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| Dienststellung
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Hilfs-Oberbootsmann
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| Der Hilfs-Oberbootsmann war eine spezifische Funktionsbezeichnung der Reichsmarine für erfahrene Unteroffiziere, die vorübergehend die Aufgaben eines höherrangigen Dienstpostens wahrnahmen. Eingeführt mit der Neuordnung ab 1921, diente diese Dienststellung dazu, personelle Lücken innerhalb der durch den Versailler Vertrag eng begrenzten 15.000-Mann-Struktur flexibel zu füllen. Ein Bootsmann wurde als Hilfs-Oberbootsmann eingesetzt, wenn er Funktionen wie die des Schiffswachtmeisters oder des leitenden Feldwebels übernahm, ohne formal bereits befördert worden zu sein. Zu den Aufgaben gehörten die Leitung des inneren Dienstes, die Organisation der Wachteilung und die administrative Verwaltung des Personals. Viele dieser bewährten Kräfte bildeten ab 1935 das personelle Rückgrat beim Wiederaufbau der U-Boot-Waffe, da sie über fundierte Kenntnisse in Menschenführung und Verwaltung verfügten, bevor die Bezeichnung mit der neuen Rangstruktur der Kriegsmarine im März 1935 entfiel.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Status: |
Temporäre Dienststellung (kein fester Dienstgrad) zur Besetzung vakanter Schlüsselpositionen in der bord- oder landseitigen Organisation der Reichsmarine.
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| Aufgaben: |
Überwachung der militärischen Disziplin; Verantwortung für den reibungslosen Ablauf des Tagesdienstes an Bord kleinerer Einheiten oder in den Kompanien an Land.
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| Hierarchie: |
Wahrnehmung der Disziplinarbefugnisse eines Oberbootsmannes; Bindeglied zwischen der Schiffsführung und den Mannschaftsdienstgraden.
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| Ende 1935: |
Wegfall der Hilfsbezeichnung durch die massive personelle Aufstockung und die Einführung der neuen Laufbahnverordnung der Kriegsmarine im Frühjahr 1935.
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| Personalhistorische Einordnung
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| Führungsqualität: |
Die Verwendung als Hilfs-Oberbootsmann galt als deutliches Auswahlkriterium für außergewöhnliche Eignung und war oft die Vorstufe zum Aufstieg in das Offizierskorps.
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| U-Boot-Waffe: |
Sicherung des fachlichen Niveaus beim Aufbau der ersten U-Flottillen durch erfahrene Unteroffiziere mit ausgeprägter administrativer und erzieherischer Erfahrung.
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| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Eintrag oft die Position eines Ausbilders oder Kompaniefeldwebels in einer Schiffsstammdivision der Zwischenkriegszeit.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 / 1024 |
Reichsmarineamt: Dienstvorschriften über die fachliche Stellenbesetzung und die erweiterten Befugnisse der Unteroffiziere innerhalb der Reichsmarine.
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| BArch RM 121 / 162 |
Marinestationen: Bestimmungen der Stationen Nordsee und Ostsee über die Einsetzung von Hilfsdienststellungen zur effizienten Personalbewirtschaftung.
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| BArch RM 121 / 642 |
Personalwesen: Personalstammrollen der Reichsmarine mit detaillierten Nachweisen über die Verwendung und Beurteilung in der Dienststellung Hilfs-Oberbootsmann.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Personalwesen: Die historische Entwicklung der Unteroffizierslaufbahnen seit der Reichsmarine-Ära).
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| Hessler, Günter |
„The U-Boat War in the Atlantic“ (Bietet Informationen zur kritischen Rolle des erfahrenen Unteroffizierskorps beim personellen Aufbau der U-Boot-Flotte ab 1935).
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| Hildebrand, Hans H. |
„Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Kontext zur Bordhierarchie, den Verantwortlichkeiten und der disziplinarischen Struktur in der Reichsmarine-Organisation).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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