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| Dienststellung
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Stationschef Nordsee (Kommandierender Admiral)
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| Der Stationschef Nordsee, offiziell als Kommandierender Admiral der Marinestation der Nordsee bezeichnet, war der oberste Befehlshaber für alle Landdienststellen, Ausbildungs- und Ersatzeinheiten sowie die Küstenverteidigung im deutschen Nordseebereich. Mit Sitz in Wilhelmshaven trug er die Verantwortung für die logistische Basis der Flotte, das gesamte Personalersatzwesen (via 2. Admiral der Nordsee) und die Sicherheit der Deutschen Bucht. Ihm unterstanden die Küstenbefehlshaber, die Marine-Artillerieabteilungen und die technischen Fachschulen. Für die U-Boot-Waffe war diese Instanz essentiell, da sie die infrastrukturelle Grundlage in den Heimathäfen sicherte und die personelle Zuweisung der Rekruten steuerte. In den Personalunterlagen dokumentiert die Unterstellung unter das Stationskommando die administrative Einbindung in den Kernbereich der westlichen Seekriegsorganisation.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Dienstsitz: |
Wilhelmshaven; traditionelles Zentrum der deutschen Marineführung für den Atlantik- und Nordseeraum seit der Kaiserzeit.
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| Hierarchie: |
Direkte Unterstellung unter das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM); disziplinarische Gewalt über alle nicht-operativen Einheiten im Stationsbereich.
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| Gliederung: |
Führung des Stabes durch den Chef des Stabes; Aufteilung in Abteilungen für Personal (Abt. P), Nachschub (Abt. Qu) und Küstenverteidigung.
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| Ende 1945: |
Auflösung des Kommandos im Mai 1945; administrative Abwicklung der Entwaffnung und Entlassung des Marinepersonals unter britischer Aufsicht.
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| Spezifische operative Details
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| Ersatzwesen: |
Steuerung der Schiffsstammabteilungen (S.S.A.) zur Sicherstellung des kontinuierlichen Personalflusses für die neu in Dienst gestellten U-Boote und Zerstörer.
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| Festungsbau: |
Koordination der schweren Küsten- und Flakbatterien im Bereich der Elb-, Weser- und Jademuendung zum Schutz der Flottenstützpunkte.
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| Logistik-Knoten: |
Verwaltung der Werftkapazitäten und Munitionsdepots, die für die Ausrüstung der Frontverbände vor dem Auslaufen in den Atlantik entscheidend waren.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Basisschutz: |
Sicherung der Transitwege durch die Deutsche Bucht; Bereitstellung der Hafenschutzflottillen zum Schutz der U-Boot-Schleusen und Bunkeranlagen.
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| Personal-Depot: |
Verwaltung der Marine-Ersatzabteilungen, aus denen das Fachpersonal für die U-Boot-Lehrdivisionen (U.L.D.) rekrutiert wurde.
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| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen markiert der Stempel des Stationskommandos Nordsee die rechtliche und administrative Heimatbasis fast aller im Westen eingesetzten U-Boot-Männer.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 31 |
Marinestation der Nordsee: Umfangreiche Aktenbestände zum Stationskommando, den Befehlsstrukturen und dem Personalwesen (1935–1945).
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| BArch RM 7 / 2331 |
Seekriegsleitung: Unterlagen zur strategischen Rolle der Marinestation Nordsee und der Verteidigung der Deutschen Bucht.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Kommandierungen zu den Stäben des Stationschefs und Qualifikationsberichte der dortigen Offiziere.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation: Die Marinestation der Nordsee und ihre Admirale).
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| Hildebrand, Hans H. |
Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Bedeutung Wilhelmshavens als personelles und rüstungstechnisches Zentrum).
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| Tessin, Georg |
Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der territorialen Marinebefehlshaber).
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