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| Bauwerk
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U-Boot-Bunker Fink II (Hamburg)
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| Fink II (Tarnname) war ein Nassbunker am Rüschkanal auf dem Gelände der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder. Er diente primär als Reparatur-, Montage- und Ausrüstungsbunker, war jedoch Schauplatz von 114 Stapelläufen. Aufgrund seiner massiven Bauweise diente er zudem als Luftschutzraum für Tausende Zivilisten. Heute ist die Ruine als Mahnmal in den Rüschpark integriert.
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| Baudaten & Technische Konstruktion
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| Bauzeit: |
März 1941 bis 1944 (Arbeitsgemeinschaft Wayss & Freytag / Beton- und Monierbau AG).
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| Kapazität: |
5 Nassboxen für insgesamt 15 U-Boote.
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| Dimensionen: |
Länge: 151 m / Breite: 153 m / Deckenstärke: bis zu 3,6 m Stahlbeton (ca. 263.000 t Gesamtgewicht).
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| Gründung: |
Komplexes Fundament mittels Pfahlgründung im weichen Elbmarschboden. Der Bau erfolgte "im Trockenen", der Rüschkanal wurde erst nach Fertigstellung geflutet.
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| Bewaffnung: |
Zur Nahbereichsverteidigung gegen Tiefflieger befanden sich 3 x 3,7-cm Flak-Geschütze auf dem Bunkerdach.
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| Werftbetrieb & Zwangsarbeit
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| Produktion: |
114 Stapelläufe (vorwiegend Typ VII C). Letzter Stapellauf am 18.04.1945 (U 2371).
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| Funktion: |
Durchführung von Restarbeiten, Endausrüstung und komplexen Reparaturen an Frontbooten.
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| Arbeitseinsatz: |
Massiver Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen (Lager „Rüschkanal“). KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Hamburg-Finkenwerder (KZ Neuengamme) wurden für gefährlichste Bau- und Trümmerarbeiten herangezogen.
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| Kriegseinwirkung & Zerstörung
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| Luftangriff: |
08./09.04.1945: Schwerer RAF-Angriff. Versenkung von U 2509, U 2514 und U 3512 im Bunkerbereich.
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| Tallboy-Einschlag: |
09.04.1945: Angriff mit Spezialbomben (Tallboy / Grand Slam). Sechs Deckendurchschläge; Versenkung von U 677 und U 982 durch Absinken eines Hebewerks in Box 5.
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| Zivilschäden: |
Nutzung als Luftschutzraum für ca. 3.000 Zivilisten. Ca. 58 Tote und über 120 Verletzte durch Direkttreffer während der Angriffe im April 1945.
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| Nachkriegsgeschichte & Gedenkstätte
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| Demontage: |
17.10.1945: Teilsprengung durch britische Pioniere. In den 1960ern Abtragung bis auf +5,70 m NN und Zuschüttung der Kammern. Seit den 1980ern vollständig verfüllt.
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| Mahnmal: |
Eröffnung am 26.08.2006 (Entwurf Kirsch + Bremer). Die Dimensionen der Boxen werden durch schwarzen Schotter und künstlerische Informationstafeln im Rüschpark visualisiert.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Akten der Seekriegsleitung zum Bau von U-Boot-Schutzbunkern an der Nordseeküste.
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| BArch RM 121 |
Stammrollen und Werftberichte der Deutschen Werft AG, Hamburg-Finkenwerder.
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| BArch RL 4 |
Berichte der Luftwaffe über Flak-Einsätze und Schadensmeldungen im Bereich Finkenwerder.
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| Literaturverweise
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| Jan Heitmann |
"Boote unter Beton: Die Hamburger U-Boot-Bunker" (Detaillierte Darstellung von Elbe II und Fink II).
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| Ronald Ross |
"Die Hamburger U-Boot-Bunker im Zweiten Weltkrieg" (Umfassende Baugeschichte und Einsatztaktik).
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| Michael Grube |
"U-Boot-Bunker in Hamburg: Die Konstruktion der Schutzbauwerke" (Technischer Fokus auf Stahlbetonbau und Zerstörung).
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