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Marinestammabteilung Munsterlager

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Verband Marinestammabteilung Munsterlager
Die Marinestammabteilung Munsterlager (auch als Marine-Ersatz-Abteilung geführt) war ein bedeutender Landverband für die personelle Grundstruktur der Kriegsmarine. Der Standort in der Lüneburger Heide diente als zentrale „Durchgangsschleuse“ für Personalreserven und Ausbildungskader sowie als geschützter Sammelpunkt für die infanteristische Formung des seemännischen Nachwuchses fernab der gefährdeten Küstenzonen.
Historischer Kontext & Organisation
Entstehung: Formierung ca. 1941/42 im Zuge der massiven personellen Aufstockung der Kriegsmarine; Nutzung des Truppenübungsplatzes Munsterlager als sicherer Ausbildungsort im Hinterland.
Funktion: Aufnahme, Einkleidung und infanteristische Grundausbildung von Rekruten; Verwaltung von Genesenden sowie Bereitstellung von Personalreserven für die Marinestation der Nordsee.
Ausbildung: Durchführung des Kompaniedienstes und Erdkampfausbildung unter Nutzung der weitläufigen Übungsgelände zur Steigerung der physischen Belastbarkeit.
Kriegsende: Bestand bis Frühjahr 1945; Eingliederung der Einheiten als Marine-Schützen-Bataillone in die Verteidigungskämpfe des norddeutschen Raums gegen britische Truppen.
Spezifische Merkmale & Rekrutierung
Rekrutierung: Zentraler Ort der Vereidigung und ersten drei Monate Grundausbildung für Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.) und Seiteneinsteiger der Kriegsjahre.
Infrastruktur: Bereitstellung massiver Unterbringungskapazitäten für Personal, das aufgrund der alliierten Luftüberlegenheit nicht mehr in den bombengefährdeten Küstenstädten stationiert werden konnte.
Sonderformationen: Aufstellung von Marschbataillonen zur schnellen Auffüllung von Sicherungsverbänden an den besetzten Küstenabschnitten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Erste Phase: U-Boot-Personal durchlief hier oft die erste militärische Grundschulung, bevor die Versetzung zur fachspezifischen Ausbildung an die U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.) erfolgte.
Personal-Verfügung: Administrative Zuteilung von Kommandanten nach Lazarettaufenthalten oder zwischen Kommandos, sofern die Kapazitäten in Wilhelmshaven erschöpft waren.
Disziplinarischer Rahmen: Festigung der soldatischen Haltung der Personalreserve während der Wartezeiten auf neue Bootszuweisungen oder Baubelehrungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marine-Ersatz- und Ausbildungsabteilungen (Unterlagen zur Organisation und zum Ausbildungsbetrieb in Munsterlager).
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation des Diensteintritts und der Grundausbildung am Standort Munsterlager.
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur personellen Auffüllung und Nutzung von Truppenübungsplätzen im Hinterland.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation und den Ersatzabteilungen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Marine-Ersatzeinheiten).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Landstandorte für die Personalplanung).
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