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| Dienststellung
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Abteilungsführer
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| In der Struktur der Kriegsmarine war der Abteilungsführer eine zentrale Funktionsbezeichnung für einen Offizier, der eine taktische oder administrative Untergruppe führte. Er bildete das Bindeglied zwischen der untersten Ebene (Kompanie/Einzelschiff) und der höheren Führungsebene (Regiment/Flottille) und besaß meist die Disziplinarstrafgewalt eines Bataillonskommandeurs. An Land koordinierte er in Einheiten wie den Schiffsstammabteilungen (S.S.A.) bis zu 1.000 Mann. Auf See, insbesondere bei Torpedobooten, führte er als taktischer Kopf eine Gruppe von drei bis fünf Booten vom Divisionsboot aus. Für die U-Boot-Waffe war diese Position als „Taktik-Schule“ essentiell, da viele spätere Flottillenchefs und Stabsmitglieder des B.d.U. hier ihre Expertise in der Angreiferkoordination (Rudeltaktik) erwarben.
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| Funktion und Aufgaben (Land & See)
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| Landorganisation: |
Führung von 4 bis 6 Kompanien in S.S.A. oder M.A.A.; Verantwortung für die infanteristische Grundausbildung, Logistik und personelle Verwaltung des Standorts.
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| Seeorganisation: |
Taktische Leitung einer Untergruppe von Schiffen (z. B. 1. Abteilung einer T-Bootsflottille); Koordination gemeinsamer Angriffsmanöver und Kursänderungen im Gefecht.
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| Disziplinargewalt: |
Ausübung weitreichender disziplinarischer Befugnisse über das unterstellte Stammpersonal und die Besatzungen zur Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung.
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| Führungsschiff: |
Präsenz auf dem Divisionsboot zur direkten Steuerung des Verbandes bei Nachtangriffen, Nebelunternehmungen oder koordinierten Torpedofächerschüssen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Taktik-Schule: |
Die Führung einer Torpedobootsabteilung galt als Voraussetzung für hohe Stabsaufgaben; das Prinzip der Rudeltaktik basierte teils auf diesen Angriffsverfahren.
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| Ausbildung: |
Einsatz erfahrener U-Boot-Kommandanten als Abteilungsführer in den U-Boot-Lehrdivisionen (U.L.D.) zur Leitung der Ausbildung ganzer Jahrgänge.
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| Biografischer Marker: |
In Personalakten von Führungsoffizieren (z. B. Eberhard Godt oder Karl Dönitz) ist diese Dienststellung ein Beleg für höchste organisatorische und taktische Autorität.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 / 1033 |
Reichsmarineamt: Dienstvorschriften über die Befehlsbefugnisse und Aufgaben der Abteilungsführer innerhalb der Land- und Seeorganisation.
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| BArch RM 121 / 162 |
Schiffsstammabteilungen: Unterlagen zur Struktur der S.S.A. und der Rolle der Abteilungsführung in der infanteristischen Grundausbildung.
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| BArch RM 121 / 642 |
Marine-Ersatzabteilungen: Akten zur Aufstellung und zur personellen Besetzung der Abteilungsführer-Stellen in den rückwärtigen Gebieten.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bodenorganisation: Dienststellungen und Hierarchien der Marine).
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| Tessin, Georg |
„Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Band 14, zur systematischen Gliederung der Marine-Abteilungen an Land und zur See).
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| Hildebrand, Hans H. |
„Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Bietet Kontext zur personellen Besetzung der Land- und Seedienststellen und den Flottillenstrukturen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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