Aktionen

Signaldienst

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 18. Februar 2026, 16:04 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Fachdienst Signaldienst
Der Signaldienst war der spezialisierte Zweig der Kriegsmarine für die optische und akustische Kommunikation. Als zweite Säule des Nachrichtenwesens neben dem Funkdienst sicherte er die unmittelbare Verständigung im Sichtbereich. Seine taktische Hauptbedeutung lag in der Wahrung der Funkstille, da optische Signale nicht über große Distanzen geortet werden konnten.
Historischer Kontext & Organisation
Signalmittel: Übermittlung mittels Flaggenalphabet (Signalflaggen), Winkersignalen, Lichtmorsen (Signalscheinwerfer) sowie akustischen Signalen (Nebelhörner, Sirenen).
Ausbildung: Intensive Schulung der Signalgasten an Marinenachrichtenschulen. Fokus auf schnelles „Mitlesen“ von Lichtsignalen und fehlerfreies Setzen von Flaggenhissen unter Zeitdruck.
Dienstbetrieb: Unterstellung fachlich der Inspektion des Bildungswesens, operativ den Signaloffizieren der Stäbe. Signalstationen befanden sich meist auf der Brücke oder dem Signaldeck.
Kriegsende: Einsatz bei der Flüchtlingsevakuierung in der Ostsee 1945. Nach der Kapitulation Weiterführung zur Koordination mit alliierten Behörden und dem Deutschen Minenräumdienst.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funkstille: Essentiell für die Zusammenarbeit mit Sicherungsflottillen; Informationsaustausch per Lichtmorsen verhinderte die Einmessung der Position durch feindliche Funkpeilung.
Identifikation: Austausch täglicher Erkennungssignale beim Anlaufen der Stützpunkte (Biskaya/Norwegen), um Beschuss durch eigene Küstenartillerie oder Vorpostenboote zu vermeiden.
Offiziersausbildung: Fundierte Signalkenntnisse waren Pflicht für U-Boot-Offiziere, insbesondere zur Navigation in zwangsgeführten Minenwegen durch Flaggensignale der Jäger.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 895 Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Übersicht der Flaggensignale und Kommunikationsverfahren).
BArch RM 123 Akten der Marinenachrichtenschulen (Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für das Signalpersonal).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichtenwesen (Taktische Bedeutung der optischen Signalgebung).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über das Nachrichten- und Signalwesen).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische Entwicklung der optischen Signalmittel).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132