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| Dienststelle
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Luftwaffenpersonalamt (LP)
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| Das Luftwaffenpersonalamt war eine Hauptabteilung innerhalb des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) und direkt dem Reichsminister der Luftfahrt unterstellt. Es steuerte zentral das gesamte Personalwesen der Luftwaffe, inklusive Auswahl, Ausbildung, Beförderung und Versetzung des Offizierkorps sowie der Mannschaften. Gegliedert in spezialisierte Abteilungen, bildete es das administrative Rückgrat für den massiven Aufbaubedarf der Luftwaffe ab 1935. Für die Seekriegführung war das LP von Bedeutung, da es die personelle Zuweisung zu den Bordfliegergruppen und Küstenfliegerverbänden koordinierte, die taktisch der Kriegsmarine zugeordnet waren. In den Personalunterlagen markiert eine Verwendung im LP eine Position an der absoluten Schaltstelle der militärischen Bürokratie.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Aufstellung: |
Formierung im Jahr 1935 aus dem früheren Luftschutzamt (LA) des Reichswehrministeriums zur Etablierung einer eigenständigen Personalhoheit.
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| Struktur: |
Unterteilung in Abteilungen für Personalplanung (LP I), Reservewesen (LP II), Orden und Ehrenzeichen (LP V) sowie das Personalprüfamt der Luftwaffe.
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| Leitung: |
Führung durch namhafte Generäle, die oft direkt an den Staatssekretär der Luftfahrt berichteten und die personelle Autonomie gegenüber dem Heer sicherten.
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| Ende 1945: |
Auflösung im Zuge der Kapitulation; Sicherstellung zahlreicher Personalakten durch alliierte Truppen (heute Teil des Bundesarchiv-Militärarchivs).
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| Spezifische administrative Details
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| Beförderungswesen: |
Alleinige Zuständigkeit für die Erstellung von Beförderungslisten und die Bearbeitung von Beurteilungen zur Feststellung der Front- oder Stabseignung.
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| Auszeichnungsrecht: |
Bearbeitung aller Vorschläge für hohe Kriegsauszeichnungen; das LP fungierte als Filter vor der finalen Vorlage beim Oberbefehlshaber der Luftwaffe.
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| Personalsteuerung: |
Koordination der Zuweisung von Spezialisten zu den Fernaufklärungsverbänden, die im Atlantik für die U-Boot-Zusammenarbeit entscheidend waren.
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| Relevanz für die Marine / U-Boot-Waffe
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| Kooperation: |
Das LP regelte den Austausch von Offizieren, die zwischen der Marine und der Luftwaffe wechselten, insbesondere im Bereich der See- und Bordfliegerausbildung.
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| Fachpersonal: |
Verwaltung der Stammrollen für fliegendes Personal, das auf schweren Einheiten oder bei Küstenfliegergruppen eingesetzt war.
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| Biografischer Marker: |
In den Personalakten dokumentiert der Dienststempel des LP die administrative Erfassung innerhalb der Luftwaffenführung.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RL 4 |
Luftwaffenpersonalamt: Zentrale Aktenüberlieferung mit Stellenbesetzungsplänen, Beförderungslisten und Organisationsunterlagen (1935–1945).
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Individuelle Nachweise über Offiziere und technisches Personal mit Dienstzeit im RLM / Luftwaffenpersonalamt.
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| BArch RL 2-II |
Generalstab der Luftwaffe: Unterlagen zur Abstimmung zwischen operativer Anforderung und personeller Deckung durch das LP.
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| Literaturverweise
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| Boog, Horst |
Die deutsche Luftwaffenführung 1935–1945 (Standardwerk zur Binnenstruktur des RLM und des Luftwaffenpersonalamtes).
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| Völker, Karl-Heinz |
Die deutsche Luftwaffe 1933–1939 (Details zur Frühphase und der Loslösung vom Reichswehrministerium).
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| Hildebrand, Hans H. |
Die organisatorische Entwicklung der Marine (Kontext zur personellen Schnittstelle zwischen Marine und Luftwaffe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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