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Kriegsmarinedienststelle Boulogne

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Dienststelle Kriegsmarinedienststelle Boulogne
Die Kriegsmarinedienststelle (KMD) Boulogne war eine spezialisierte Behörde der Kriegsmarine an der nordfranzösischen Kanalküste. Ihre Hauptaufgabe lag in der administrativen und logistischen Bereitstellung von Hilfsschiffen sowie der Organisation von Truppen- und Nachschubtransporten über See. Die Dienststelle fungierte als zentrale Instanz für die Ausrüstung requirierter Fahrzeuge, deren personelle Besetzung inklusive der Bordflak-Einheiten und die Koordination der maritimen Transportkapazitäten im Rahmen der Kriegführung im Ärmelkanal.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Eingerichtet im August 1940 im Zuge der Besetzung der Kanalküste und der Vorbereitungen für das Unternehmen Seelöwe; mit einer Zweigstelle in Le Havre.
Standort: Boulogne-sur-Mer. Als wichtiger Umschlagplatz im Bereich Pas-de-Calais war die Dienststelle entscheidend für die maritime Logistik gegenüber der britischen Küste.
Aufgabe: Bereitstellung und Ausrüstung von Hilfsschiffen, Sicherstellung der personellen Einsatzbereitschaft der Transportflotten sowie Organisation des Nachschubwesens.
Ende 1941: Im Januar 1941 aufgelöst; die Aufgaben wurden vom Kommandanten der Seeverteidigung Boulogne übernommen und später in den Kommandanten Pas-de-Calais integriert.
Spezifische Merkmale
Transportwesen: Erfassung und Umbau von zivilem Schiffsraum für militärische Zwecke, insbesondere für die geplanten Landungsoperationen und die Versorgung der Küstenstützpunkte.
Bordflak-Schutz: Organisation der Luftabwehr auf den unterstellten Transportschiffen durch die Zuweisung und Ausbildung von Bordflak-Personal zur Eigensicherung.
Zweigstelle: Die Dependance in Le Havre ermöglichte eine räumliche Ausdehnung der Kontroll- und Ausrüstungsbefugnisse entlang der strategisch wichtigen Invasionsküste.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Logistik-Support: Die KMD Boulogne unterstützte die Versorgung der in den Kanalhäfen einlaufenden U-Boot-Sicherungsfahrzeuge mit Personal und technischem Material.
Personalersatz: Über die Dienststelle wurde die personelle Auffüllung von Hilfsschiffen koordiniert, die indirekt zur Sicherung der U-Boot-Stützpunkte beigetragen haben.
Transportkapazität: Sicherstellung des Seetransports von Ersatzteilen und schweren Komponenten für die Instandsetzung von Kleinkampfmitteln und Booten im Bereich Pas-de-Calais.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Einrichtung der Kriegsmarinedienststellen im Westen und deren Rolle bei der Schiffsraumlenkung.
BArch RM 51 Marinebefehlshaber Kanalküste: Unterlagen zur operativen und administrativen Tätigkeit der KMD Boulogne und deren Zweigstelle.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Offiziere und technisches Personal, die in der KMD Boulogne für das Transportwesen zuständig waren.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Kriegsmarinedienststellen und Transportwesen).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Verwaltung und Infrastruktur in den nordfranzösischen Häfen).
Schenk, Peter „Landung in England“ (Hinweise zur Rolle der KMDs bei der Vorbereitung der Transportflotten für Seelöwe).
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