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Marineartilleriezeugamt Kiel-Dietrichsdorf

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Dienststelle Marineartilleriezeugamt Kiel-Dietrichsdorf (M.A.Za.)
Das Marineartilleriezeugamt Kiel-Dietrichsdorf war die zentrale logistische Instanz für die Ausrüstung der Schiffe mit Artilleriematerial und Munition im Raum Kiel. Hervorgegangen aus einem Munitionsdepot der Reichsmarine, entwickelte sich die Dienststelle über das Marineartilleriedepot (1929) zum Marineartilleriezeugamt (1935) und schließlich zum Marineartilleriearsenal (1943). Für die U-Boot-Waffe war das M.A.Za. von strategischer Bedeutung, da es die Erstausrüstung der Neubauten der Germaniawerft und der Deutschen Werke mit Deckgeschützen und Flak-Bewaffnung koordinierte. Zudem sicherte es die kontinuierliche Munitionsversorgung der Front- und Schulboote in der Ostsee. Unter der technischen Leitung von Waffenoffizieren (W) erfolgte hier die Wartung, Lagerung und finale Abnahme sämtlicher waffentechnischer Komponenten für den Einsatz auf See.
Historischer Kontext & Organisation
Entwicklung: Wurzeln im Munitions- und Sperrdepot (1922); nach Ausgliederung der Sperrwaffe 1925 Marinemunitionsdepot und ab 01.10.1929 Marineartilleriedepot.
Expansion: Umbenennung zum M.A.Za. Kiel-Dietrichsdorf am 01.10.1935; Integration des Nebenzeugamtes Segeberg-Fahrenkrug als unterirdische Munitionsreserve.
Arsenal-Status: Letzte organisatorische Stufe als Marineartilleriearsenal ab dem 20.07.1943 zur Bewältigung der gestiegenen Anforderungen des totalen Seekrieges.
Aufgaben: Lagerung, technische Wartung und administrative Ausgabe von Schiffsgeschützen, Flak-Waffen sowie der gesamten artilleristischen Munitionsbevorratung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Erstausrüstung: Fachliche Koordination der Bestückung von U-Boot-Neubauten mit Bordartillerie unmittelbar vor der Indienststellung an den Kieler Großwerften.
Munitionsfluss: Zentrale Versorgungsstelle für Artillerie-Munition sowohl für einlaufende Frontboote als auch für die zahlreichen Ausbildungseinheiten im Ostseeraum.
Technisches Personal: Einsatz spezialisierter Waffenoffiziere (W) als Betriebsoffiziere zur Sicherstellung der präzisen Instandsetzung und Abnahme der Geschützoptiken und Richtmittel.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Marineleitung: Verfügungen und Organisationspläne zur Struktur der Artilleriezeugämter und Munitionsdepots im Bereich der Station Ostsee.
BArch RM 121 / 642 Personalwesen: Unterlagen zur personellen Besetzung der technischen Dienstposten für Waffenoffiziere (W) im Marineartilleriearsenal Kiel-Dietrichsdorf.
BArch RM 121 / 162 Marineartillerie: Dienstvorschriften über die fachgerechte Lagerung, Sicherung und Ausgabe von Marinemunition im Zuständigkeitsbereich des M.A.Za. Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Landorganisation: Struktur der Marine-Artillerie-Einrichtungen und Zeugämter).
Harnack, Wolfgang „Die Verteidigung der Küsten“ (Beschreibt die logistische Kette und die Zusammenarbeit zwischen den Zeugämtern und den operativen Batterien).
Hildebrand, Hans H. „Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Kontext zum Rüstungsschwerpunkt Kiel-Dietrichsdorf und dessen logistischer Bedeutung für die Flotte).
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