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Divisionsfeldwebel

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Version vom 27. Februar 2026, 14:31 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Dienststellung Divisionsfeldwebel
Auf Zerstörern oder anderen größeren Kriegsschiffen war der Divisionsfeldwebel der ranghöchste und erfahrenste Unteroffizier einer schiffsinternen Division (z. B. Matrosen-, Technik- oder Artilleriedivision). Er fungierte als administratives Rückgrat seines Personalabschnitts und bildete das entscheidende Bindeglied zwischen der Offiziersebene und den Mannschaften. Seine Kompetenz in der täglichen Dienstgestaltung und der personellen Bewirtschaftung sicherte die innere Ordnung und Gefechtsbereitschaft seines spezifischen Fachbereichs.
Aufgaben und Funktionen
Personal: Führung der Stammrollen, Wachtabellen und Landgangslisten für alle Unteroffiziere und Mannschaften der Division (oft 50 bis 100 Mann).
Stabshilfe: Entlastung des Divisionsoffiziers (meist Leutnant/Oberleutnant zur See) von der täglichen Büroarbeit und Sicherstellung der Befehlsweitergabe nach unten.
Innerer Dienst: Überwachung der Disziplin, der Reinigung der Unterkünfte sowie der Vollständigkeit und Einsatzbereitschaft der persönlichen Ausrüstung seiner Männer.
Gefechtsstation: Besetzung einer Schlüsselposition im Gefecht, oft als Leiter der Schadenskontrolle im eigenen Abschnitt oder als Aufsicht in der Munitionskammer.
Abgrenzung: Im Gegensatz zum schiffsumfassenden Wachtmeister (Spieß) war der Divisionsfeldwebel ausschließlich für seinen spezifischen Fachbereich verantwortlich.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungsschule: Viele spätere Obersteuermänner oder Obermaschinisten auf U-Booten dienten zuvor als Divisionsfeldwebel auf Zerstörern (z. B. in der 3. Zerstörerdivision).
Sozialkompetenz: Die Verwendung als Divisionsfeldwebel belegt in den Personalakten hohe soziale Kompetenz und organisatorisches Geschick – essentiell für den Dienst auf engem Raum.
Kader-Erhalt: Erfahrene Divisionsfeldwebel bildeten das personelle Reservoir für die Neubauprogramme der U-Boot-Waffe, da sie bereits bewährte Führungspersönlichkeiten waren.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentiert die Verwendung als Divisionsfeldwebel sowie die damit verbundenen Eignungsbeurteilungen für höhere Unteroffiziersränge.
BArch RHD 18 M.Dv. 200 (Bordordnung): Definiert die Aufgabenbereiche und Unterstellungsverhältnisse der Divisionsfeldwebel im Gefüge der Bordorganisation.
BArch RM 92 Zerstörer: In den Anlagen der Kriegstagebücher finden sich personelle Übersichten und Rollenverzeichnisse, die von den Divisionsfeldwebeln geführt wurden.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Bordorganisation und personelle Struktur der schwimmenden Einheiten).
Teske, Hermann "Die deutschen Marinen 1848–1945" (Strukturanalyse des Unteroffizierskorps und der bordinternen Hierarchien).
M.Dv. 32 "Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine" (Administrative Einordnung der Feldwebel-Dienststellungen).
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