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Lehrkommando 250

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Verband Lehrkommando 250
Das Lehrkommando 250 war ein spezialisierter Ausbildungsverband der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine (K-Verbände). Unter dem Codenamen >>Blaukoppel<< diente die Einheit der intensiven Schulung von Besatzungen für die Ein-Mann-U-Boote vom Typ „Biber“. Das Kommando bildete die personelle und taktische Grundlage für den Einsatz dieser speziellen Unterwasserwaffe in den europäischen Küstengewässern während der letzten Kriegsphase.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im Juni 1944 in Lübeck-Schlutup als Teil der Ausbildungsorganisation für Kleinkampfmittel. Die Führung übernahm der erfahrene Korvettenkapitän Hans Bartels.
Standort: Hauptstützpunkt war Lübeck-Schlutup (Codename >>Blaukoppel<<). Die umliegenden Gewässer der Trave und der westlichen Ostsee boten ideale Bedingungen für die Erprobung und Ausbildung an den Kleinst-U-Booten.
Technik: Ausrüstung mit dem Kleinst-U-Boot Typ „Biber“. Dieser Typ verfügte über einen kombinierten Benzin-/Elektroantrieb und war mit zwei seitlich angebrachten Torpedos oder Minen bewaffnet.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Ausbildungstätigkeit kurz vor Kriegsende und der anschließenden Kapitulation im Mai 1945 wurde das Lehrkommando in Lübeck-Schlutup aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Biber-Schulung: Durchführung von Tauch- und Angriffsübungen unter Berücksichtigung der eingeschränkten Sicht- und Navigationsverhältnisse innerhalb der engen Biber-Kanzel.
Führungshärte: Die Ausbildung unter Korvettenkapitän Bartels war auf extreme physische und psychische Belastbarkeit ausgerichtet, da der Einsatz der Ein-Mann-Boote höchste Konzentration erforderte.
Geheimhaltung: Wie alle Einheiten der K-Verbände unterlag auch das Lehrkommando 250 strengster Geheimhaltung bezüglich seiner Standorte und technischen Einsatzmöglichkeiten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kleinkampfmittel: Das Kommando stellte eine taktische Erweiterung der klassischen U-Boot-Waffe dar, um in flachen Küstengewässern und Flussmündungen operieren zu können, die für große Boote unzugänglich waren.
Personal-Spezialisierung: Viele Freiwillige der herkömmlichen U-Boot-Waffe wechselten zum Lehrkommando 250, um die neue Technik des „Bibers“ im küstennahen Überraschungsangriff zu nutzen.
Taktische Schule: Die in Lübeck-Schlutup entwickelten Einsatzgrundsätze flossen unmittelbar in die operativen Planungen der K-Flottillen für Einsätze an der Invasionsfront und in der Scheldemündung ein.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121-II Kommando der Kleinkampfverbände: Akten über die Aufstellung und Ausbildungsorganisation der Lehrkommandos für Biber und Seehunde.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Korvettenkapitän Hans Bartels und das beim Lehrkommando 250 eingesetzte Lehrpersonal.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Einsatzreife der Biber-Einheiten und die Ergebnisse der Ausbildungsgänge in Lübeck-Schlutup.
Literaturverweise
Blocksdorf, Helmut „Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“ (Details zur Ausbildung in Lübeck-Schlutup unter Hans Bartels).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Kleinkampfverbände: Lehrkommandos).
Kemp, Paul „Die deutschen Kleinst-U-Boote 1944/45“ (Technische Daten und Einsatzvorbereitung der Biber-Besatzungen).
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