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| Dienststellung
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3. Funktechnischer Offizier (3. F.T.O.)
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| Ein 3. Funktechnischer Offizier war ein spezialisierter technischer Offizier auf großen Überwassereinheiten der Kriegsmarine, verantwortlich für den operativen Betrieb und die Wartung der elektronischen Anlagen. Die Dienststellung entstand ab ca. 1940/41 mit der Einführung komplexer Funkmess- (Radar) und Ortungstechnik. Er unterstand fachlich dem Leitenden Ingenieur (L.I.) und war für die Einsatzbereitschaft der Radarwarngeräte (z. B. Metox/Hagenuk) sowie der passiven Funkaufklärungsmittel zuständig. Für die U-Boot-Waffe war dieser Spezialist ab 1943 von entscheidender Bedeutung: Viele 3. F.T.O.s wurden von schweren Einheiten zu den U-Flottillen am Atlantik oder zum Typ XXI kommandiert, um die empfindliche Elektronik gegen die alliierte Ortung instand zu setzen. In den Personalunterlagen belegt diese Dienststellung eine höchste Qualifikation in der Hochfrequenztechnik, die für die Überlebensfähigkeit der Boote an der Front essentiell war.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Genesis: |
Etablierung der Dienststellung als Reaktion auf die technologische Revolution im Bereich der Funkmessortung und der notwendigen elektronischen Kampfführung ab 1940.
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| Bordorganisation: |
Integration in den technischen Stab; operative Führung des Fachpersonals (Funkmess-Maate) und enge Abstimmung mit der Schiffsführung bei Ortungskontakt.
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| Aufgaben: |
Sicherstellung der permanenten Betriebsbereitschaft der aktiven Radar-Anlagen und der passiven Empfänger zur Erfassung feindlicher Radar-Impulse.
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| Nachkriegsphase: |
Weiterführung der spezialisierten Tätigkeit auf Einheiten des Deutschen Minenräumdienstes zur Wartung verbliebener Ortungsgeräte unter alliierter Aufsicht bis 1945/46.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Technologietransfer: |
Abstellung erfahrener F.T.O.s der Flotte auf U-Boote der Typen IX und XXI zur fachgerechten Bedienung und Reparatur der neuen Ortungsschutz-Anlagen.
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| Stützpunktwerkstatt: |
Einsatz in den U-Boot-Basen am Atlantik (z. B. Brest, Lorient) zur technischen Abnahme und Kalibrierung der Funkmess-Sensorik nach den Feindfahrten.
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| Personalhistorie: |
In den Stammrollen markiert die Verwendung als 3. F.T.O. den Status eines technischen Experten für Hochfrequenzsysteme innerhalb der Offizierslaufbahn der Marine.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 / 1033 |
Dienstvorschriften über die spezifischen Aufgaben der funktechnischen Offiziere an Bord und deren Befugnisse innerhalb der technischen Bordorganisation.
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| BArch RM 121 / 142 |
Marinenachrichtenschulen: Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für die hochspezialisierte Ausbildung zum Funktechnischen Offizier der Kriegsmarine.
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| BArch RM 121 / 642 |
Personalwesen: Unterlagen zur gezielten personellen Zuweisung von Ortungsspezialisten der Überwasserstreitkräfte zu den U-Boot-Frontflottillen 1943–1945.
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| Literaturverweise
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| Giessler, Helmuth |
„Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Umfassendes Standardwerk zur technischen Entwicklungsgeschichte der Ortungstechnik und deren Personalstruktur).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Personalwesen: Fachlaufbahnen der Ingenieuroffiziere und die technischen Spezialisierungen).
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| Trenkle, Fritz |
„Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945“ (Bietet tiefen Kontext zur technischen Komplexität der Systeme, die dem Verantwortungsbereich eines F.T.O. unterlagen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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