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44. Minensuchflottille

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Verband 44. Minensuchflottille
Die 44. Minensuchflottille war ein essentieller Sicherungsverband der Kriegsmarine im Golf von Biscaya. Mit ihrem Hauptstützpunkt in Blaye sicherte sie die strategisch kritische Gironde-Mündung. Ihre Hauptaufgabe lag im Schutz der Zufahrtswege zum Hafen von Bordeaux, einem der wichtigsten deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: November 1940 zur Verstärkung der Sicherungskräfte im besetzten Frankreich.
Hauptstützpunkt: Blaye (Gironde). Operationsraum: Französische Westküste (Garonne- und Dordogne-Mündung).
Unterstellung: Truppendienstlich dem Führer der Minensuchboote West (F.d.M. West).
Ausstattung: Überwiegend umgerüstete Hilfsminensuchboote, Walfänger und ehemalige Fischereifahrzeuge (robuste Bauart für die schwere See in der Biscaya).
Auflösung: September 1944 infolge des Rückzuges aus Süd- und Westfrankreich. Einheiten wurden teils selbst versenkt; Personal kam in den Erdkampf (Marine-Infanterie).
Aufgaben & Spezifische Merkmale
Wegesicherung: Systematisches Räumen von Minensperren (insbes. Magnet- und Luftminen), um die Fahrrinnen für Großkampfschiffe und U-Boote passierbar zu halten.
Kampf gegen "Gardening": Abwehr der intensiven britischen Minenlegeoperationen durch das RAF Coastal Command im Bereich der Gironde.
Geleitschutz: Sicherung des küstennahen Nachschubverkehrs gegen alliierte Schnellboote und Jagdbomber-Angriffe.
Besonderheit: Einsatz von Walfängern: Diese Schiffe waren aufgrund ihrer Wendigkeit und stabilen Bauweise besonders für die U-Jagd und den Minenräumdienst in Küstennähe geeignet.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schutz der 12. U-Flottille: Lebensnotwendige Sicherung der Ein- und Auslaufwege für die in Bordeaux stationierten Front-U-Boote.
Monsun-Geleite: Geleitschutz für die wertvollen Transport-U-Boote und Monsun-Boote (Typ IX D2/XB) bei der gefährlichen Passage durch die Küstengewässer.
Nothilfe: Navigationshilfe und verstärkter Flak-Schutz für beschädigte Heimkehrer, um deren sichere Überführung in die U-Boot-Bunker von Bordeaux zu garantieren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 69 / 180 Akten der Minensuchflottillen im Westraum (Einsatzberichte der 44. MS-Flottille vor Blaye).
BArch RM 61 / 15 Unterlagen des Führers der Minensuchboote West (Operative Befehle Gironde).
BArch RM 7 / 2333 Seekriegsleitung (Verteidigungsplanung Westraum und Verlustlisten).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Sicherungsverbände Frankreich).
Harnack, Wolfgang "Die Sicherungsverbände der Kriegsmarine 1939-1945" (Gliederung der Hilfsminensuch-Einheiten).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, technische Daten der Walfänger und Hilfsschiffe).
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