|
|
|
| Ausbildung
|
Fähnrichskompanie
|
|
|
|
|
| Eine Fähnrichskompanie war die organisatorische Grundeinheit an einer Marineschule, vornehmlich der Marineschule Mürwik, in der Offizieranwärter während ihrer theoretischen und praktischen Ausbildung zusammengefasst wurden. Sie bildete den primären Lebens- und Ausbildungsraum, in dem der Korpsgeist der künftigen Offiziersgeneration geformt und die militärische Disziplin gefestigt wurde.
|
|
|
|
|
| Struktur, Hierarchie und Ausbildung
|
|
|
| Führung: |
Leitung durch einen Kompaniechef (Kapitänleutnant/Korvettenkapitän) und mehrere Divisionsoffiziere, die für die Erziehung und disziplinarische Führung der Anwärter zuständig waren.
|
| Infanterie-Drill: |
Intensiver formaler Exerzierdienst sowie Ausbildung an Handfeuerwaffen zur Festigung der militärischen Haltung parallel zum akademischen Studium im Hörsaal.
|
| Crew-System: |
Die Kompanie war die Wiege der lebenslangen Bindungen innerhalb der jeweiligen Jahrgangs-Crew (z. B. Crew 36 oder Crew 37b).
|
| Vorbereitung: |
Gezielte Vorbereitung auf Fachlehrgänge wie den Navigationslehrgang oder den ersten Schützenlehrgang zur Erlangung der Offiziersreife.
|
|
|
| Spezifische Merkmale & Selektion
|
|
|
| Seekadetten-Status: |
Innerhalb der Kompanie erfolgte der Übergang vom Seekadetten zum Fähnrich zur See, markiert durch bestandene Zwischenprüfungen und praktische Bordpraktika.
|
| Charakterliche Prüfung: |
Ständige Überwachung der „Offizierswürde“ und der sozialen Integration; unzureichende Führungseignung führte zum sofortigen Ausschluss aus der Kompanie.
|
| Segelschulschiff-Bezug: |
Die Kompanie organisierte die theoretische Nachbereitung der Ausbildungsreisen auf Segelschulschiffen wie der Gorch Fock oder Horst Wessel.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Erste Sichtung: |
In der Fähnrichskompanie erfolgte die erste fachliche und psychische Selektion für den Dienst auf Booten. Prüfung der technischen Auffassungsgabe und Belastbarkeit.
|
| Laufbahn-Weichen: |
Nach Abschluss der Kompaniezeit erfolgte bei Eignung die Versetzung zur 1. U.L.D. oder direkt als Wachoffiziersschüler auf Schulboote.
|
| Personalreserve: |
Fähnriche aus den Kompanien stellten ab 1943 ein kritisches Reservoir zur Deckung der personellen Verluste unter den Wachoffizieren dar.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 123 |
Akten der Marineschulen (Enthält Stammrollen und Ausbildungsordnungen für Fähnrichskompanien).
|
| BArch RM 20 / 904 |
Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Richtlinien für die Offiziersausbildung).
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten von Offizierspersonal (Nachweise über die Zeit in der Fähnrichskompanie und Crew-Zugehörigkeit).
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
|
| Hildebrand, Hans H. |
"Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
|
| Mulligan, Timothy P. |
"Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Soziologische Aspekte der Offiziersausbildung).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|