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3. Schiffsstammabteilung

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Verband 3. Schiffsstammabteilung (3. S.S.A.)
Die 3. Schiffsstammabteilung (3. S.S.A.) war ein Kernverband für die Ausbildung des personellen Nachwuchses der Kriegsmarine. Als eine der frühen „Kaderschmieden“ der Marinestation der Ostsee sicherte sie die infanteristische und disziplinarische Formung von technischem Personal und Seemännern für den aktiven Dienst in der Flotte.
Entstehung, Funktion und Standorte
Aufstellung: Formiert am 01.01.1934 durch Umbenennung der ehemaligen Küstenwehrabteilung III; Unterstellung beim 2. Admiral der Ostsee bzw. dem 1. Schiffsstammregiment.
Standorte: Neuwasser / Danzig-Westerplatte (1934–1940); kurzzeitig Brest (1940–1941) zur Unterstützung der Weststützpunkte; Warenhof bei Libau (1941–1944).
Ausbildungsprofil: Durchführung der militärischen Grundausbildung für technisches Personal und Seemänner; Gliederung in fünf bis sieben Kompanien je nach Rekrutenaufkommen.
Erdkampf-Vorbereitung: Vermittlung infanteristischer Basiskenntnisse, die insbesondere während der Stationierung im Baltikum (Lettland) für den Sicherungsdienst im Osteinsatz relevant waren.
Ende 1944: Auflösung der Abteilung in Libau im September 1944; Überführung des Personals in Marine-Schützen-Bataillone oder U-Boot-Ersatz-Einheiten.
Spezifische Merkmale & Ausbildung
Danziger Tradition: Durch den langjährigen Stammsitz in Neuwasser war die Abteilung eng mit der maritimen Infrastruktur der Danziger Bucht und der Westerplatte verknüpft.
Fachkader-Schulung: Fokus auf der disziplinarischen Formung von künftigem Fachpersonal der technischen Laufbahnen vor dem Wechsel an die spezialisierten Fachschulen.
Stützpunktdienst: Während der Phase in Brest (1940) stellte die Abteilung wesentliche Kontingente für das erste Wach- und Sicherungspersonal der dortigen Bunkeranlagen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rekrutenauslese: Erster militärischer Schliff für spätere U-Boot-Spezialisten (Maschinisten/Funker) vor der Versetzung zu den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D).
Offiziersnachwuchs: Für die Crews 34 bis 39 diente die 3. S.S.A. als obligatorische Station für den Infanterielehrgang zur Vorbereitung auf die Seeoffizierslaufbahn.
Sicherungskräfte: Bereitstellung von personellen Kapazitäten für die frühe Absicherung der französischen U-Boot-Basen unmittelbar nach deren Besetzung 1940.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marine-Ersatz- und Ausbildungsabteilungen: Akten zur Organisation und den Standorten Danzig, Brest und Libau.
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen der Marinestation der Ostsee mit Nachweisen über die Grundausbildung bei der 3. S.S.A.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation der Infanterielehrgänge für Seeoffiziers-Crews am Standort Neuwasser.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation und den Schiffsstammabteilungen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Marine-Ersatzeinheiten).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Landstandorte für die Personalplanung).
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