Aktionen

Obersignalgast

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 2. März 2026, 15:22 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;" |- |…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststellung Obersignalgast
Der Obersignalgast war ein erfahrener Mannschaftsdienstgrad der Signallaufbahn in der Kriegsmarine. Nach erfolgreicher Grundausbildung zum Signalgasten und entsprechender Bewährung an Bord oder in Landstationen wurde dieser Dienstgrad verliehen. Er war Spezialist für die optische Nachrichtenübermittlung mittels Flaggen, Winkern und Scheinwerfern. In der Hierarchie der Brückenbesatzung nahm er eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von See- und Luftzielen sowie bei der Aufrechterhaltung der Kommunikation unter Funkstille ein.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufgabenbereich: Durchführung des optischen Signaldienstes (Morse- und Flaggensignale), Führung des Signaltagebuches sowie Ausguckdienst zur Seeraumüberwachung.
Standort: Auf Überwasserschiffen auf der Signalbrücke, auf U-Booten im Brückendienst beim Ein- und Auslaufen sowie an Signalstellen der Küstenverteidigung.
Ausbildung: Voraussetzung war der Abschluss an einer Marinenachrichtenschule und eine festgesetzte Stehzeit im Dienstgrad Signalgast.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Kriegsmarine und der Demobilisierung im Mai 1945 endete die Verwendung im Dienstgrad Obersignalgast.
Spezifische Merkmale
Fachkenntnis: Beherrschung der kriegsmarineeigenen und internationalen Signalbücher sowie die Fähigkeit zur schnellen Entschlüsselung von Flaggenalphabeten.
Signalmittel: Sicherer Umgang mit Lichtmörsern, Signalscheinwerfern und der Signalpistole zur Übermittlung von Erkennungssignalen bei Nacht oder schlechter Sicht.
Beobachtung: Unterstützung des Wachoffiziers bei der Identifizierung von Schiffstypen und Nationalitätenflaggen auf große Distanz mittels leistungsstarker Optiken.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brückenwache: Auf U-Booten war der Obersignalgast für den Austausch von Identitätssignalen mit eigenen Vorpostenbooten beim Passieren von Hafeneinfahrten und Sperren verantwortlich.
Koordination: Unterstützung bei der optischen Befehlsübermittlung innerhalb von U-Boot-Rudeln, um die Position nicht durch verräterische Funkzeichen preiszugeben.
Erholung: In den U-Boot-Stützpunkten wurden erfahrene Obersignalgasten oft als Hafenlotsen-Assistenten oder bei den Signalstellen der Flottillenstäbe eingesetzt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur Laufbahngestaltung und den Beförderungsbestimmungen für das Signalpersonal der Kriegsmarine.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Beförderungen zum Obersignalgasten im Rahmen des militärischen Werdegangs von Mannschaftsdienstgraden.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marinenachrichtendienst: Personalstruktur).
Giessler, Hellmuth „Der Marine-Nachrichtendienst“ (Details zur Ausbildung und Praxis des optischen Signaldienstes).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132