung des Ausbildungswesens der Marineartillerie).
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