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Feldwebelanwärterlehrgang

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Ausbildung Feldwebelanwärterlehrgang (Portepee-Unteroffizier-Anwärterlehrgang)
Der Feldwebelanwärterlehrgang war die entscheidende technische und militärische Qualifikationsphase für den Aufstieg in das Portepee-Unteroffizierskorps der Kriegsmarine. Er diente der Vorbereitung bewährter Obermaate auf die Übernahme von Führungsaufgaben und bildete die personelle Voraussetzung für die Besetzung von Schlüsselpositionen in den technischen und seemännischen Fachlaufbahnen.
Entstehung, Funktion und Prüfungswesen
Aufstellung: Intensivierung der systematischen Ausbildung ab 1935 zur Deckung des enormen Bedarfs an fachlich hochqualifizierten Vorgesetzten auf den neuen Einheiten der Flotte.
Funktion: Qualifizierung erfahrener Obermaate für die Beförderung zum Feldwebel bzw. zu den entsprechenden Dienstgraden wie Obermaschinist oder Obersteuermann.
Ausbildung: Vertiefte Fachausbildung (z. B. Laufbahn II oder III), Schulung in Menschenführung, Dienstbetrieb an Bord und Land sowie militärische Verwaltung und Ausbildungsmethodik.
Abschluss: Beendigung durch die Feldwebelprüfung; das Bestehen war zwingende Voraussetzung für die Ernennung zum Portepee-Unteroffizier und das Recht zum Tragen des Offiziersdolches.
Ende 1945: Durchführung an den jeweiligen Fachschulen bis Frühjahr 1945; in der Endphase erfolgten kriegsbedingte Verkürzungen der Lehrgangsdauer.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Vorgesetztenfunktion: Erlangung der disziplinarischen Befugnisse eines Portepee-Unteroffiziers, was eine zentrale Mittlerrolle zwischen Offizierskorps und Mannschaften bedeutete.
Fachliche Tiefe: Vermittlung komplexer technischer Zusammenhänge, die über die rein handwerkliche Maatsausbildung hinausgingen, zur selbstständigen Leitung von Sektionen.
Disziplin: Erziehung zur soldatischen Haltung und Festigung der militärischen Tugenden als Vorbild für die unterstellten Dienstgrade und Rekruten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Technisches Rückgrat: Absolventen bildeten als Obermaschinisten die unentbehrliche Brücke zwischen dem Leitenden Ingenieur (L.I.) und dem technischen Personal in der Zentrale.
Spezialschulen: U-Boot-Personal besuchte diesen Lehrgang meist an spezialisierten Standorten wie der U-Boot-Schule Neustadt oder der Marineschule Wesermünde.
Offiziersersatz: Aufgrund des Offiziersmangels in der zweiten Kriegshälfte übernahmen erfolgreiche Absolventen oft Aufgaben als Wachoffiziere oder eigenständige Teileinheitsführer.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung und Prüfung der Portepee-Unteroffiziere der Kriegsmarine.
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen mit Nachweisen über die Teilnahme an Feldwebelanwärterlehrgängen an den Fachschulen.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation der Beförderung zum Feldwebel (bzw. Obermaschinist/Obersteuermann) nach bestandenem Lehrgang.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Unteroffiziersausbildung und Laufbahnstruktur).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Kontext zur technischen Kompetenz der leitenden Unteroffiziere).
Mallmann Showell, Jak P. "The German Navy in World War Two" (Darstellung der Dienstgrade und der sozialen Struktur innerhalb der Besatzungen).
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