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Küstenschutzverband norwegische Westküste

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Verband Küstenschutzverband norwegische Westküste
Der Küstenschutzverband norwegische Westküste (auch Küstenschutzverband Westnorwegen) war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine zur Kontrolle der strategisch kritischen Gewässer zwischen Stavanger, Bergen und Ålesund. In der Struktur der U-Boot-Waffe fungierte er als „Schutzschild“ vor den großen Frontstützpunkten an der Atlantikküste Norwegens. Durch die Sicherung der unübersichtlichen Fjordausgänge gegen feindliche Schnellboote, U-Boote und Luftangriffe ermöglichte er den störungsfreien Transit der Frontflottillen in den Nordatlantik und das Eismeer.
Historische Entwicklung und Standorte
Aufstellung: Formierung im Mai 1940 unmittelbar nach der Besetzung Norwegens zur Sicherung der weitverzweigten Fjordausgänge und strategischen Küstenabschnitte.
Struktur: Operative Unterstellung unter den Admiral der norwegischen Westküste (Sitz in Bergen) innerhalb des Befehlsbereichs des Marineoberkommandos Norwegen.
Zusammensetzung: Zusammenschluss verschiedener Vorpostenflottillen (z. B. 51., 53. oder 55. Vp.-Flottille) sowie zahlreicher lokaler Hafenschutzgruppen.
Ende 1945: Aktiv bis zur Kapitulation im Mai 1945; zuletzt Sicherung der Evakuierung deutscher Truppen und U-Boote nach der Räumung der französischen Basen.
Aufgaben und Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherung: Schutz der Ansteuerungswege nach Bergen (Stützpunkt der 11. U-Flottille) gegen britische U-Boote, Schnellboote und Sabotageverbände.
Geleitdienst: Nahschutz für jedes U-Boot im Transit zwischen Deutschland und den Operationsgebieten im Nordatlantik zur Abwehr von Luftangriffen und Minengefahr.
U-Jagd: Durchführung aktiver U-Jagd-Operationen in den Fjorden, um eigene Boote beim Ein- und Auslaufen vor feindlichen Lauer-U-Booten zu schützen.
Bunkerschutz: Seeseitige Sicherung während der Bauphase des massiven U-Boot-Bunkers „Bruno“ in Bergen zur Gewährleistung eines ungestörten Baufortschritts.
Führung (Vorgesetzte Dienststellen)
Admiral Westküste: Vizeadmiral Otto von Schrader (Dienstzeitraum 1940–1945) als oberster Küstenbefehlshaber im Bereich Bergen.
Seekommandant: Seekommandant Bergen; in dessen direktem Zuständigkeitsbereich fielen die meisten operativen Aufgaben und Sicherungseinsätze des Verbandes.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-III Marinedienststellen in Norwegen: Kernbestand mit Kriegstagebüchern (KTB) des Admirals der Westküste und Berichten über Gefechte vor Bergen.
BArch RM 106 Flottillen der Sicherungsstreitkräfte: Dokumentiert die unterstellten Vorpostenboote, die den physischen Küstenschutz an der Westküste leisteten.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Reserveoffizieren, die als Lotsen, Gruppenführer oder Kommandanten im Küstenschutzverband Westnorwegen dienten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Sicherungsstreitkräfte Norwegen: Gliederung und operative Aufgaben).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, S. 182: Seekommandanturen im Bereich Norwegen).
M.Dv. 32 "Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine" (Laufbahnregelungen für das Sicherungs- und Lotsenpersonal).
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