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Durchgangskommando

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Dienststelle Durchgangskommando
Ein Durchgangskommando war eine administrative Sammel- und Verteilerstelle der Kriegsmarine für Personal, das sich auf dem Marsch zu neuen Einheiten, im Urlaub oder auf dem Rückweg von Lazarettaufenthalten befand. Diese Dienststellen stellten die logistische Betreuung (Unterkunft, Verpflegung) sicher und regelten die Marschpapiere sowie die Weiterleitung an die Zielverbände. Sie fungierten als wichtige Knotenpunkte im militärischen Reiseverkehr, um die personelle Übersicht und Disziplin während der Versetzungsphasen zu wahren.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Eingerichtet an allen wichtigen Verkehrsknotenpunkten, Häfen und Grenzübergängen im Reichsgebiet sowie in den besetzten Gebieten (z.B. Paris, Oslo, Kopenhagen).
Standort: Meist in Bahnhofsnähe oder in Hafennähe untergebracht, um eine schnelle Abfertigung der eintreffenden Soldaten und Marinebeamten zu gewährleisten.
Aufgabe: Kontrolle der Marschbefehle, Ausgabe von Verpflegungsrationen für die Weiterreise, Bereitstellung von Notunterkünften und Organisation von Sammeltransporten zur Front.
Ende 1945: Mit dem Zusammenbruch des Transportsystems und der Kapitulation im Mai 1945 lösten sich die Durchgangskommandos auf oder wurden von den Alliierten als Entlassungsstellen übernommen.
Spezifische Merkmale
Personalmanagement: Erfassung von versprengten Soldaten oder Rückkehrern, die nach Lazarettaufenthalten ihren ursprünglichen Einheiten wieder zugeführt oder neu zugeteilt werden mussten.
Marschüberwachung: Enge Zusammenarbeit mit der Feldgendarmerie (Marine-Streifendienst) zur Vermeidung von eigenmächtigen Entfernungen und zur Überprüfung der Urlaubspapiere.
Logistik-Knoten: Verwaltung von Marschverpflegungslagern und Wehrmachtsquartieren, die oft unter extremen Bedingungen (z.B. bei unterbrochenen Bahnverbindungen) operieren mussten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Besatzungstransport: Durchgangskommandos in Frankreich (z.B. Paris-Gare du Nord) waren essenziell für die Schleusung von U-Boot-Besatzungen auf dem Weg zwischen den Stützpunkten und der Heimat.
Urlauberschutz: Organisation von gesicherten Zügen und Unterkünften für U-Boot-Fahrer, um eine reibungslose Rückkehr zu den Frontflottillen nach dem Heimaturlaub sicherzustellen.
Sammelstelle: Bei Neuaufstellungen von Booten dienten Durchgangskommandos oft als erste Anlaufstelle für das aus verschiedenen Schulen zusammengestellte Personal vor dem Eintreffen auf der Werft.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Unterlagen über die Organisation des Durchgangs- und Marschwesens innerhalb der Kriegsmarine.
BArch RM 17 Marinestation der Ostsee: Akten über die Einrichtung von Durchgangskommandos in den Hauptbahnhöfen des Ostseebereichs.
BArch PERS 6 Personalakten: Einträge über kurzzeitige Kommandierungen zu Durchgangskommandos während der Marschphasen zu den U-Boot-Stützpunkten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Reise- und Marschorganisation).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Hinweise zur infrastrukturellen Bedeutung der Durchgangslager in den Häfen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der rückwärtigen Dienste und Kommandobehörden).
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