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Schießleiter

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 28. Februar 2026, 11:39 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Dienststellung Schießleiter
Ein Schießleiter bei einer U-Boot-Flottille war ein erfahrener Fachoffizier, der für die Planung, Durchführung und Auswertung der torpedoschießtechnischen Ausbildung verantwortlich war. Als Spezialist für den Waffeneinsatz im Flottillenstab leitete er die Schießausbildung der Kommandanten und Wachoffiziere während der „Frontreifeprüfung“ in der Ostsee. Er fungierte als entscheidendes Bindeglied zwischen der Front und den Torpedoversuchsanstalten (T.V.A.), analysierte Trefferbilder bei Übungsschüssen auf Zielschiffe und war maßgeblich an der Einführung neuer Technologien wie den Flächen-Absuch-Torpedos (FAT) beteiligt. Ein Boot erhielt erst nach der fachlichen Bestätigung der Schießsicherheit durch den Schießleiter die Zertifizierung zur Frontreife.
Historischer Kontext & Funktion
Fachliche Aufsicht: Besetzung der Position meist durch hochdekorierte Kapitänleutnante oder Korvettenkapitäne mit umfassender Fronterfahrung im Torpedoeinsatz.
Ausbildung: Überwachung der taktischen Angriffsübungen; detaillierte Analyse von Schießfehlern und technischer Beratung der Besatzungen zur Steigerung der Trefferquote.
Technische Instanz: Rückmeldung technischer Mängel (z. B. Zündversager) an die Rüstungsstellen; Erprobung und Einweisung der Flottillen in moderne Zielsteuerungsverfahren.
Schießflottillen: Zentrale Rolle in spezialisierten Einheiten wie der 26. U-Flottille (Pillau) oder der 27. U-Flottille (Gotenhafen), die rein auf taktische Schießlehrgänge fokussiert waren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zertifizierung: Erteilung der finalen Freigabe für den Fronteinsatz; Bestätigung der torpedotechnischen Sicherheit und der taktischen Beherrschung der Waffenanlage.
Wissens-Transfer: Systematische Weitergabe von Einsatzerfahrungen an den Nachwuchs; Sicherstellung eines einheitlichen hohen Standards in der torpedistischen Ausbildung der Waffe.
Biografischer Marker: In Personalunterlagen markiert diese Verwendung oft eine Phase der Lehrtätigkeit erfahrener Frontoffiziere nach zahlreichen Feindfahrten zur Schonung und Kaderbildung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 U-Boots-Lehrdivisionen: Dokumentiert die Richtlinien für die torpedotechnische Ausbildung und die Berichte der Schießleiter aus der Ostsee-Erprobung.
BArch RM 7 Seekriegsleitung (Skl): Akten zur Zusammenarbeit mit den Torpedoversuchsanstalten (T.V.A.) und den taktischen Auswertungen der Schießergebnisse.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für Offiziere mit der Dienststellung „Schießleiter“ inklusive deren fachspezifischer Beurteilungen durch die Flottillenchefs.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Ausbildung: Torpedowesen und Schießausbildung der U-Boot-Waffe).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau; Kontext zur technischen Abnahme und den Funktionsprüfungen der Torpedowaffen).
Hildebrand, Hans H. „Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Bietet bei den Schießflottillen Einblicke in die personelle Besetzung der Schießleiter-Posten).
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