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| Ausbildung
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Artillerielehrgang
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| In der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine war der Artillerielehrgang die zentrale Fachausbildung für Offiziere und Unteroffiziere. Er diente der Schulung in Feuerleitung, Ballistik und Waffenmechanik. Ziel war die Beherrschung der Schiffsgeschütze sowohl im offensiven Handelskrieg als auch in der defensiven Flugabwehr.
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| Inhalte, Schwerpunkte & Standorte
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| Theorie & Praxis: |
Vermittlung von Mathematik, Ballistik und der Funktionsweise optischer Entfernungsmesser. Praktisch standen der Dienst am Geschütz, die Behebung von Ladehemmungen und das Schießen auf See- und Luftziele im Vordergrund.
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| Standorte: |
Die Ausbildung fand primär an den Marineartillerieschulen (M.A.S.) statt, unter anderem in Kiel-Wik, Saßnitz oder an spezialisierten Flak-Schulen (z. B. Misdroy).
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| Besonderheit „Plattformdynamik“: |
Ein spezifischer Teil der Ausbildung befasste sich mit dem Schießen von einer instabilen Plattform. Die Lehrgangsteilnehmer lernten, das Rollen und Stampfen des Schiffes in die Feuerleitung einzukalkulieren und den Schuss im „Durchgang“ durch die Horizontallinie auszulösen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Artillerieoffizier an Bord: |
Für künftige Wachoffiziere war der Lehrgang obligatorisch. Sie fungierten an Bord oft als Artillerieoffiziere und leiteten das Feuer der Deckskanone (z. B. 8,8-cm oder 10,5-cm) sowie der Flak-Bewaffnung.
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| Flak-Abwehr & Tiefflieger: |
Mit zunehmender Luftbedrohung (ab 1943) lag der Fokus auf Flugzeugerkennung und der effizienten Nutzung der 2-cm- und 3,7-cm-Flak. Hierbei wurde auch die taktische Einbeziehung von Luftlagemeldungen der Nachrichtenabteilungen geschult.
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| Besonderheit „Nachtschießen“: |
Für U-Boot-Personal wurde das Schießen bei eingeschränkter Sicht und unter Verwendung von Leuchtspurmunition gedrillt, da Artillerieangriffe auf Frachter oft in der Dämmerung oder nachts über Wasser erfolgten.
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| Stellung in der Laufbahn & Personalwesen
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| Qualifikation: |
Der erfolgreiche Abschluss bildete die Grundlage für die Beförderung zum Maat/Obermaat der Artillerielaufbahn oder war fester Baustein der Seeoffiziersausbildung (Fähnrichskompanie).
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| Personalreserve: |
Absolventen (insbes. erfahrene Obermatrosen) bildeten den Kader für die Baubelehrung neuer Einheiten. Dies stellte sicher, dass ein Boot unmittelbar nach Indienststellung über eine gefechtsbereite Geschützbedienung verfügte.
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| Personalhistorie: |
In den Stammrollen (BArch PERS 6) dokumentiert dieser Lehrgang die fachliche Spezialisierung für den Überwasser-Waffeneinsatz.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Marineartillerieschulen. Beinhaltet Schießvorschriften, Lehrgangspläne und technische Beschreibungen der Geschützoptiken.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die erworbenen Fachqualifikationen und Dienststellungen als Artillerie- oder Flak-Leiter.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt Marineartillerie).
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| Busch / Röll |
"Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zur Bewaffnung und Ausbildung des Deckspersonals).
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| Harnack, Wolfgang |
"Die deutschen Flak-Abteilungen der Marine" (Details zur spezialisierten Ausbildung an den leichten Flak-Waffen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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