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Unterweser Ra Horst-Lehrkompanie

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Ausbildungseinheit Unterweser Ra Horst-Lehrkompanie
Die Unterweser Ra Horst-Lehrkompanie war eine spezialisierte Ausbildungseinheit auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven. Sie diente der fachlichen Unterweisung von Marinepersonal in der Zusammenarbeit mit den Luftstreitkräften. Im Jahr 1937 bezog sich das Kürzel „Ra“ primär auf die Radio- und Funktelegrafie-Ausbildung oder frühe Verfahren der Reihenbild-Aufklärung (Luftbildwesen), da die Radartechnik zu diesem Zeitpunkt noch in der streng geheimen Erprobung war. Die Lehrkompanie fungierte als personelles Bindeglied für die Beobachter-Laufbahn (B) und bereitete Offiziere auf ihre Rolle als fliegendes Personal oder Verbindungsoffiziere vor. Die Ausbildung umfasste Kurzlehrgänge zur Bord-Boden-Kommunikation, Luftnavigation und taktischen Koordination zwischen Überwassereinheiten und Küstenfliegern, was insbesondere für den Dienst auf Schiffen mit Bordflugzeugkommandos von essentieller Bedeutung war.
Historischer Kontext & Organisation
Standort: Fliegerhorst Nordholz; zentraler Stützpunkt der Marineflieger an der Unterweser und wichtiger Knotenpunkt für die luftgestützte Seeaufklärung.
Kennung „Ra“: 1937: Fokus auf Radio- (Funktelegrafie) oder Reihenbild-Aufklärung; erst im späteren Kriegsverlauf Transformation zur Ausbildung im Funkmesswesen (Radar).
Aufgaben: Durchführung technischer und taktischer Einweisungslehrgänge für Seeoffiziersanwärter zur Sicherstellung der Kooperation zwischen Flotte und Luftwaffe.
Struktur: Ausbildungsorganisatorische Einbettung in den Fliegerhorstbetrieb unter Koordination des O.K.M. und des Reichsluftfahrtministeriums (R.L.M.).
Relevanz für die Marine-Organisation
Beobachter-Laufbahn: Vorbereitung von Offizieren auf die spezialisierte Verwendung als Beobachter in Küstenfliegergruppen oder als Bordflugzeug-Offiziere auf Kreuzern.
Bordflugwesen: Vermittlung des notwendigen Wissens für den Einsatz von Katapultflugzeugen auf Panzerschiffen und schweren Einheiten der Kriegsmarine.
Biografischer Marker: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) dokumentiert diese Kommandierung eine frühe Spezialisierung an der Schnittstelle von See- und Luftkriegführung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Marine-Ausbildungswesen: Dienstvorschriften über die fachliche Ausbildung der Marineoffiziere an Luftwaffenstützpunkten (Zeitraum 1935–1939).
BArch RL 2-III / 121 Generalstab der Luftwaffe: Akten zur Einrichtung und zum Betrieb von Lehr- und Funkkompanien auf den Marine-Fliegerhorsten (z. B. Nordholz).
BArch RM 3 / 1024 Marinepersonalamt / O.K.M.: Organisationsunterlagen zur personellen und technischen Kooperation mit dem R.L.M. im Bereich der Ausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Führung: Organisation der Marineluftwaffe und die Ausbildungsgänge für Beobachter).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Umfassende Darstellung zur Entwicklung der Funk- und Aufklärungsschulen in der Vorkriegszeit).
Hildebrand, Hans H. „Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien“ (Bietet Kontext zum Standort Nordholz und der strategischen Bedeutung der dort stationierten Einheiten).
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