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| Dienststellung
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Lotgast
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| Ein Lotgast war ein Soldat des nautischen Dienstes (Laufbahn XI), der auf die Tiefenmessung mittels Handlot und Echolot spezialisiert war. Seine Hauptaufgabe bestand in der kontinuierlichen Überwachung der Wassertiefe unter dem Kiel, um Grundberührungen zu verhindern und Navigationsdaten zu verifizieren. In der Kriegsmarine war diese Funktion insbesondere bei Nebelfahrten, in unbekannten Gewässern oder beim Passieren von Engstellen kritisch. Auf U-Booten war der Lotgast zudem für die Bedienung der Echolotanlage in der Zentrale verantwortlich, wobei er eng mit dem Navigator (Steuermann) zusammenarbeitete. In den Personalunterlagen markiert die Bezeichnung Lotgast eine technische Fachverwendung, die fundierte Kenntnisse in Hydrographie und Gerätekunde erforderte.
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| Aufgaben und Spezialisierung
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| Handlotung: |
Traditionelle Tiefenbestimmung mittels Bleilot und Lotleine bei langsamer Fahrt oder beim Ankern zur Bodenprobenentnahme und Tiefenkontrolle.
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| Echolot-Betrieb: |
Überwachung der akustischen Messgeräte (Anschütz- oder Atlas-Anlagen) sowie Interpretation der empfangenen Signale zur Bestimmung der Bodenbeschaffenheit.
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| Navigationshilfe: |
Zuarbeit für den Steuermann durch Abgleich der gemessenen Tiefen mit den Angaben in den Seekarten zur präzisen Standortbestimmung (Tiefenlinien-Navigation).
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| Wartung: |
Pflege und Instandhaltung der Loteinrichtungen und der elektrotechnischen Komponenten der Echolotschwinger an Bord.
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| Spezifische Details & Ergänzungen
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| Schleichfahrt-Lotung: |
Auf U-Booten besondere Einweisung in das lautlose Messen (Einzelimpuls-Verfahren), um die eigene Position nicht durch aktive Schallabstrahlung zu verraten.
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| Wrackwarnung: |
Erkennung von Unterwasserhindernissen und Wracks durch plötzliche Änderungen des Echolot-Ausschlags, was insbesondere in flachen Küstengewässern entscheidend war.
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| Bodenproben: |
Auswertung des am Lotblei (Talgfüllung) haftenden Grundes (Sand, Schlick, Fels) zur Bestimmung des Ankergrundes oder zur nautischen Orientierung.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Grundvermeidung: |
Essentiell beim Alarmtauchen und beim Manövrieren in geringen Tiefen (z.B. Ärmelkanal), um Beschädigungen am Rumpf oder den Ruderanlagen zu vermeiden.
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| Flachwasser-Taktik: |
Der Lotgast ermöglichte das operative "Anpirschen" an Küstenziele durch präzise Tiefenführung in Gebieten mit wechselnden Sandbänken.
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| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen markiert die Verwendung als Lotgast die fachliche Eignung für den nautischen Dienst, oft als Vorstufe zur Beförderung zum Maat.
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| Quellenverweise - | Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 121 / 142 |
Marine-Fachschulen: Dienstvorschriften und Lehrpläne für die nautische Ausbildung der Gaste und Maate im Lotdienst.
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| BArch RM 20 / 1215 |
Inspektion U-Bootwesen: Akten zur technischen Zuverlässigkeit der Echolotanlagen und Anforderungen an das Bedienpersonal auf U-Booten.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Individuelle Nachweise über Fachlehrgänge an den Navigationsschulen und Bordzeugnisse für nautisches Personal.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur fachspezifischen nautischen Laufbahn und Ausbildung).
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| Giessler, Helmuth |
Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst (Detaillierte Darstellung der Echolottechnik und deren Anwendung im Seekrieg).
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| Hildebrand, Hans H. |
Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945 (Details zur Bordorganisation).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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